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Stadtarchiv ohne Stettiner Kooperation

Greifswald Stadtarchiv ohne Stettiner Kooperation

Polen legen Projekt auf Eis / Pomeraniamittel für Greifswald fallen deshalb flach / Baustart trotzdem 2017 geplant

Greifswald. Der erste Spatenstich für Greifswalds neues Stadtarchiv soll im Herbst 2017 über die Bühne gehen. „Die Entwurfsplanung ist fertig, wir können jetzt beim Land den Fördermittelantrag stellen“, berichtet Baudezernent Jörg Hochheim (CDU). Nach aktuellem Stand soll der Bau An den Wurthen sechs Millionen Euro kosten und 2019 fertiggestellt werden.

 

OZ-Bild

So soll das Stadtarchiv einmal aussehen.

Quelle: Zeichnung: Code Unique Architekten
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Wir sollten nochmal prü- fen, ob wir mit dem Land etwas hin- bekommen.“Peter Multhauf, Linke

Quelle:
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So soll das Stadtarchiv einmal aussehen.

Quelle: Zeichnung: Code Unique Architekten
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Wir sollten nochmal prü- fen, ob wir mit dem Land etwas hin- bekommen.“Peter Multhauf, Linke

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Allerdings hat die Hansestadt ihren Projektpartner Stettin verloren. Die Polen planten ebenso wie Greifswald einen Archivneubau. Perfekt, um gemeinsam bei der Pomerania zusätzliche EU-Mittel einwerben zu können. Für Greifswald ging es um 800000 Euro. Damit sollte die Einrichtung finanziert werden. Doch das fällt nun flach. „Das Projekt wurde von polnischer Seite gestoppt. Über die Gründe können wir nur mutmaßen“, sagt Hochheim. Ganz überraschend sei der Rückzug der Stettiner jedoch nicht. Probleme mit dem Vorhaben hätten sich auf polnischer Seite bereits vor geraumer Zeit abgezeichnet. „Deshalb haben wir ein Sicherheitsnetz eingebaut und entsprechende Haushaltsmittel eingeplant“, so Hochheim. Nach seinen Worten stünden die Chancen gut, das Archiv mit Hilfe einer Städtebauförderung zu finanzieren. Bestenfalls erhalte Greifswald drei Millionen Euro, also die Hälfte der Bausumme.

Angesichts dieser neuen Wendung schlägt Bürgerschaftsmitglied Peter Multhauf (Linke) vor, die Pläne noch einmal zu überdenken. „Ich habe schon vor Jahren dafür plädiert, eine Lösung mit der Uni, dem Land und der Kirche zu schaffen. Ein gemeinsames Archiv bringt viele Synergien mit sich und wäre auch für die Nutzer eine tolle Sache“, sagt er. Sein Favorit, der Standort der alten Feuerwache in der Baderstraße, sei zwar vom Tisch. „Dennoch sollten wir jetzt nochmal prüfen, ob wir nicht zusammen mit dem Land etwas hinbekommen“, fordert Multhauf.

„Das würde uns um Jahre zurückwerfen“, argumentiert Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) dagegen. In der Vergangenheit sei Greifswald für eine gemeinsame Lösung bereit gewesen.

„Doch die anderen nicht“, so der OB. Das Land habe die Hansestadt auch nie offiziell über einen Wegzug des Landesarchivs informiert, betont Fassbinder. Sollte das pommersche Archivgut tatsächlich Greifswald verlassen, sei das sehr bedauerlich.

Anfang Oktober hatte das Kultusministerium mitgeteilt, dass Stralsund dem Land ein entsprechendes Angebot unterbreitet habe (die OZ berichtete). Demnach würde unsere Nachbarstadt im Zusammenhang mit ihrem geplanten Neubau eines Stadtarchivs zusätzliche Magazinflächen für die Landesarchivalien zur Verfügung stellen. Die sind derzeit am Nexöplatz in Greifswald beheimatet. Allerdings ist der alte Kasernenbau ein Problemfall: Undichte Fenster und verschimmelte Akten fordern dringend eine Lösung. Ähnlich wie im Falle des Greifswalder Stadtarchivs in der Arndtstraße 2: Bereits im Januar 2013 wurde der „Schimmelpilzbefall auf Archivalienverpackungen“ erstmals öffentlich. Das Stadtparlament reagierte, setzte einen Archivneubau ganz oben auf die Prioritätenliste. Ein Architektenwettbewerb wurde ausgelobt, den ein Dresdner Büro gewann. Das ging jedoch nicht ohne Hickhack und Verzögerungen ab. Der Sieger hielt sich nicht an Ausschreibungskriterien, musste seine Pläne überarbeiten. Der jüngste Entwurf wurde zuletzt im Bauausschuss der Bürgerschaft vorgestellt und erhielt Zustimmung – grünes Licht für die Genehmigungsplanung.

Deshalb spricht sich CDU-Fraktionsvorsitzender Axel Hochschild jetzt auch dafür aus, die Pläne zu forcieren: „Wir haben mit dem Land jahrelang verhandelt, da kam nie eine gemeinsame Lösung heraus.

Darum sollten wir jetzt keinen weiteren Zeitverzug zulassen“, fordert er.

SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Kerath sieht das ähnlich: „Der Weg bis hierher war steinig. Deshalb dürfen wir das, was wir erreicht haben, nicht gefährden.“ Gleichwohl könne die Stadt immer noch mit dem Land und der Uni reden. „Vielleicht sind ja später auf dem Areal An den Wurthen noch Anbauten möglich“, so Kerath.

Petra Hase

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