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Regen sorgt für Überschwemmungen

Greifswald Regen sorgt für Überschwemmungen

Kleingärtner sind verärgert. Das Abwasserwerk verweist auf die kaputte Drainage und künftige Investitionen.

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Überschwemmungen wie diese sind in der Stadtrandsiedlung nichts Neues. Fotos (4): Jürgen Meyer

Greifswald. Jürgen Meyer ist mächtig verärgert. Als er nach dem großen Sturm am Wochenende zur Kontrolle seinen Schrebergarten in der Sparte „Fortschritt“ aufsuchte, musste er wiederholt durch tiefe Pfützen waten. „Noch zwei Zentimeter, dann läuft das Regenwasser wieder in die Lauben“, konstatiert der Hobbygärtner missmutig. Auch auf dem Feld an der Clemens-Brentano-Straße „sieht es aus, wie im vorigen Jahr“, moniert Meyer. Und erklärend fügt er hinzu: „Ein großer See hat sich genau gegenüber unserer Gartensparte gebildet und kann trotz einiger Bemühungen nicht ablaufen.“

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Überschwemmungen wie diese sind in der Stadtrandsiedlung nichts Neues. Fotos (4): Jürgen Meyer

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Elke Siekmeier vom Greifswalder Abwasserwerk kennt das Problem. Jahr für Jahr klagen Parzellenbesitzer verschiedener Sparten über massive Überschwemmungen, können erntereifes Gemüse teilweise nur noch auf den Kompost bringen.

Dabei hat das Abwasserwerk bereits Millionen in ein neues Entwässerungssystem investiert, weitere sollen folgen. Der neu gebaute Regensammler Süd, versichert Siekmeier, bringe Entlastung für den Bereich der Stadtrandsiedlung. Er funktioniere schon, obwohl das Rückhaltebecken an der Loitzer Landstraße noch nicht fertig sei, betont Stadtwerkesprecherin Steffi Borkmann: „Das Wasser steht hier, weil die Grundstücksdrainage kaputt ist.“ Für dort bereits vorhandene und noch geplante Wohnbebauung sei eine Aufschüttung erfolgt. „Das Regenwasser fließt an die tiefste Stelle und droht dort Grundstücke zu überfluten“, so Borkmann. Um Betroffene nicht völlig im Regen stehen zu lassen, „haben wir vor Weihnachten wieder Wasser in dem Bereich mit einer mobilen Pumpe abgepumpt“, berichtet Siekmeier weiter. Das Abwasserwerk werde in den nächsten Tagen einen Notablauf schaffen, verspricht Borkmann. Bis zur geplanten weiteren Bebauung der Fläche solle die ordnungsgemäße Entwässerung sichergestellt werden.

Jürgen Meyer als betroffener Kleingärtner kann das nicht akzeptieren, sieht auch die Verwaltung in der Pflicht: „Wann will die Stadt endlich etwas unternehmen, damit das Problem gelöst wird?“ Doch im Rathaus verweist man auf das Abwasserwerk, das als Eigenbetrieb der Stadt mit der Entwässerung beauftragt sei. Eine Zwischenlösung, die sich auf die Schnelle organisieren ließe, werde es aufgrund der auch von Elke Siekmeier geschilderten Gegebenheiten nicht geben, heißt es aus der Pressestelle.

Ohnehin wurde die Regenentwässerung lange durch die Stadt vernachlässigt. In den vergangenen 90 Jahren verfünffachte sich die versiegelte Fläche. Durch große Überschwemmungen 2011, als sogar die Unterführung am Bahnhof überflutet war, rückte das Problem stärker ins öffentliche Bewusstsein. Der Regensammler Süd wurde in Angriff genommen. Abwasserwerkchef Detlef Lorke kündigte vor der Bürgerschaft weitere millionenschwere Investitionen im Bereich Schönwalde/Ostseeviertel an. Sie sollen 2018 fertig sein, in diesem Jahr laufen Planungen. „Ohne eine Erhöhung der Regenwassergebühr wird es nicht gehen“, sagte Lorke vor der Bürgerschaft. Steffi Borkmann wiegelt ab: Die jetzigen Niederschlagsgebühren gelten bis 2016, erinnert sie. Dann werde neu für die Jahre bis 2019 kalkuliert.

Aufgrund der großen getätigten und geplanten Investitionen scheine eine Erhöhung möglich. Aber man sollte die erste Vorkalkulation Ende 2015 abwarten.

 



Petra Hase und Eckhard Oberdörfer

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