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Mieten in Greifswald sind um fünf Prozent gestiegen

Greifswald Mieten in Greifswald sind um fünf Prozent gestiegen

Neuer Mietpreisspiegel tritt am 1. März in Kraft / Bei großen Wohnungen gab es in der Regel keine Steigerung / Kleine wurden überdurchschnittlich teurer

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An der Krullstraße entstanden und entstehen Neubauten (links), die Plattenbauten der Innenstadt sind sehr beliebt. Fotos (4): Peter Binder

Greifswald. Die Mieten in der Hansestadt sind seit 2012 um durchschnittlich fünf Prozent gestiegen. Das geht aus dem neuen Mietspiegel hervor, der gestern im Rathaus vorgestellt wurde. Erfasst sind dort Daten aus dem Zeitraum vom 1. Juli 2011 bis zum 30. Juni 2015. Etwa 8000 in diesem Zeitraum geschlossene Verträge wurden von einer Arbeitsgruppe ausgewertet.

Fast alle Daten stammen von der Wohnungsbau und Verwaltungsgesellschaft Greifswald (WVG) und der Wohnungsgenossenschaft Greifswald (WGG). Von Privatleuten lagen nur 21 Angaben vor. Allerdings seien die Miethöhen bis auf Ausreißer bei den Privaten vergleichbar, sagt Dirk Barfknecht vom Mieterverein Vorpommern. Das lasse sich aus den Angeboten in den Medien ableiten.

„Bei kleinen Wohnungen sind die Mieten überdurchschnittlich gestiegen“, erläutert Barfknecht. „Bei denen mit mehr als 80 Quadratmetern kann man von Stagnation sprechen.“ Bezogen auf die Einkommen seien die Mieten in Greifswald „recht hoch“, schätzt Barfknecht ein. Er unterstützt daher die Forderung nach einer Mietpreisbremse für Greifswald. Dafür müsste das Land die Stadt aber als Gebiet mit angespanntem Wohnungsmarkt ausweisen, was Schwerin bisher ablehnt. Barfknecht begründet die Forderung vor allem mit dem sehr geringen Wohnungsleerstand in Greifswald. Die WGG spricht von unter einem Prozent, die WVG von etwa 1,2.

Am teuersten sind Häuser, die nach 2002 gebaut wurden. Sie gehören zur höchsten der drei Wohnwertklassen. Die durchschnittliche Kaltmiete bei Wohngrößen zwischen 65 und 80 Quadratmeter liegt hier bei 8,09 Euro, maximal werden 9,05 Euro verlangt. Wegen immer höherer Auflagen für Neubauten vor allem bei der Energieeffizienz ist mit weiteren Steigerungen zu rechnen. „Es wird schwer, künftig unter acht Euro Pro Quadratmeter zu bleiben“, meint Anja Groß von der WGG. Der Ausweg: Förderung, beispielsweise sozialer Wohnungsbau. Auf den Mietpreisspiegel hätte das allerdings keine Auswirkungen, erläuterte Sabine Hellwich, die für die Stadt an der Erarbeitung des Dokuments beteiligt war. Geförderte Wohnungen und solche in Studenten- und Altenheimen würden nicht berücksichtigt.

Die Sanierungs- und Modernisierungsanstrengungen der WVG und der WGG in den letzten Jahren lassen sich dagegen an den Mieten ablesen. In der Gruppe der 1969 bis 1990 errichteten Häuser stiegen die Mieten zum Teil relativ deutlich. In diesen Jahrzehnten entstanden die Plattenbauten der Großwohngebiete, die inzwischen fast alle saniert sind. In bis zu 30 Quadratmeter großen Wohnungen mit „verbesserter Beschaffenheit“ aus diesen Jahrzehnten werden bei mittlerem Wohnwert durchschnittlich 7,56 Euro fällig.

Bei den Altbauten (vor 1948 errichtet) gibt es für Wohnungen in dieser Größe nicht genug Mietverträge für eine repräsentative Aussage. Bei gutem Wohnwert müssen bei 30 bis 50 Quadratmeter großen Wohnungen im Schnitt 6,65 Euro bezahlt werden, bei normalem 6,49 Euro und bei geringem 6,21 Euro.

Interessant: Große Altbauwohnungen mit über 80 Quadratmetern sind bei geringem Wohnwert teurer (5,66 Euro im Mittel) als bei gutem (5,46 Euro). Für Riemserort und seine unsanierten Wohnblöcke lagen keine Angaben vor. Auch für Riems, Koos und Friedrichshagen gilt der Spiegel nicht.

Der Mietspiegel

Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von Vermietern und Mietern erarbeitet den Mietspiegel. Die Stadtverwaltung nimmt ohne Stimmrecht teil.

Neu ist, dass neben der Gebäudeart, Größe, Beschaffenheit und Ausstattung auch die energetische Sanierung sowie die Lage eine Rolle spielen.

Statt der Einteilung über die Ausstattungskriterien einfach, normal und gut, gibt es nun die Wohnwertklassen 1,2,3.

• Mietspiegel auf www.greifswald.de



Eckhard Oberdörfer

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