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Schweizer will Dompassage kaufen

Greifswald Schweizer will Dompassage kaufen

Stadt begrüßt die Pläne / Umsetzung wegen Verhinderungstaktik der Bank ungewiss

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Die Dompassage in Greifswald.

Quelle: Eckhard Oberdörfer

Greifswald. Bernd von Manteuffel möchte die Dompassage kaufen. Ein Greifswalder Geschäftsfreund habe ihn dazu ermuntert. „Ich möchte der Dompassage neues Leben einhauchen.

Deshalb bin ich auch bei der Stadt vorstellig geworden und habe viel Zuspruch für meine Pläne bekommen“, sagt er.

Manteuffels Architekt Klaus Bremer hat Bausenator Jörg Hochheim (CDU) vorgestellt, was aus der Dompassage werden könnte: Das jetzige Modekaufhaus Jesske vergrößert sich, Kino und Mietwohnungen in den oberen Etagen bleiben. Dazu kommen ein namhaftes Greifswalder Unternehmen, Haushaltswaren sowie ein Restaurant. Der Lebensmittelfrischemarkt könnte ebenfalls erhalten bleiben. Andere Angebote machen laut Investor wenig Sinn, da sie in der Innenstadt bereits vorhanden sind oder auf dem Gelände der einstigen KAW-Hallen neu errichtet werden. Manteuffel hat nicht nur große Umbauten im Inneren, sondern auch Veränderungen an der Außenfassade der Dompassage angekündigt. „Der Eingangsbereich ist viel zu eng und zu dunkel. Da müssen Helligkeit und Weite rein“, findet er.

Eigentümerin der 1997 eingeweihten Dompassage ist die Auricher Wilbers GmbH, die 2010 in Konkurs ging. Der Insolvenzverwalter sitzt in Oldenburg und hätte nichts gegen den Kauf durch den Mann aus Zürich einzuwenden. Dennoch ist ungewiss, ob der 67-Jährige, der einem alten pommerschen Adelsgeschlecht entstammt, seine Kaufabsicht in die Tat umsetzen kann.

Schuld daran ist die Gläubigerbank Hypo Real Estate, die heute Deutsche Pfandbriefbank heißt — eine Staatsbank. Sie betreibt die Zwangsversteigerung, die am 10. Juni im Amtsgericht Greifswald stattfinden soll. Laut Gutachten ist das Einkaufszentrum inklusive Grundstücken 8,5 Millionen Euro wert (die OZ berichtete). Denn zeitgleich zur Versteigerung steht die Dompassage auch zum Verkauf.

Im September 2015 übernahm der Immobiliendienstleister Curator die Vermarktung. Manteuffel hatte den Werdegang der Dompassage immer intensiv über die OSTSEE-ZEITUNG verfolgt. „Am 16. November 2015 habe ich dem Makler schriftlich acht Millionen Euro geboten und vier Tage später auf 8,5 Millionen Euro erhöht“, berichtet er. Er habe eine Finanzierungsbestätigung der Volksbank und einen Kapitalnachweis über drei Millionen Euro Eigenkapital beigefügt. Daraufhin habe ihm der Makler zugesichert, dass derzeit niemand weiter Interesse an der Dompassage habe. „Im Februar erhielt unser Rechtsanwalt plötzlich die Nachricht, dass es ein Bieterverfahren gebe, da weitere Kaufinteressenten vorhanden seien. Einem davon habe man Exklusivität zugesichert. Seitdem verzögert sich das Ganze.“

Laut Bernd von Manteuffel soll es sich bei dem Käufer mit Vorrecht um den Finanzinvestor, Hansa-Retter (siehe OZ Seite 1) und Aufsichtsratsvorsitzenden des Hamburger Wohnungskonzerns TAG, Rolf Elgeti, handeln. Sein Kaufangebot soll bei 7,8 Millionen Euro liegen — deutlich unter dem von Manteuffel. „Ich habe für das Verhalten der Pfandbriefbank nur eine Erklärung: Sie pokert, um einen möglichst hohen Preis zu erzielen“, sagt der Schweizer. Allerdings: Sein Gebot von 8,5 Millionen Euro werde er nicht erhöhen. Wenn der Verkauf nicht vor der Zwangsversteigerung im Juni zustande komme, habe sich für ihn der Kauf der Dompassage erledigt.

Bei der Stadtverwaltung würde man das bedauern. „Die Wiederbelebung der Dompassage ist schon lange ein wichtiges Ziel der Stadt. Leider sind unsere Möglichkeiten für Hilfe beschränkt“, erklärt Hochheim. Entscheidend sei, für den hinteren leerstehenden Bereich einen „Ankermieter“ zu finden. Das Manteuffel-Konzept habe sich schlüssig angehört. „Bisherige Bemühungen von Investoren scheiterten an der fehlenden Verkaufsbereitschaft. Der Erwerb der Immobilie ist aber Voraussetzung, um Investitionen vornehmen zu können“, weiß Hochheim. Ob es Bernd von Manteuffel gelinge, seine Pläne umzusetzen, bleibe abzuwarten.

Manteuffel hat mittlerweile auch mit Hermann Jesske, Geschäftsführer des gleichnamigen Modekaufhauses in der Dompassage, gesprochen. Dieser sagte: „Wir unterstützen jeden seriösen Investor, der die Immobilie tatsächlich kauft, revitalisiert und mit uns neu gestaltet.“ Allerdings müsste das bald geschehen, mit dem Neubau der Einkaufscenter am Bahnhof und am Elisenpark wachse die Konkurrenz.

Von Cornelia Meerkatz

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