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Weitenhagen will viel investieren

Weitenhagen will viel investieren

OZ-Interview mit Bürgermeisterin Janina Jeske / Geld für Dörphus und neues Feuerwehrauto

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Das alte Funktionsgebäude am Sportplatz. Es wird durch einen Neubau ersetzt. FOTOS (4): SJ

Sie sind seit zweieinhalb Jahren Bürgermeisterin. Haben Sie Spaß an Ihrem Amt?

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OZ-Interview mit Bürgermeisterin Janina Jeske / Geld für Dörphus und neues Feuerwehrauto

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Janina Jeske: Ja. Es macht Spaß, zusammen mit einer engagierten Gemeindevertretung und zahlreichen aktiven Bürgern unsere Gemeinde mit vielen kleinen und großen Vorhaben zu gestalten!

Was hat erste Priorität?

Wir wollen mit Mitteln des EU-Programms Leader zur Förderung des ländlichen Raums für 135000 Euro den Anbau der alten Schule für unser Dörphus umbauen. Dafür muss eine Wand durchbrochen werden, so dass ein teilbarer Saal entsteht. Der Eingang wird neu gestaltet. Natürlich wird alles behindertengerecht sein. Wir hoffen auf 90 Prozent Förderung.

Werden die Außenanlagen ebenfalls neu gestaltet?

Ja, wir werden für Pflasterarbeiten und Neuanpflanzungen ein anderes EU-Programm nutzen und gehen von 60 Prozent Fördergeld der erforderlichen 117000 Euro aus.

Wer kann das Dörphus nutzen?

Jeder Bürger. Hier finden Veranstaltungen aller Art statt. Sogar Sport ist im alten Turnraum möglich. Hier treffen sich die Senioren, der Kreativclub, verschiedenste Interessengruppen. Auch die Gemeindevertretung tagt im Dörphus. Es soll ein Dorfzentrum sein, das es in dieser Form noch nie in der Gemeinde gab. Für mich ist dieses Projekt Herzenssache.

Und es ist nicht das einzige Projekt in diesem Jahr

Richtig, wir wollen von der L35 in Helmshagen I bis zur Buswendeschleife im Ortsteil Weitenhagen und in zwei Stichstraßen die jetzige Straßenbeleuchtung durch LED-Leuchten ersetzen, um Strom zu sparen und die Straßen besser auszuleuchten. Dann werden wir unsere Investitionen von jährlich 3000 bis 5000 Euro in Feuerlöschteiche fortsetzen. Im vorletzten Jahr war der „An der Schwedenschanze“

an der Reihe, 2016 der in Klein Schönwalde, 2017 ein weiterer. Am meisten freue ich mich aber, dass wir uns für den Ersatz unseres 47 Jahre alten Feuerwehrautos durchringen konnten. Dazu ist ein Förderantrag gestellt. Die Gemeinde muss ein Drittel der nötigen 347000 Euro aufbringen.

Wie sieht es denn mit der Umsetzung des Versprechens von Wirtschaftsminister Harry Glawe für das neue Funktionsgebäude als Ersatz für das jetzige am Sportplatz aus?

Wir stellen das Geld dafür im Haushalt zur Verfügung. Da geht es ja um je ein Drittel, das Gemeinde, Wirtschafts- und auch das für Sport zuständige Innenministerium zur Verfügung stellen.

Das sind eine ganze Menge Investitionen. Weitenhagen steht gut da.

Wir verfügen dank überlegter Haushaltsführung über die nötigen liquiden Mittel. Sicher hilft uns, dass in Weitenhagen relativ viele Bürger mit einem guten Einkommen wohnen und viele Gewerbetreibende ansässig sind. Von der Einkommens- und Gewerbesteuer profitiert auch die Gemeinde, weil sie einen Anteil bekommt. Wir versuchen verstärkt, den noch immer großen Kredit fürs Gewerbegebiet Helmshagen abzutragen, das setzt weitere Mittel frei. Gerade wurden und werden dort weitere Grundstücke an ortsansässige Unternehmer verkauft. Viel ist nicht mehr frei.

In Greifswald ist es schwer, ein Grundstück für ein Einfamilienhaus zu bekommen. Wie ist es in der Gemeinde Weitenhagen?

In meine Sprechstunde kommen regelmäßig Bürger, die Häuser oder Bauplätze suchen. Im Moment muss ich sie vertrösten. Wir wollen in diesem Jahr die Weichen für ein neues Wohngebiet stellen und dann auf Investorensuche dafür gehen.

Das hört sich alles so an, als ob Weitenhagen weiter allein bestehen kann, wenn das Land in seinem Gemeindeleitbildgesetz nicht mindestens 8000 Einwohner für ein Amt fordern würde.

Ja, wir würden gern selbstständig im Amt Landhagen bleiben und hoffen darum sehr, dass Wackerow nicht mit Greifswald fusioniert. Ohne die 1360 Bürger dieser Gemeinde erreichen wir die 8000 Einwohner im Amt nur knapp. Wenn das Amt Landhagen nicht erhalten bleiben kann, dann bevorzugen wir die Verwaltungsgemeinschaft mit Greifswald. Damit würde es weiter eine Gemeindevertretung geben. Die Demokratie bleibt im Ort.

Gibt es einen großen Wunsch für weitere Investitionen?

Ja. Die Fortführung des neuen Radweges entlang der L35 bis zu unserem Ortsteil Grubenhagen und gerne weiter aufs Land hinaus. Bisher gibt es nur einen Waldweg oder die L35, die viel zu gefährlich zum Radfahren ist. Vor zwei Jahren hat das Land MV eine Radwegeanbindung von Greifswald bis Helmshagen I gebaut, letztes Jahr wurden dort noch Bäume gepflanzt. Es ist ein sehr schöner Radweg und unsere Einwohner sind glücklich, dass es diesen gibt, die Fortführung wäre ein großer Gewinn!

Interview: Eckhard Oberdörfer

Die Gemeinde

Knapp 21 Quadratkilometer ist die Gemeinde Weitenhagen groß.

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Grubenhagen, Helmshagen I und II, Klein Schönwalde, Potthagen und Weitenhagen.

Sieben Bebauungspläne wurden seit 1990 beschlossen. Das ermöglichte den Neubau von mehr als 200 Einfamilienhäusern sowie die Erschließung eines 15 ha umfassenden Gewerbegebietes.

Die Einwohnerzahl stieg seit der Wiedervereinigung von rund 650 auf im letzten Jahr über 1600 Bürger an. Größter Ortsteil ist Potthagen vor Weitenhagen.

Bürgermeisterin ist Janina Jeske. Ihre Stellvertreter sind Ursula Eichenauer-Rettig und Jörg Stubbe.

OZ

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