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Viel Gründergeist und wenig Livemusik

Greifswald Viel Gründergeist und wenig Livemusik

Beim zweiten Pitchlab mit 30 Besuchern im Biotechnikum stand die Musikbranche im Mittelpunkt

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Axel Jäger führte in die moderne Welt eines Musikers ein.

Quelle: Fotos: Oz

Greifswald. Paul Bratfisch spielt Gitarre, singt ein Lied der Beatles. Nicht für Konzertbesucher, sondern für Jungunternehmer, Studenten, Wissenschaftler und Unternehmensberater. Viele der Gäste unterhalten sich parallel. Aber das soll auch so sein: Beim zweiten Greifswalder Gründertreffen am Dienstagabend im Biotechnikum ging es um neue Kontakte und Netzwerke.

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Beim zweiten Pitchlab mit 30 Besuchern im Biotechnikum stand die Musikbranche im Mittelpunkt

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Die sollen sich die 30 Gäste aufbauen. Eben dafür haben Katja Wolter, Friederike Springhorn und Betty Möbius dieses Pitchlab (übersetzt: Ideenlabor) organisiert. Das Prinzip der Reihe: Drei Redner halten jeweils einen kurzen Vortrag, anschließend wird diskutiert.

Ohne solche Abende wüssten Unternehmensgründer in der Stadt nichts voneinander, meint Betty Möbius. „Das soll sich ändern.“ Am heutigen Abend geht es um die Musikbranche. „Aber wir stellen uns thematisch immer breit auf“, sagt Friederike Springhorn. Deswegen spricht neben dem Greifswalder Musikproduzenten und Discjockey Axel Jäger und dem Gründer der Musikschule Greifmusic, Paul Bratfisch, auch Erik Wussow vom pommerschen Diakonieverein. Sein Job ist es, Menschen mit Behinderung Arbeit zu vermitteln.

Jägers Vortrag bannt die Zuhörer. Er redet schnell, verständlich, führt in die Welt eines modernen Künstlers ein. Seine Konzerte zogen bereits tausende Leute an, seine Videos haben Millionen Klicks.

In den 1990er und frühen 2000er Jahren tauschte er mit Freunden noch Disketten. Heute ist er Discjockey, Musikproduzent und Betreiber einer Website für massentaugliche Elektromusik, und sein Umfeld hat sich radikal verändert.

Die Digitalisierung sorge zwar dafür, dass „jeder sein eigenes Studio kostengünstig auf dem Rechner hat“, sagt Jäger. Doch das Internet ruiniere Einnahmequellen. „Die Musik ist nichts mehr wert.“

Statt um Tonträgerverkäufe gehe es um Werbung auf sozialen Plattformen. Hohe Klickzahlen machen den Künstler sichtbar, so dass er auf Tourneen, Festivals und durch Merchandise Einnahmen erzielen kann. Jäger verdient sein Geld durch Werbung auf der 270000 mal am Tag besuchten Nachrichtenwebsite für elektronische Musik, die er zusammen mit einem Geschäftspartner betreibt, durch Auftritte und als Lehrer. Neben der Musikkarriere hat er auch studiert, heute unterrichtet er Sport und Englisch in Stralsund.

Auch Paul Bratfisch lehrt. Er bringt Kindern Klavier und Gitarre bei und gründete die mobile Musikschule Greifmusic, die mittlerweile in Greifswald, Stralsund, Rostock, Berlin und Kiel Standorte hat.

Wie er als „Punker“ zum Unternehmensgründer werden konnte, erklärt er mit drei Tipps: Groß denken, den Kunden Lösungen anbieten, viele Kontakte pflegen.

Das schreibt Besucher Arne Berg vom Schüler und Studenten Kolleg in Greifswald, direkt in sein Notizbuch. Neben ihm sitzt sein Chef Imre Balazs, Leiter des Kollegs. Das Nachhilfeinstitut will sich im Mai als GmbH neu gründen, mehr Klausurvorbereitungen, Seminare und Hausaufgabenbetreuung anbieten. „Dafür sind die Ratschläge hier hilfreich“, sagt Berg.

Netzwerkabende wie das Pitchlab, das 2015 in Rostock begann, können die Teilnehmer nicht nur inspirieren: Auch konkrete Projekte sind daraus schon entstanden. Claudia Schäfer hat auf einer der ersten Veranstaltungen in Rostock etwa Franka Becker, Mitgründerin des Vereins Lesemöwe, kennengelernt. Seit Februar gibt es den Verein, der Grundschülern das Lesen und Vorlesen durch Patenschaften näherbringen will, auch in Greifswald. „Jetzt rühren wir die Werbetrommel, denn wir brauchen Bücher, Räume und Lesepaten“, sagt Claudia Schäfer.

Die Veranstalterinnen des Greifswalder Pitchlabs hoffen, dass sich auch hier Kooperationen ergeben. „Wir wollen den Unternehmer- und Gründergeist verbreiten“, sagt Springhorn. Das dritte Greifswalder Pitchlab ist schon geplant: Im Juli geht es weiter.

Christopher Gottschalk

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