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Museumshafen: Graffitikunst verboten

Greifswald Museumshafen: Graffitikunst verboten

Stadt setzt auf mit Holz verkleidete Imbisswagen an der Promenade / Gastronomin protestiert dagegen

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Auch nach der Fertigstellung der Promenade bleibt das Gelände nördlich des Rycks eine Baustelle, links steht der Container mit Holzfassade. Fotos (2): Peter Binder

Greifswald. Kaum sind die drei Linden am Gaststättenschiff „Pomeria“ weg, gibt es neuen Streit auf der Baustelle Museumshafen. Die neue Promenade, eine knapp 100 Meter lange und fünf Meter breite Pflasterfläche, wurde zwar wie angekündigt am 30. Juni übergeben. Aber nicht alle vorgesehenen Plätze für Gastronomie auf dem Land östlich der Brücke werden 2016 besetzt sein. Denn es gibt Streit um die Gestaltung der drei Wagen beziehungsweise Häuschen für die Freiluftgastronomie am Ufer. Die Stadt setzt auf Holz und will keine Graffiti.

 

OZ-Bild

Detail der Entwurfszeichnung von Enrico Pense für den Verkaufswagen. Die Gestaltung erfolgt farbig.

Quelle: Sammlung Lischefsky
OZ-Bild

Etwas Buntes, Maritimes würde gut zu unserer jungen Stadt passen.“Ilonka Lischefsky, Unternehmerin

Quelle:
OZ-Bild

Detail der Entwurfszeichnung von Enrico Pense für den Verkaufswagen. Die Gestaltung erfolgt farbig.

Quelle: Sammlung Lischefsky
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Etwas Buntes, Maritimes würde gut zu unserer jungen Stadt passen.“Ilonka Lischefsky, Unternehmerin

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Die Salinenstraße

Die Baumaßnahme am Museumshafen umfasst auch den Ausbau der Salinenstraße, inklusive neuer Straßenbeleuchtung. Neue Leitungen für Trink- und Abwasser sowie ein neuer Regenkanal sind verlegt. Fahrbahn und Parkflächen werden mit vorhandenem Granitpflaster befestigt. In den Nebenflächen werden Betonsteine verwendet.

Die Gesamtkosten betragen rund 1,7 Millionen Euro, davon sind 1,35 Millionen Städtebaufördermittel.

Ilonka Lischefsky möchte aber genau solche bunten, künstlerischen Bilder. Seit zehn Jahren steht sie mit dem „Jambo Express“am Museumshafen. Der Elefant an ihrem Wagen war bis 2015 eines der Wahrzeichen der Silhouette am Ryck. Übrigens eine Erinnerung an das afrikanische Restaurant „Jambo“, das Ilonka Lischefsky bis vor etwa fünf Jahren zeitweise gleichzeitig mit dem Verkauswagen in der Fischstraße betrieb.

„Ich möchte, dass Enrico Pense meinen Wagen mit einem Graffito verschönt“, sagt die Unternehmerin. Es soll die Stadtsilhouette mit einer Möwe darstellen. Das sei ein maritimes Motiv, passend zum Museumshafen. Der Entwurf liege bereits vor (siehe Abbildung). „Wir sind doch so eine junge Stadt“, wirbt die Gastronomin. „So etwas Buntes zwischen zweimal Holz, das passt doch. Eine Geldfrage ist es nicht. Das Graffito ist teurer als eine Verkleidung mit Holz.“ In Holz wird sich allerdings erstens ein Eiswagen präsentieren, der aktuell noch nicht am Ryck steht. Ebenfalls holzverkleidet ist der Container, der schon im Hafen angekommen ist. Dieser ist der Nachfolger des Busses der „Linie 1“ aus London. Das Wahrzeichen der Gastromeile hat ein Greifswalder erworben, um das in die Jahre gekommene Gefährt wieder flottzumachen. Aber Jenny Scholz, der gute Geist des Busses, wird in Kürze in einem umgestalteten, mit Holz verkleideten 40-Fuß-Überseecontainer stehen. „Die Fenster werden noch weinrot gestrichen, und die Tür bekommt eine Rostoptik“, erläutert ihr Partner Jörg Möller die Gestaltung. Der Container habe 14 Plätze im Innern und einen kleinen Ofen. Möller hofft, damit die Saison verlängern zu können. Vielleicht aufs ganze Jahr.

Ilonka Lischefsky hatte erst im Februar erfahren, dass sie ihren Wagen mit Holz verkleiden soll. „Ich hatte bei der Stadt nachgefragt, warum mir die Fläche nur für zwei Jahre verpachtet werden soll.“

Daraufhin teilte ihr das Stadtbauamt mit, dass der von ihr beantragte Verkaufswagen nicht den Vorstellungen der Kommune entspreche. Wolle Ilonka Lischefsky länger stehenbleiben, müsse sie die Gestaltung ihrer Verkaufseinrichtung den anderen beiden anpassen, heißt es in dem Schreiben. Die Greifswalderin hofft indes noch auf ein Einlenken der Behörde. Wegen des Lärms und Staubs der Baustelle will Lischefsky ohnehin bis zum 30. September mit einem Getränkewagen auf der Wiese nahe der Stubnitz-Anlegestelle bleiben. Mehr Platz für die Verkaufswagen gebe es durch die neue Promenade ohnehin nicht, erklärt sie. Stühle und Tische würden wie in der Vergangenheit auf der Wiese beziehungsweise den Stufen zum Ryck stehen.

Bis Oktober wird noch viel gebaut. Die Grünfläche werde neu angelegt, Bäume gepflanzt und ein neuer Spielplatz entstehe, informiert Stadtsprecherin Andrea Reimann. Plastiken des Künstlers Jo Jastram, wie ein Klabautermann und eine Fischkiste, werden aufgestellt. Sie wurden ursprünglich für den Greifswalder Fischerbrunnen gefertigt. Bereits umgesetzt ist der Toilettencontainer. Wann die immer wieder geforderte behindertengerechte öffentliche Toilette am Museumshafen gebaut wird, entscheide die Bürgerschaft. Auch die Idee für ein überdachtes Mehrzweckgebäude am Ryck sei noch aktuell. Wann es gebaut wird, sei ebenfalls noch unklar. Zur Anfrage der OZ zur Gestaltung der Verkaufseinrichtungen lag gestern noch keine Antwort der Stadt vor.

Eckhard Oberdörfer

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