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Wäschewaschen in Rekordzeit

Züssow Wäschewaschen in Rekordzeit

In der Wäscherei des Pommerschen Diakonievereins zählt nur eins: Qualität / Die Mitarbeiter müssen dafür richtig ran

Züssow. Wer will fleißige Waschfrauen sehn, der muss mal nach Züssow geh’n . . . Das alte Kinderlied hat immer noch Gültigkeit, fleißige Waschfrauen und -männer gibt es trotz modernster Technik immer noch... Und wie ich selbst testen durfte: Die Arbeit ist nicht einfach und verlangt hohen körperlichen Einsatz. In der Wäscherei geht es zu wie im Bienenschwarm und ist zudem noch heiß und feucht. In der zum Pommerschen Diakonieverein gehörenden Wäscherei in Züssow werden täglich drei Tonnen Wäsche gewaschen, ein Großteil davon stammt aus den Heimen des Vereins. „Wir waschen auch für das DRK, Rettungsdienste, Sozialstationen sowie Hotels und Pensionen“, schildert Michael Schneider, Leiter der Wäscherei. Das „Kronprinz“, der „Alte Speicher“, der „Stettiner Hof“ und „Bittners“ gehören dazu. In der Wäscherei arbeiten 31 Mitarbeiter mit Behinderungen, die durch drei Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung betreut werden.

OZ-Bild

In der Wäscherei des Pommerschen Diakonievereins zählt nur eins: Qualität / Die Mitarbeiter müssen dafür richtig ran

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Helferin in der

Wäscherei

des

Pommerschen

Diakonievereins

Serie

Ein Tag als ...

Bergeweise Wäsche

730 Tonnen Wäsche werden pro Jahr in der Wäscherei des Pommerschen Diakonievereins in

Züssow gewaschen. 370 Tonnen

dieser Wäsche stammen aus den

Heimen des Diakonievereins.

38 Minuten dauert es, bis ein Waschgang fertig ist. Da es mehrere Waschtrommeln gibt, fallen alle 3,5 Minuten jeweils 25 Kilo

nasse Wäsche auf ein Sortierband.

Außerdem sind in Züssow 17 Wäschehelfer tätig.

In der Annahme wird die Schmutzwäsche zunächst nach Farben sortiert, dann kommt sie in die großen Trommeln der Waschstraße. 350 Kilo pro Stunde werden dort bearbeitet. Es folgt das Auspressen der Wäsche. „Das ist besser als schleudern, so bekommt man die Sachen gut in Form“, sagt Schneider und zeigt auf ein Band. Im Akkord sortieren dort Dirk Haack (29), Konrad Tiedemann (19) und Dominik Tack (19) die Wäsche in große Behälter – Laken, Bezüge, Handtücher, Oberbekleidung, Unterwäsche. Alle 3,5 Minuten klatschen 25 Kilo frischgewaschene Wäsche auf’s Band. Ich greife beherzt zu, Wäsche ist schließlich nichts Neues für mich als Frau – denke ich. Aber eine Wäscherei ist nicht die heimische Waschmaschine: Mein Arm ist zu kurz, also muss ich in die Wagen zielen... Die Jungs haben inzwischen dreimal so viel Wäsche sortiert und lachen über mein hochrotes Gesicht.

Neuer Versuch: Silvia Zingler zeigt mir, wie im Handumdrehen ein Trockner mit 100 Kilo Wäsche bestückt wird. „Man muss nur das Saugrohr im Wagen richtig platzieren“, sagt sie und los geht’s. Ich komme immer mehr ins Schwitzen. „Alles eine Frage der Gewöhnung“, meint Schneider. Regina Jahnke nickt zustimmend. Im Sekundentakt schiebt sie ein Wäschestück nach dem anderen in die Mangel. Nebenan wird die Berufswäsche aufgehängt und mit Dampf geglättet. René Schröder und Sabine Jahn geben sich große Mühe. Franziska Spaller hat das absolute Händchen dafür. Die 22-Jährige ist blind und ertastet sich sozusagen Hose um Hose, um sie dann auf Bruch aufzuhängen. Mir gelingt das irgendwie nicht so präzise. „Franziska macht niemand etwas vor, die ist unersetzlich“, lobt der Chef. Ein Spezialist ist auch Hannes Habekost, der Mann mit dem Stirnband. Der 23-Jährige bedient den Hosenautomaten: Einspannen, Ausrichten und Dampf. Im Handumdrehen ist die Hose trocken. Bei diesem Tempo sieht jede Hausfrau alt aus . . .

Im Lege- und Sortierbereich arbeitet Editha Siegert. „Es ist anstrengend, aber schön“, beurteilt sie ihre Arbeit. Die Leger haben seit einiger Zeit Unterstützung durch Kollegen wie Stephanie Stein, sodass die Wäsche schneller ausgeliefert werden kann.

Trotz der zahlreichen Beschäftigten mit Behinderung zählt in der Wäscherei des Pommerschen Diakonievereins einzig und allein Qualität. „Wir gehören der ’Gütegemeinschaft sachgemäße Wäsche an, was bedeutet, dass Weißheitsgrad, Faserschädigung und Rückstände regelmäßig überprüft werden“, erläutert der Chef. Vier Mal pro Jahr kommen die Prüfer. Stolz ist Schneider auf das Hygienezeugnis für Krankenhauswäsche, das den hohen Anspruch belegt.

Passiert in Züssow nichts, kein sockenfressendes Trommelungeheuer? Sind immer alle Wäschestücke da? „Auch bei uns verschwindet mal ein Teil“, meint Michael Schneider. Das können Heime und Privatkunden verschmerzen. Was zähle, sei die saubere Wäsche – „und dafür sorgen unsere fleißigen Waschfrauen und -männer“.

Cornelia Meerkatz

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