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Stahlbrode: Der Hecht mit den grünen Gräten ist da

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Fischer fingen gestern über 1000 Hornfische / Und das erstmals bei Schneefall

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Ralph Krehl (r.) und Silvio Groß gestern beim Auspulen der Hornfische.

Quelle: Reinhard Amler

Stahlbrode. Nein, er könne sich nicht erinnern, Hornfisch schon einmal bei Schneetreiben aus den Netzen gepult zu haben, sagt Fischer Ralph Krehl aus Stahlbrode.

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Fischer fingen gestern über 1000 Hornfische / Und das erstmals bei Schneefall

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Normalerweise komme er erst zum 1. Mai, erklärt der erfahrene Mann. Warum der Hornhecht in diesem Jahr schon über eine Woche früher da sei, wisse er nicht. „Wir können die Fische ja schlecht fragen“, scherzt er.

Auch Bernd Schütze, Chef der noch verbliebenen sechs Stahlbroder Fischer, kann das Phänomen nicht erklären. Er weiß aber, dass der Hornfisch mal früher und mal später kommt. Zehn Tage Differenz seien da eigentlich normal, meint Schütze. Aber auch er kann sich nicht erinnern, den Hornfisch schon einmal bei Schnee gefangen zu haben. Das ist echt ein Novum in Stahlbrode. 2016 geht somit in die Fischereigeschichte ein.

Und es sind sogar gute Fänge, die die Stahlbroder dieser Tage reinbringen. 15 Kisten waren es gestern nach dem Auspulen auf einem der zwei Stahlbroder Kutter. Beide waren von 6 bis 9 Uhr draußen auf dem Wasser. Beim zweiten Kutter zählte die Besatzung zwölf Kisten.

40 Hornfische passen etwa in eine solche Kiste, erklärt Ralph Krehl. Somit waren es gestern über 1000 Hornfische. Neben einigen privaten Händlern, die von Stahlbrode aus beliefert werden, gehen die meisten Fische in den eigenen Verkauf am kleinen Hafen. 80 bis 90 Hornfische werden täglich auch geräuchert. „Sollte der Bedarf größer sein, heizen wir den Ofen gern auch zusätzlich an“, sagt Bernd Schütze. Vor allem am Wochenende rechnet er damit. Denn bereits gestern herrschte in Stahlbrode schon reger Andrang. Offenbar hat es sich zwischen Greifswald und Stralsund bereits herumgesprochen, dass der Fisch mit den grünen Gräten wieder da ist. Bernd Schütze rechnet maximal mit insgesamt drei Wochen Hornfischsaison. Seit dem Wochenende läuft sie. Sie löst somit die Heringssaison ab, in die die Stahlbroder am 12. Februar gestartet waren. „Jetzt ist Hering nur noch Beifang“, sagt Schütze. Die noch gefangenen Mengen reichen gerade, um den eigenen Verkaufsstand täglich beliefern zu können. Insgesamt war die diesjährige Heringssaison nicht so prächtig. „Wir sind auf jeden Fall nicht zufrieden“, bringt es Schütze auf den Punkt.“

30 Tonnen fehlen den Stahlbrodern zum Vorjahr. Das sei schon ein erheblicher Einkommensverlust. Woran das liegt, vermag der Fischereichef nicht zu sagen. Er hofft bloß, dass daraus nicht wieder Schlüsse gezogen werden, die in die Richtung gehen, dass der Hering gefährdet sei und deshalb die Fangquoten wieder gesenkt werden müssen. Für dieses Jahr hätte Schütze nicht nur Quote sondern auch noch Absatz gehabt.

„Aber manche Dinge kann man eben nicht ändern“, sagt er. Ob er mit den guten Hornfischfängen die Einkommensverluste beim Hering wenigstens ein bisschen ausgleichen kann — Schütze weiß es nicht.

Schließlich habe die Hornfischsaison ja erst begonnen. Der Fischer schielt auch schon ein bisschen auf den 1. Mai, denn dann ist der Hecht wieder frei, mit dem sich auch noch Geld verdienen lässt.

Hornfisch und „Arbeiteraal“

Hornhechte sind silbrig, schlank und fallen durch ein schnabelartiges, verlängertes Maul mit nadelartigen Zähnen auf.

Der Fisch wird auch „Maifisch“, „Grünknochen“ oder „Arbeiteraal“ genannt.

Markantestes Merkmal sind die grünen Gräten.

Hornhechte kommen in tropischen, subtropischen und gemäßigten Meeren sowie in Brack- und Süßgewässern vor. Beliebter Laichplatz bei uns ist der Greifswalder Bodden. Allerdings bleiben sie nur maximal drei Wochen.

Der einheimische Hornhecht wird bis zu einem Meter lang und ist ein sehr geschätzter Speisefisch.

Von Reinhard Amler

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