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Schönwalde-Center soll versteigert werden

Greifswald Schönwalde-Center soll versteigert werden

7,3 Millionen Euro ist das Einkaufszentrum laut einem Gutachten wert / Alle Händler wollen bleiben / Nur ein Geschäft ist nicht vermietet

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Diana Lange und Franka Milovanovic (v.l.) freuen sich, dass sich trotz Zwangsversteigerung nichts für die Kunden ändert. Sie wollen auch künftig gerne Kaffee trinken im Schönwalde-Center.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Das 1997 eingeweihte Schönwalde-Center wird am 24. Juni zwangsversteigert. Die Eigentümergesellschaft ist pleite. Im November 2014 wurde darum der Greifswalder Rechtsanwalt Uwe Degen-Gellenbeck durch das Amtsgericht Greifswald zum Zwangsverwalter bestellt.

Ich kenne mindestens fünf Interessenten, die bieten wollen.“Centermanager Ralph Müller

Für die Kunden wird sich durch den Eigentümerwechsel nichts ändern. „Alle Händler wollen bleiben“, sagt Center-Manager Ralph Müller. „Das Einkaufszentrum ist voll vermietet.“ Rewe wolle sich vergrößern. Nach erfolgreicher Zwangsversteigerung könnten endlich Umbauarbeiten stattfinden, die nach dem Auszug der Zoohandlung nötig seien. Das sei die einzige derzeit leerstehende Fläche.

7,3 Millionen Euro soll der Shopping-Tempel in Schönwalde II laut einem Gutachten kosten. Ralph Müller ist überzeugt, dass der Komplex für mehr Geld weggeht. „Ich kenne mindestens fünf Interessenten, die bieten wollen“, sagt er. Ein zweistelliger Millionenbetrag sei denkbar. Auch Zwangsverwalter Uwe Degen-Gellenbeck meint, dass das Schönwalde-Center mehr als 7,3 Millionen Euro wert sei. „Es ist in jeder Hinsicht ein Sahnestück“, schätzt er ein. Degen-Gellenbecks Bestellung verhindert, dass die Mieten an den Schuldner gehen. Und die fließen regelmäßig. Mit den Einnahmen begleicht Degen-Gellenbeck unter anderem die Betriebskosten und nötige Reparaturen. Über einen festgelegten Verteilungsplan bekommen auch die Gläubiger Geld. Nach OZ-Informationen wird das Insolvenzverfahren von Gläubigerbanken betrieben. Darunter ist die angeschlagene HSH-Nordbank, die 2003 aus der Fusion von Hamburgischer Landesbank und der Landesbank Schleswig-Holstein hervorging.

Nach diesen Informationen steht Ulrich Rothermund, ein Sohn der 2001 verstorbenen Erotik-Unternehmerin Beate Uhse, hinter der Eigentümergesellschaft. Der in der Schweiz und in den USA lebende Mann hat in den letzten Jahren für einiges Aufsehen in der Wirtschaftswelt und den Medien gesorgt. So berichtete beispielsweise die Süddeutsche Zeitung 2014 und 2015 von dubiosen Millionendeals.

Scheinfirmen Rothermunds und seines Geschäftspartners Richard Orthmann sollten den Aktienkurs der Beate Uhse AG künstlich hoch halten, so die Vorwürfe. Beide sind im Immobilien- und Beteiligungsgeschäft aktiv. Orthmann und Rothermund hätten den wichtigsten Kreditgeber, die Sparkasse Flensburg, an den Rand des Ruins gebracht, heißt es. Vom „Klüngel im Küstennebel“ sprach das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

„Die Mischung der Geschäfte stimmt“

Elisenpark, Marktkauf, Möwencenter, Ostseeeinkaufszentrum – auch außerhalb der Innenstadt gibt es viele Möglichkeiten, Geld auszugeben. Demnächst kommen die KAW-Hallen an der Bahnhofstraße hinzu. Größter Anbieter wird Edeka sein.

Ein 2014 von der Firma Cita bei den Planungen zum Bau dieses Einkaufszentrums auf dem Gelände der KAW-Hallen erarbeitetes Gutachten zu dessen Auswirkungen auf den Handel in der Stadt hatte Einbußen fürs Schönwalde-Center vorausgesagt. Von zehn Prozent weniger war die Rede.

Das kann sich Centermanager Ralph Müller nicht vorstellen. „Die Mischung der Geschäfte stimmt“, ist Müller überzeugt. Gegenüber beispielsweise dem Möwencenter oder dem Ostseeeinkaufszentrum habe das in Schönwalde II eindeutige Vorteile. Auch der erfahrene Insolvenzverwalter Uwe Degen-Gellenbeck findet die Mischung im Schönwalde-Center mit Handelseinrichtungen, Sparkasse, Apotheke, Ärzten nahezu ideal. Deutlich besser als beim Einkaufszentrum auf dem Gelände der KAW-Hallen, meint er. eob

Eckhard Oberdörfer

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