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Versteigerung: Dompassage ist 8,5 Millionen Euro wert

Greifswald Versteigerung: Dompassage ist 8,5 Millionen Euro wert

Das Einkaufszentrum soll neuen Besitzer bekommen / Parallel bemüht sich eine Gesellschaft um den Verkauf / Hermann Jesske hält an Idee eines Textilkaufhauses fest

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Wir haben einen Käufer und ein Konzept.“Hermann Jesske, Kaufhauschef

Greifswald. Am 10. Juni soll die Dompassage im Amtsgericht zwangsversteigert werden. Laut Gutachten ist das Einkaufszentrum inklusive Grundstücken 8,5 Millionen Euro wert. Das Objekt, in dem sich unter anderem das Kaufhaus Jesske am Dom, das Cinestar-Kino, eine Tiefgarage und Wohnungen befinden, sei zu etwa 60 Prozent vermietet, heißt es dort. Laut Gesetz muss beim ersten Versteigerungstermin mindestens die Hälfte des Verkehrswerts geboten werden. Die letzte Entscheidung über den Besitzerwechsel hat die Bank, die die Dompassage finanzierte.

Derzeit herrscht gähnende Leere im hinteren Teil des Hauses, während Jesske am Dom vorn erfolreich um Kunden wirbt. Im September 2015 übernahm der Immobiliendienstleister Curator die Vermarktung, das heißt die Dompassage steht parallel zur Versteigerung zum Verkauf. Kommt die Stunde von Hermann Jesske, Geschäftsführer von Jesske am Dom, der sich seit Jahren um eine Revitalisierung bemüht? „Wir haben nach wie vor einen Käufer und ein Konzept“, sagt der „Mister Dompassage“. Den Namen des Investors möchte er derzeit nicht nennen. Jesske am Dom zog 2004 in die Dompassage. Das Kaufhaus gehört zur Braun- Gruppe, die in den letzten Jahren schon viel Geld in die Passage investiert hat.

Die Idee Jesskes ist die Schaffung des größten Textilkaufhauses in Vorpommern. Als Partner eines vergrößerten Jesske am Dom war lange Zeit die Modehauskette C & A im Gespräch. Sie hatte immer wieder ihr Interesse an Greifswald bekundet (die OZ berichtete). Das ist Geschichte. „Es gibt aber Unternehmen, die in der Dompassage mieten wollen“, betont Jesske. Um das Haus zu revitalisieren, müsse das Gebäude entkernt und eine neue innere Struktur geschaffen werden. Damit die Kunden auch in den hinteren Teil gehen, schwebt Jesske ein offenes Kaufhaus vor, so wie es in dem von ihm genutzten vorderen Teil schon der Fall sei. Greifswald brauche in der für den Innenstadthandel durch das Internet zunehmend schwierigeren Zeit große Verkaufsflächen, ist Jesske überzeugt. Stralsund und Neubrandenburg hätten diese und so erhebliche Vorteile im Wettbewerb um Kunden. Allerdings glaubt Jesske nicht, dass er in naher Zukunft zum Zuge kommt.

Denn Gläubigerin sei die Bundesrepublik, die alle Zeit der Welt habe, um womöglich einen besonders hohen Preis zu erzielen. Damit spielt Jesske auf den einzigen Gläubiger an, die Hypo Real Estate (heute Deutsche Pfandbriefbank). Sie wurde 2009 im Zuge der Bankenkrise verstaatlicht. Diese Bank betreibt die Zwangsversteigerung.

Eigentümer der 1997 eingeweihten Dompassage ist die Auricher Wilbers GmbH, die 2010 in Konkurs ging. Der Insolvenzverwalter sitzt in Oldenburg. Wie die OZ von der zuständigen Bearbeiterin erfuhr, sei vor Ende 2017 nicht mit dem Abschluss des Insolvenzverfahrens der Wilbers GmbH zu rechnen. Jesske gibt dem Insolvenzverwalter ein großes Stück Schuld an der Verhinderung von Investitionen. Dieser habe kein Interesse, bekomme auch so sein Geld, meint er. Wegen der Einnahmen durch Mieten sei genug in der Kasse.

Eine positive Nachricht hat Jesske indes. „Der neue Oberbürgermeister Stefan Fassbinder hat schon mehrmals mit mir gesprochen“, so Jesske. „Das ist angenehm.“ Für das Stadtoberhaupt habe die Revitalisierung der Dompassage hohe Priorität. Das kenne er aus der Vergangenheit nicht.

Von Eckhard Oberdörfer

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