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Greifswald Wissenschaftler sollen Botschafter der Uni sein
Vorpommern Greifswald Wissenschaftler sollen Botschafter der Uni sein
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00:05 31.03.2016
Der brasilianische Wissenschaftler Rodrigo de Souzamit (links) forscht seit 2015 über ein Stipendium zeitweise mit Biochemieprofessor Uwe Bornscheuer in Greifswald und ist damit ein potenzieller Botschafter. Quelle: Kilian Dorner/uni Greifswald

Die Ernst-Moritz- Arndt-Universität setzt bis 2020 Schwerpunkte in der Internationalisierung. Dabei spielen englischsprachige Lehrveranstaltungen, eine englischsprachige Internetpräsenz als Tor zur Hochschule eine wichtige Rolle. Alle Formulare soll es künftig auch in dieser Weltsprache geben.

Damit will Greifswald Studenten aus aller Welt anziehen. Laut einem Strategie- und Maßnahmepapier ist eine generelle Umstellung auf englischsprachige Lehre am ehesten in den Natur- und Lebenswissenschaften sinnvoll. Dabei sei die Nachfrage aus dem Ausland in den Masterstudiengängen generell höher, heißt es.

Ganz konkret sieht die Hochschulleitung die Prüfung folgender Maßnahmen vor: Umstellung ausgewählter Studiengänge in der Biologie auf Englisch, ein internationales/binationales Studienprogramm in den Geistes- und Kulturwissenschaften, englischsprachige Pflichtveranstaltungen in dafür naheliegenden Studiengängen und Ausbau von Winter- und Sommerschulen. „Es gibt schon hoffnungsvolle Ansätze“, sagte Prorektor Micha Werner bei der Vorstellung des Papiers im Senat. Dazu gehöre der „Ostseemaster“, ein Studiengang der an der Philosophischen Fakultät vorbereitet wird. Er soll die vorhandene Expertise der Institute, die sich mit dem Ostseeraum befassen, in einem Studiengang bündeln. Werner regte die Einsetzung von Internationalisierungsbeauftragten an den Fakultäten an. Diese könnten einen Beirat bilden.

Die aktuell fünf Forschungsschwerpunkte „werden als ,Internationalisierungskerne‘ begriffen“, heißt es im Strategie- und Maßnahmepapier. „Mit ihren Forschungsschwerpunkten unterstreicht die Universität Greifswald im internationalen Wettbewerb um Studierende und Wissenschaftler/innen ihre Stärken und betont zugleich ihren Status als Forschungsuniversität.“

Diese Schwerpunkte sind Proteomics und Proteintechnologie in der Infektionsbiologie, Umweltmikrobiologie und Biotechnologie, Community Medicine und Individualisierte Medizin, Plasmaphysik und Kulturen des Ostseeraumes sowie Enviromental Change — Responses and Adaption (Umweltveränderungen — Antworten und Anpassung). Der Forschungsschwerpunkt Kulturen des Ostseeraums definiere durch „seine Thematik unmittelbar die Zielregion für eine intensivierte Internationalisierung, die sich aus der geographischen Lage der Universität Greifswald und ihrer Geschichte ergibt“.

In den fünf Bereichen gebe es bereits sehr gute internationale Beziehungen. Wie es in den Leitlinien heißt, böten die Forschungseinrichtungen außerhalb der Uni wie beispielsweise das Leibnizinstitut für Plasmaforschung und Technologie oder das Friedrich-Loeffler-Institut auf dem Riems weitere gute Chancen für eine verstärkte Internationalisierung. Die in der Forschung aktiven Wissenschaftler sollen Botschafter der Ernst-Moritz-Arndt-Universität sein. Laut Maßnahmepapier werden sie für diese Rolle mit ansprechendem Informationsmaterial ausgestattet. Als zweite wichtige Gruppe der Botschafter für Greifswald sieht das Rektorat die Gastwissenschaftler an, die nach Vorpommern kommen.

Dabei will die Hochschule nicht allein auf Englisch setzen, sondern sich an den unterschiedlichen Fachkulturen orientieren. Das Fremdsprachen- und Medienzentrum konzentriert sich laut Papier kurz- und mittelfristig auf Englisch, Spanisch und Französisch. Für den studentischen Senator Hannes Nehls ist das zu wenig. Er wünscht sich auch Arabisch sowie Polnisch. „Da gibt es unglaublich viel Potenzial“, glaubt er.

Gremien- und Verwaltungssprache soll Deutsch bleiben. Auch das blieb auf der Senatssitzung nicht unwidersprochen.

Das Konzept

Das Strategie- und Maßnahmepapier greift Anregungen und Empfehlungen einer Beratergruppe auf, die diese im September vergangenen Jahres nach einer Untersuchung des derzeitigen Standes der Internationalisierung vorlegte. Eine Projektgruppe hat diese Arbeiten begleitet.

Zu den fünf Maßnahmefeldern mit höchster Priorität gehören die Intensivierung des Austauschs in der Forschung, in Studium und Lehre, die Erhöhung der Sichtbarkeit im Netzt, die Sprachenpolitik sowie die Strukturentwicklung (Klärung von Zuständigkeiten, Abläufen und Monitoring)

Von Eckhard Oberdörfer

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