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Warten auf grünes Licht aus Warschau

Heringsdorf Warten auf grünes Licht aus Warschau

Swinemündes Stadtpräsident Janusz Zmurkiewicz stellte deutschen Unternehmern gestern das Tunnelprojekt vor

Heringsdorf. Aus erster Hand haben sich gestern Mitglieder des vorpommerschen Unternehmerverbandes und deutsche Lokalpolitiker aus der Region über den Stand des polnischen Tunnelprojektes informieren lassen. Stadtpräsident Janusz Zmurkiewicz fasste den aktuellen Ist-Zustand so zusammen: „Es fehlt nur noch das zustimmende grüne Licht der Staatsregierung aus Warschau, dann geht es los mit der Planung und Ausschreibung. Wir haben alle nötigen Vorbereitungen getroffen, die Unterlagen und Dokumente dafür erstellt.“

 

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Die deutsche Seite muss dringend Tempo aufnehmen, damit wir wichtigen Entwicklungen nicht hinterher laufen.“Gerold Jürgens, Präsident des Unternehmerverbandes Vorpommern

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Wir warten nur noch auf grünes Licht aus Warschau, dann geht‘s los mit der Planung und Ausschreibung für den Tunnel.“Janusz Zmurkiewicz, Stadtpräsident von Swinemünde

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Die deutsche Seite muss dringend Tempo aufnehmen, damit wir wichtigen Entwicklungen nicht hinterher laufen.“Gerold Jürgens, Präsident des Unternehmerverbandes Vorpommern

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Demnach planen die polnischen Nachbarn einen 1,4 Kilometer langen Tunnel unter der Swine, der einerseits die Wohnstadt mit dem Industriegebiet verbindet und andererseits (auch deutschen) Touristen die schnellere Erreichbarkeit ihrer Reiseziele in Polen erlaubt. Vorgesehen sind laut Stadtpräsident in jede Richtung zwei Fahrspuren, erhalten bleiben sollen hingegen die Stadtfähren — etwa für Fußgänger und Radfahrer. Die veranschlagten Kosten für den voraussichtlich bis 2021 zu realisierenden Tunnelbau gab der Stadtpräsident mit 135 Millionen Zloty an. Er bejahte auch die Frage nach einer Maut-Gebühr. Es sei veranschlagt, über diese Gebühr später den Unterhalt des Bauwerkes von voraussichtlich 7 Millionen Zloty jährlich zu finanzieren.

Während sich die deutschen Teilnehmer der Tagung des Rates für Technik, Energie und nachhaltige Entwicklung Vorpommerns beeindruckt zeigten vom Tempo, das die Polen ganz offensichtlich vorlegen, wurden intern auch Zweifel geäußert. Sie bezogen sich vor allem auf die bislang womöglich noch völlig ungelöste Finanzierungsfrage. Weder aus Warschau noch aus Brüssel würden Zusagen vorliegen, hieß

es im Anschluss an die Beratung im kleineren Kreis. Lediglich die 15 Prozent Eigenanteil durch die Kommune dürften gestemmt werden. Schließlich ist Swinemünde eine der reichsten Städte ganz Polens.

So verwundert nicht, dass Zmurkiewicz auch die rasche Entwicklung des Hafens avisierte. Er soll bis zum Jahr 2030 so entwickelt, erweitert und ausgebaut werden, dass sich sein jetziger Umschlag von 25 Millionen Tonnen jährlich auf dann 40 Millionen Tonnen erhöht. Die umzuschlagenden Waren sollen vor allem für die Versorgung Westpolens, aber auch von Brandenburg und Sachsen dienen. Grund genug, dass Hotelier Werner Molik besorgt auf die damit einhergehenden Lkw-Verkehrsströme und die Belastung der deutschen Usedomseite aufmerksam machte. Zmurkiewicz wies dies indes als unberechtigt zurück.

Der Straßentransport werde über die auszubauende südliche Schnellstraße S 3 (E 65) abgewickelt und Usedom daher nicht betreffen.

Für Staatssekretärin Ina-Maria Ulbrich aus dem Energieministerium sei es die Gesprächsrunde unbedingt wert, fortgesetzt zu werden. Ihr Haus wünsche sich auch, die Verkehrsprognosen vom polnischen Nachbarn zu erhalten. Schließlich arbeite man derzeit an einer Analyse, die praktische Schlussfolgerungen auf deutscher Seite einschließe.

Dennoch hieß es in Teilnehmerkreisen immer wieder, dass die Landesregierung unbedingt schneller handeln müsse, um in der Grenzregion Schritt zu halten. Staatssekretär Stefan Rudolph: „Wir sind gefordert, der Rat will möglichst schon Anfang Juni über konkretere Schritte beraten.“ Und Verbandschef Gerold Jürgens ergänzte: „Wir diskutieren über bestimmte Projekte wie die Ortsumgehung Wolgast schon 20 Jahre und müssen erstaunt zur Kenntnis nehmen, wie schnell die Polen derweil ihre wichtigen Vorhaben in die Tat umsetzen.“

Von Steffen Adler

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