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Schnuppertag beim Bäcker: Die Schokoladenseite des Lebens?

Greifswald Schnuppertag beim Bäcker: Die Schokoladenseite des Lebens?

Ein Neuntklässler aus der Martinschule nutzte die Bracheninfotage des Landkreises, um traditionelles Handwerk kennenzulernen / Insgesamt machten 100 Schüler mit

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Axel Helander durfte während seines Schnupperaufenthaltes in der Bäckerei Käßler Nussringe mit Schokolade überziehen. Fotos (2): Cornelia Meerkatz

Greifswald. Für Axel Helander begann der gestrige Tag richtig früh: Der Neuntklässler aus der Martinschule durfte ab 6 Uhr in der Greifswalder Bäckerei Käßler mithelfen und ein paar Stunden Berufsluft schnuppern. Erfüllt war sie für den autistischen Jungen vom Geruch der Nussplätzchen und des Kuchenteigs. „Hier duftet es sehr lecker“, befand der 14-Jährige.

OZ-Bild

Ein Neuntklässler aus der Martinschule nutzte die Bracheninfotage des Landkreises, um traditionelles Handwerk kennenzulernen / Insgesamt machten 100 Schüler mit

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Axel gehört zu 100 Greifswalder Schülern der 9. und 11. Klassen, die den vom Landkreis Vorpommern-Greifswald organisierten 6. Brancheninfotag nutzten, um Berufe direkt im Unternehmen kennenzulernen.

Im Angebot waren Polizei, Kita, Krankenhaus, Kfz-Werkstatt, Bank, Tischlerei und eben der Bäcker. In Anklam, Torgelow und Pasewalk hatten die Brancheninfotage schon stattgefunden, am 9. November folgen sie in Wolgast.

Rund 100 Unternehmen geben den Mädchen und Jungen in diesem Jahr damit einen Vorgeschmack auf den Berufsalltag. „Die Schüler können sehen, erleben und ausprobieren, worum es in ihrem Wunschberuf wirklich geht und was mal auf sie zukommen könnte“, erklärt Bildungsdezernent Dietger Wille. „Die jungen Leute sollen gleichzeitig sehen, was in der Region möglich ist und sich dann hoffentlich für eine Ausbildung in unserem Kreis entscheiden, denn wir brauchen gut ausgebildete Fachkräfte.“

Dass in diesem Jahr beim Brancheninfotag auch Schüler wie Axel dabei waren, ist der erstmaligen Beteiligung von Förderschulen zu verdanken.

Bäckermeister Jens Döbler hat Axel Helander in der Backstube, die sich in dem alten Haus auf zwei Etagen befindet, herumgeführt und ihm gezeigt, wie schnell, aber auch mit wieviel Liebe in Handarbeit 18 Sorten Brötchen, zwölf Sorten Brote, Kuchen, Torten und Schwarz-Weiß-Gebäck entstehen.

Die Bäckerei hat mit ihren beiden Filialen insgesamt 19 Mitarbeiter.1500 Brötchen und 150 Brote wandern täglich über die Ladentische. Zudem erfährt der Martinschüler, dass Jens Döbler mit Schülerpraktikanten beste Erfahrungen gemacht hat. „Unsere Auszubildenden im 1. und 2. Lehrjahr kommen aus Jarmen und von der CDF-Schule. Beide haben vorher Praktika bei uns absolviert. Sie wussten, worauf sie sich einlassen“, erzählt der Bäckermeister. Gerade sei wieder eine Schülerin der CDF-Schule für eine Woche als Praktikantin im Konditoreibereich tätig. Auch ihr gefalle die Arbeit, sagt Döbler. Der frühe Arbeitsbeginn um 1 Uhr morgens bereite niemandem der vorwiegend männlichen Beschäftigten Schwierigkeiten. „Nur backen wollen sie zu Hause nicht mehr“, meint er lachend.

Axel hört aufmerksam zu, nimmt wissbegierig die Informationen auf. Dann darf er endlich selbst loslegen: Schwarz-Weiß-Gebäck in den Ofen schieben und Nussringe mit einem Schokoladenüberzug versehen.

Akkurat taucht er jeweils zwei Ringe in die Schüssel mit der flüssigen dunklen Masse und legt sie dann zum Trocknen auf ein Blech. Ganz so flott wie bei Patrick Schmahl aus dem 1. Lehrjahr geht es noch nicht, „aber es macht Spaß. Außerdem ist es schön warm hier“, findet Axel Helander. Eigentlich wollte er zwar zur Bahn, das sei seine Spezialstrecke. „Aber die boten keinen Berufstag an und Bäcker fand ich auch ganz interessant“, sagt er. „Den braucht man jeden Tag.“

DREI FRAGEN AN...

Wie sieht der Alltag bei der Polizei, in einer Kita oder bei Hanseyachts aus? 100 Neunt- und Elftklässler aus Greifswald machten gestern mit beim sechsten Brancheninfotag des Landkreises in Greifswald. Für ein paar Stunden besuchten sie jeweils ein Unternehmen.

1 Wie war’s, welche Rückmeldungen kamen von den Schülern? Viele positive! Viele der Schüler haben nicht nur irgendetwas belegt, sondern wirklich in einen Bereich hineingeguckt, der sie interessiert. Einige können sich jetzt vorstellen, dort ein Praktikum oder eine Ausbildung zu machen, das ist natürlich der Idealfall. Aber auch die umgekehrte Erkenntnis bringt sie einen Schritt weiter. Eine Schülergruppe war bei der Polizei, die Kollegen dort geben den Schülern immer einen super Überblick. Nachher haben zwei Mädels gesagt, das ist es, aber ein paar Jungs: Ne, das hab ich mir anders vorgestellt!

2 Wie schwer oder leicht fällt es Schülern, sich für eine Berufsrichtung zu entscheiden? Das hängt unter anderem davon ab, in welchem Umfeld die Kinder aufwachsen: ob die Eltern glücklich im Beruf sind oder seit Jahren arbeitslos, zum Beispiel. Oder ob sie helfen, sich mit der Berufsorientierung zu beschäftigen, die Angebote anzunehmen, die von der Schule, von uns, der Arbeitsagentur und anderen kommen. Im Allgemeinen gilt: Viele junge Menschen sind bei dem Thema total hilflos, nur einzelne wissen früh, was sie wollen. Darum ist es wichtig, dass sie Selbstvertrauen entwickeln, lernen, Ideen umzusetzen, etwas auszuprobieren.

3 Welche Unternehmen haben in Greifswald mitgemacht, welche haben Sie vermisst? Mit dabei waren zum Beispiel die Kita Sieben Raben, der Segelschiffbauer HanseYachts, das Hotel Mercure – übrigens als einziges Hotel – die Bäckerei Käßler, die Ingenieurfirma IPO.... das war toll, aber wir vermissen Handwerksbetriebe wie Dachdeckereien und Zimmereien. Kleinere Betrieben können so eine Aktion nicht so gut in den Alltag integrieren, aber vielleicht gelingt es trotzdem mal. In Ueckermünde haben wir beim Brancheninfotag erlebt, dass ein Hotel den Beruf des Bierbrauers gleich mitvorstellte, weil es auch selbst Bier braut. Sowas ist natürlich super. Mal sehen, wie es in Wolgast weitergeht. Dort ist am 9. November Brancheninfotag. In Anklam, Pasewalk und Torgelow lief die Aktion schon. Ingsgesamt erreichen wir damit 500 Schüler aus dem Kreis.

Interview: Sybille Marx

Cornelia Meerkatz

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