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Streit um Geld für die Wirtschaftsförderung

Stralsund Streit um Geld für die Wirtschaftsförderung

Die Bürgerschaft diskutiert morgen erneut über einen Austritt aus der Wirtschaftsförderung Vorpommern. Die Hansestadt investiert 50 000 pro Jahr in die GmbH

Stralsund. Sinnvoll angelegtes Geld oder zum Fenster hinausgeworfen? Die Stralsunder Bürgerschaft wird morgen erneut über einen Austritt aus der Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern (WFG) diskutieren, in der die Stadt seit mehreren Jahren Mitglied ist. Beitrag pro Jahr: 50000 Euro.

Die Fraktion der Wählergemeinschaft Bürger für Stralsund (BfS) fordert bereits seit Langem den Austritt, um das Geld einzusparen. Vorwurf: Die WFG habe bisher für keine nennenswerte Wirtschaftsansiedlung am Sund gesorgt, begründet das BfS-Bürgerschaftsmitglied Thomas Haack den Vorstoß. In der Vergangenheit hat allein seine Fraktion zweimal von Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) gefordert, den Vertrag zu kündigen. Können die BfS-Abgeordneten die anderen Stadtvertreter diesmal überzeugen, wäre Stralsund ab nächstem Jahr raus aus der Vorpommerschen Wirtschaftsförderung, die sich vor allem als ein Akteur für Standortwerbung versteht.

Zudem sei, so argumentiert Haack, der Landkreis Vorpommern-Rügen ebenfalls Gesellschafter der Wirtschaftsfördergesellschaft. Haack: „Stralsund ist seit der Kreisreform eine kreisangehörige Stadt und profitiert deshalb über den Landkreis von den Leistungen der WFG. Zur Zeit haben wir doppelt finanzierte Strukturen.“

Diese Haltung überzeugt Landrat Ralf Drescher (CDU) nicht: „Durch die Bündelung unserer Kräfte und das Zutun unserer Sparkasse kann die WFG Vorpommern ein Vielfaches von dem leisten, was jeder Einzelne tun könnte. Nur so können wir gemeinsam unseren Standortnachteil wettmachen. Die Region braucht die Hansestadt Stralsund und die Hansestadt Stralsund braucht die Region. Das ist meine feste Überzeugung.“

Hintergrund: Unter allen fünf Gesellschaftern der Wirtschaftsfördergesellschaft unterstützt die Sparkasse Vorpommern die WFG mit Abstand am großzügigsten mit jährlich 250000 Euro. Die Städte Stralsund und Greifswald, wo die WFG ihren Sitz hat, zahlen ebenso wie die Landkreise Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald 50000 Euro im Jahr. Weitere knapp 500 000 Euro bekommt die Fördergesellschaft in der Regel aus Projekten und EU-Programmen. Neun Mitarbeiter sind bei der WFG beschäftigt.

Im Unterschied zu den Landkreisen Vorpommern-Greifswald und der Stadt Greifswald gibt es in den Verwaltungen des Kreises Vorpommern-Rügen und der Hansestadt Stralsund nach wie vor eine eigene kommunale Wirtschaftsförderung. Dies war auch eine zentrale Begründung während der letzten Bürgerschaftsdebatte zu dem Thema vor einem Jahr. Damals hatte der parteilose Stadtvertreter Michael Adomeit betont, dass beispielsweise die zu diesem Zeitpunkt noch geplante Ansiedlung des österreichischen Seilherstellers Teufelberger in Stralsund nicht auf die Bemühungen der WFG, sondern allein auf die Arbeit des städtischen Wirtschaftsförderers Peter Fürst zurückzuführen sei.

Obwohl die hochgelobten Pläne ohnehin längst vom Tisch sind, widerspricht WFG-Geschäftsführer Rolf Kammann der Darstellung Adomeits: „Die mögliche Ansiedlung von Teufelberger haben wir schon zu einem Zeitpunkt begleitet, als noch gar nicht klar war, dass Stralsund der Standort sein könnte.“ Kammann sagt, er habe die BfS-Fraktion schon vor geraumer Zeit eingeladen, „aber die nehmen das Angebot zur Diskussion nicht an“. Standortwerbung könnte nur dann funktionieren, wenn die Kräfte gebündelt werden. „Wir sind für ganz Vorpommern unterwegs – auch für Stralsund.“

Standortwerbung auf Messen und in den Medien

50 000 Euro zahlt jeder

der kommunalen Träger pro Jahr an

die Wirtschaftsfördergesellschaft

Vorpommern (WFG). 250000 Euro gibt die Sparkasse Vorpommern als größter der fünf Gesellschafter jedes Jahr hinzu. Die WFG macht auf Messen und in den Medien Standortwerbung für Vorpommern.

Lediglich für die Region Uecker-Randow gibt es auch nach der Kreisreform weiter eine

eigene Wirtschaftsfördergesellschaft.

Benjamin Fischer

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