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Medigreif-Chef empört: „Politikern fehlt Sachverstand“

Greifswald Medigreif-Chef empört: „Politikern fehlt Sachverstand“

Entscheidung von Finanz- und Bauausschuss gegen die Bewerbung des früheren Luftwaffenlazaretts als nationales Projekt des Städtebaus sorgt für Verärgerung

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Von oben sieht das frühere Luftwaffenlazarett wie ein Flugzeug aus.

Quelle: Fotos: Peter Binder

Greifswald. „Um Himmels willen, was läuft da?“, fragt Klaus Schilling, Geschäftsführer der Medigreif GmbH. „Diesen Greifswalder Abgeordneten fehlt Sachverstand und Ausgewogenheit.“ Für Schilling ist es völlig unverständlich, dass sich sowohl der Finanz- als auch der Bauausschuss der Bürgerschaft mehrheitlich gegen das frühere Luftwaffenlazarett entschieden hat.

Medigreif hofft auf eine Bewerbung der Stadt bei der Ausschreibung „Nationale Projekte des Städtebaus 2016“ für das Luftwaffenlazarett, heute ein Gesundheits- und Sozialzentrum. Dessen Dächer sollen denkmalgerecht neu eingedeckt werden. Das ist Teil der Bestrebungen um die Bewerbung des 1938 bis 1941 errichteten Komplexes backsteinsichtiger Bauten für die Aufnahme in die Unesco- Welterbeliste (die OZ berichtete). Teil des Konzepts sind ferner die Öffnung der zugehörigen Parkanlagen und eine Ausstellung zur Bedeutung und Konversion von Militärbauten der jüngeren Greifswalder Geschichte.

Laut Einschätzung der Stadtverwaltung steht das Luftwaffenlazarett als Denkmal auf einer Stufe mit dem Flughafen Berlin-Tempelhof, dem Kraft-durch- Freude-Komplex in Prora und der Heeresversuchsanstalt in Peenemünde.

Die Nummer eins der Volksvertretermehrheit ist ein Projekt des Vereins Kultur- und Initiativenhaus. In dem denkmalgeschützten Gebäude Stralsunder Straße 10/11 soll ein überregional wirkendes Kultur- und Bildungszentrum mit sozialem Anspruch entstehen. Dazu gehört ein generationenübergreifendes Wohnprojekt. Das historische Hotel- und Gaststättenensemble mit Saal gilt als einmalig in Vorpommern. Schilling erbost die Begründung des Finanzausschusses: Medigreif habe selbst das Geld für die Dachsanierung (die OZ berichtete). „So kann man doch nicht herangehen“, sagt er. Bei dem Wettbewerb gehe es um Inhalte, um die Eignung als national bedeutsames Projekt des Städtebaus und nicht um politische Gesichtspunkte. Da sieht Schilling das Luftwaffenlazarett eindeutig vorn. „Ich lasse mich nicht beirren“, sagt er. „Die Unterlagen für die Bewerbung für die deutsche Vorschlagsliste als Welterbestätte werden derzeit vorbereitet.“

Im Bauausschuss ließ die Vorsitzende Monique Wölk (SPD) einzeln über die insgesamt drei Vorschläge abstimmen. Achtmal Platz eins hier für die Stralsunder Straße 10/11, einmal für Medigreif.

Sieben Abgeordnete waren für ein städtisches Projekt — den altersgerechten und barrierefreien Umbau des ab 1956 gebauten Alten Ostseeviertels. Es sei das erste im Nationalen Aufbauwerk (NAW) errichtete Wohngebiet im früheren Bezirk Rostock und deutschlandweit einmalig gut erhalten. Dieses städtische Vorhaben fanden viele Abgeordnete gut, aber es steckt inhaltlich noch in den Anfängen.

Schilling will jetzt auf die Fraktionen zugehen. Er kann sich vorstellen, dass die Stadt wieder zwei oder drei Vorschläge unterbreitet.

2015 bewarb sich die Stadt erfolglos für den Wettbewerb. Neben der Stralsunder Straße 10/11 und dem Luftwaffenlazarett schickte die Bürgerschaft die historischen Uni-Gewächshäuser und ein Studentenwohnheim ins Rennen. Allgemein hieß es, dass ein Projekt mehr Chancen hätte. Aus MV schaffte es nur die Kunsthalle Rostock auf die Liste. Im Erfolgsfall 2016 muss die Stadt Eigenmittel hinzugeben, die zum Teil auch andere zahlen könnten. Mindestens zehn Prozent müsse die Stadt geben, so Bausenator Jörg Hochheim (CDU).

Das Bundesprogramm

Förderschwerpunkte des Programms „Nationale Projekte des Städtebaus“ 2016 sind die Konversion von Militärflächen (1), interkommunale städtebauliche Kooperationen (2) sowie barriefreier und demographiegerechter Umbau von Städten (3).

Die Stadtverwaltung sieht das 5,2-Millionen-Euro-Projekt Stralsunder Straße 10/11 und das 4,1-Millionen-Euro-Projekt Altes Ostseeviertel als passend zum Schwerpunkt 3 an, für das Luftwaffenlazarett sei das bedingt der Schwerpunkt 1.

Nationale und internationale Wahrnehmbarkeit sowie eine überdurchschnittliche Qualität hinsichtlich Städtebau, Baukultur und Bürgerbeteiligung sei für alle drei Projekte gegeben, schätzt die Verwaltung ein.



Eckhard Oberdörfer

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