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Seltene Geburt auf dem Ziegenhof: Vier auf einen Streich

Sievertshagen Seltene Geburt auf dem Ziegenhof: Vier auf einen Streich

Zwei der Lämmer werden mit der Flasche aufgezogen / Stall bei Grimmen

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Die kleinen und die größeren Ziegen genießen die Sonne und erklettern ihre neue Welt.

Sievertshagen. So ein Gemecker! Gleich vierfach kommt es aus dem Stall von Ziege Meret in Sievertshagen, etwa 15 Kilometer nördwestlich von Grimmen. Am Dienstagabend brachte das Muttertier gleich vier Zicklein auf die Welt, und alle sind putzmunter. Die Mama sieht allerdings noch ein wenig gestresst aus.

OZ-Bild

Zwei der Lämmer werden mit der Flasche aufgezogen / Stall bei Grimmen

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„Gegen 17 Uhr ging es los“, erzählt Margot Stühle, die seit 15 Jahren den Ziegenhof in Sievertshagen betreibt. Zwei Lämmer habe Meret zunächst geboren. „Das ist bei Ziegen normal“, erklärt die Fachfrau. Drillinge oder nur mal ein Lämmchen gebe es auch, aber schon weitaus seltener. Nach den beiden ersten Lämmern kam die Nachgeburt, und Margot Stühle dachte: Das war’s. Doch um 20 Uhr ging es weiter, die nächsten beiden Zicklein meldeten sich an. Drei Jungen und ein Mädchen sind es schließlich geworden.

„Meret blieb die ganze Zeit ruhig“, erzählt Margot Stühle. Sie sei mit ihren sieben Jahren schon eine erfahrene Ziege. Und doch merkt man, dass der Besuch im Ziegenstall und auch das Gewusel ihres Nachwuchses nicht ganz nach ihrem Geschmack sind. „Ziegen haben ja nur zwei Zitzen, weil aber vier Lämmer trinken möchten, hat sie fast keine Ruhe“, erklärt die Ziegenhof-Betreiberin. Deshalb müssten zwei der Lämmchen bald von der Mutter abgesetzt und mit der Flasche weiter aufgezogen werden, zwei dürften bei ihr bleiben. „Selbst wenn die Milch ausreicht, würden die Zitzen von dem enormen Andrang wund werden und sich wahrscheinlich entzünden.“

Vierlinge seien auch in Sievertshagen die Ausnahme, erzählt die 52-Jährige. Solange sie den Hof betreibe, sei das erst einmal vorgekommen. Wie viele Babys es werden, könne eine Landwirtin über das Futter zum Teil steuern. „Um Drillinge oder Vierlinge zu vermeiden, sollte beispielsweise die Weide während der Deckzeit nicht zu fett sein“, erklärt sie.

Sie selbst braucht für ihren Betrieb nicht so viel Nachwuchs. Die Ziegen in Sievertshagen sollen Milch geben, aus dem Margot Stühle in erster Linie Käse herstellt. Deshalb wird nur ein Teil der jährlichen Lämmer zur Nachzucht im eigenen Betrieb benötigt, der andere Teil wird verkauft.

31 Ziegen hält die Landwirtin derzeit und produziert mit ihnen Milch. Fünf davon sind erst im vergangenen Jahr in Sievertshagen geboren worden und haben jetzt zum ersten Mal selbst Nachwuchs.

Knapp 40 Lämmer kamen in dieser Saison seit Anfang Februar schon zur Welt, etwa 20 erwartet Margot Stühle noch. Rund acht Wochen lang bleiben die Lämmer im Normalfall bei ihren Müttern. Margot Stühle erklärt: „Was dann nicht verkauft wird, kommt auf eine gesonderte Lämmerweide.“ Bis dahin gehört die Milch fast ausschließlich den Kleinen. Danach wird sie für den Betrieb gebraucht: „Kurz vor Ostern will ich wieder mit der Käseproduktion beginnen“, sagt sie. Schon jetzt fragten einige Kunden, wie beispielsweise Hotels, nach, wann es losgehe.

Im August soll dann schon wieder die Vorbereitung auf die nächste Lammsaison starten. Die Ziegen beginnen alle drei Wochen zu bocken, der Vater in spe bekommt Arbeit. In diesem Frühjahr werden dafür zwei junge Böcke angeschafft – „der bessere wird für den Nachwuchs 2018 sorgen“, erklärt Margot Stühle. Der Vorgänger habe im vergangenen Herbst seine Arbeit jedenfalls sehr gut gemacht. Fast alle Ziegen seien schon nach drei Tagen tragend gewesen. Auch dann werden die Tiere übrigens weiter gemolken – bis etwa Dezember. Anschließend bereiten sich die Tiere auf das Lammen vor.

Etwa zwei bis vier Liter Milch gibt eine Ziege auf dem Hof in Sievertshagen täglich. „Das hängt auch davon ab, wie sie die Lammzeit überstehen, ob das Futter, das sie jetzt bekommen, von guter Qualität ist“, erklärt die Landwirtin.

Wie die Ziegen und deren Nachwuchs das in diesem Jahr schaffen – davon können sich interessierte Besucher übrigens selbst überzeugen: Ende April plant Margot Stühle eine Saisoneröffnung, zu der sie auf ihren Hof einlädt. Dort kann man natürlich auch wieder viele Ziegenkäsesorten und andere Spezialitäten probieren.

Almut Jaekel

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