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Stralsund hofft auf Ansiedlung der Erdölfirma CEP

Stralsund Stralsund hofft auf Ansiedlung der Erdölfirma CEP

Das Unternehmen hat seine Förderpläne für Vorpommern im Rathaus vorgestellt. Erste Testbohrungen westlich von Barth sind schon erfolgt.

Stralsund. Die Hansestadt hofft auf eine Ansiedlung des Erdölförderers Central European Petroleum GmbH (CEP). Das wurde am Rande des Wirtschaftsforums im Löwenschen Saal des Rathauses deutlich. Dazu waren auf Einladung von Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) mehr als 160 Vertreter von Unternehmen und Verbänden aus der Region erschienen. Prominentester Gast war Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU).

Der Holländer Jacobus Bouwmann, Executive Vice President bei CEP, hielt einen Vortrag über die Pläne des Unternehmens, in Vorpommern Erdöl zu fördern. Seinen Worten zufolge beginnt bereits in diesen Tagen nach mehreren Probebohrungen bei Saal, westlich von Barth, die Testförderung des begehrten Rohstoffs. „Wir gehen von 215 Millionen Barrel aus, die dort im Boden schlummern“, erklärte er dem staunenden Publikum. Die sechsfache Menge befinde sich unter der Oberfläche entlang der gesamten vorpommerschen Ostseeküste vom Darß bis zur Insel Usedom.

Für den kompletten Bereich hat sich CEP die Rechte gesichert. Allerdings: Die alten, noch aus DDR-Zeiten stammenden und immer noch sprudelnden Ölquellen bei Lütow am Achterwasser und südlich von Reinkenhagen gehören Gaz de France. Das Unternehmen betreibt die Förderstellen nach altem Recht, das heißt: Das Land verdient dabei keinen Cent.

Bouwmann verspricht Schwerin hingegen im Falle einer Förderung bei Saal kräftige Einnahmen. Zehn Prozent des Wertes von dem, was aus dem Bohrloch kommt, stünden per Gesetz dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern zu. Ein Fakt, der bei der Regierung durchaus Begehrlichkeiten wecken dürfte. Allerdings ließen sich nicht alle 215 Millionen Barrel bei Saal an die Oberfläche pumpen. Eine hundertprozentige Ausbeute sei bei keiner Lagerstätte weltweit möglich, betont der Holländer Bouwmann. Er rechnet mit etwa 40 Millionen Barrel innerhalb von 25 Jahren. Das wären bei einem Rohölpreis von 107 Dollar pro Barrel immerhin gut 4,3 Milliarden Dollar — davon könnten also 430 Millionen Dollar oder rund 307 Millionen Euro in die Landeskasse fließen.

Und was hätte Stralsund davon? Bei einer Ansiedlung des derzeit noch in Berlin ansässigen Unternehmens mit 35 Mitarbeitern in der Hansestadt würde die Gewerbesteuer den defizitären Haushalt angesichts der riesigen Umsätze erheblich entlasten. Stralsunds Wirtschaftsförderer Peter Fürst redete im Gespräch mit der OZ auch gar nicht lange um den heißen Brei herum: „Natürlich wünschen wir uns, dass CEP in die Stadt kommt.“ Weiter wollte er sich jedoch nicht in die Karten schauen lassen. In Gesprächen dürfte es aber vor und nach dem Wirtschaftsforum im Rathaus durchaus Annäherungsversuche gegeben haben.

Ob sich die deutsche Tochter des kanadischen Konzerns CEP Ltd. aber tatsächlich am Sund oder überhaupt in Vorpommern niederlässt, ist bisher noch völlig unklar. Bouwmann versicherte zwar, Berlin verlassen zu wollen und sich dort anzusiedeln, wo die Arbeit wartet. Allerdings gibt es auch in der Lausitz recht erhebliche Ölvorkommen, die sich das Unternehmen gesichert hat. Und dort wird man ebenso um die Gunst des vermutlichen Schwarzgold-Esels buhlen.

Unabhängig davon will Central European Petroleum allein für die Förderstätte Saal/Barth in den kommenden 25 Jahren 2,61 Milliarden Euro ausgeben.

 



Jens-Peter Woldt

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