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„Wir brauchen ein neues Hotel, um weiter zu wachsen“

Greifswald „Wir brauchen ein neues Hotel, um weiter zu wachsen“

Stadtmarketing-Chef zieht positive Tourismusbilanz / 2016 gab es 4,5 Prozent mehr Übernachtungen / 2,8 Millionen Tagestouristen

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Begehrte Plätze: Die Mittagssonne lockte gestern viele Besucher in die Greifswalder Innenstadt. Auf dem Marktplatz und am Fischmarkt (Foto) machten die Gastronomen ein gutes Geschäft.

Quelle: Foto: Peter Binder

Greifswald. Mehr Tourismus in Greifswald: 2016 gab es 226000 Übernachtungen. Das ist ein Plus von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegt die Hansestadt beim prozentualen Wachstum vor Stralsund (4,1 Prozent) und Wismar (4,2 Prozent). Doch bei den absoluten Zahlen sind andere Städte Greifswald deutlich voraus. Stralsund kann nach Angaben des Statistischen Landesamtes 505000 Übernachtungen vorweisen. „Die Bettenkapazität ist dort mehr als doppelt so hoch wie in Greifswald“, sagt Maik Wittenbecher, Geschäftsführer der Greifswald Marketing GmbH. „Der Vergleich zeigt, dass wir nicht so stark wachsen wie andere Städte in MV.“ Den Hauptgrund sieht Wittenbecher in der fast erreichten Vollauslastung in den Sommermonaten. „Um weiter zu wachsen, brauchen wir ein weiteres Hotel und saisonverlängernde Angebote.“

Die Auslastung im Jahresdurchschnitt liege deutlich unter 40 Prozent. „Da gibt es Potenzial nach oben“, so Wittenbecher. Trotzdem sei die größte touristische Schwäche ein fehlendes Hotel. Zum gleichen Ergebnis kommt das im November verabschiedete städtische Tourismuskonzept. „Greifswald hat durch die Unimedizin ein großes Potenzial für Kongresse. Die Realität derzeit ist jedoch, dass es oft einen Shuttleservice für die Teilnehmer nach Stralsund und Usedom gibt“, sagt Wittenbecher.

Die Voraussetzungen für die Eröffnung eines zusätzlichen Hotels sind gut. Gleich zwei Investoren wollen in Innenstadtnähe bauen. Einer davon ist Douglas Fernando, der bereits seit vielen Jahren am Museumshafen ein Fünf-Sterne-Hotel mit 200 Betten plant. Das Gebäude mit elf Etagen soll dort errichtet werden, wo derzeit noch der große Marienspeicher steht. Das hat Fernando vor wenigen Wochen erneut bekräftigt. Die Abrissgenehmigung für den Speicher lief bereits 2014 ab, müsste erneut beantragt werden. Wittenbecher ist optimistisch. „Die Chancen waren nie besser als heute. Die Zinsen sind besonders niedrig“, sagt der Chef der Greifswald Marketing GmbH.

Dass die Übernachtungszahlen in Greifswald ohne Zuwachs an touristischen Anbietern gestiegen sind, führt Wittenbecher vorrangig auf den Campingplatz in Eldena zurück, der 2014 eröffnete. „Mit Sicherheit wissen wir das nicht, weil die Übernachtungen statistisch nicht extra aufgeführt werden“, sagt Wittenbecher. „Aber das ist zu vermuten.“ Campingplatzbetreiber Carsten Becker spricht von 12600 Übernachtungen, die er 2016 verzeichnet hat. Wegen eines Grundstücksstreits mit der Stadt hatte Becker jedoch angekündigt, seinen Campingplatz in diesem Jahr nicht wieder zu eröffnen. Auf diesem Wege will er die Stadt dazu zwingen, ihm 8500 Quadratmeter Fläche zu verkaufen, die er bislang pachtet. Der Hauptausschuss der Bürgerschaft hat das bereits abgelehnt. Im Mai soll nun die Bürgerschaft als höchstes Entscheidungsgremium der Stadt darüber befinden. „Wir sehen die unsichere Zukunft des Campingplatzes in Eldena als Risiko für die touristische Entwicklung“, so Wittenbecher.

Sollten die Übernachtungszahlen auf dem Campingplatz tatsächlich wegfallen, sei ein Abwärtstrend kaum vermeidbar.

Nach einer mehrjährigen Durststrecke sind die Übernachtungszahlen 2015 erstmals wieder gestiegen. Diese positive Entwicklung schreibt Wittenbecher vor allem der außenpolitischen Sicherheitslage zu:

„Solange die Lage in Syrien, Ägypten und in der Türkei angespannt bleibt, machen die Leute verstärkt im Inland Urlaub.“

2016 besuchten 2,8 Millionen Tagesgäste die Hansestadt. „Für Tagestouristen sind Shopping und Kultur light die wichtigsten Motivationen für einen Besuch“, sagt Wittenbecher. Zu Kultur light zählen Stadtrundgänge, Sehenswürdigkeiten und maritime Erlebnisse. „Wir haben sehr viele attraktive Einzelhandelsangebote in der Innenstadt“, lobt Wittenbecher. Mit der unmittelbaren Nähe zum Museumshafen mit seinen 50 Traditionsschiffen könne die Hansestadt besonders punkten.

Die Statistik

226278

Übernachtungen verzeichnete die Hansestadt Greifswald 2016. Das entspricht einem Plus von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Etwas rückläufig waren hingegen die Ankünfte in Greifswald. Hier zeigt sich ein leichter Rückgang von 92862 auf 90474 Ankünfte. „In der amtlichen Statistik nicht erfasst werden Tagesgäste von den Inseln Usedom und Rügen, die Ankünfte der Flusskreuzfahrten in Greifswald- Wieck sowie die Besuche von Freunden und Bekannten“, erklärt Janine Starke, Mitarbeiterin der Greifswald Marketing GmbH die Statistik.

Katharina Degrassi

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