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Wo lasse ich mein Kind betreuen? Eltern haben die Qual der Wahl

Greifswald Wo lasse ich mein Kind betreuen? Eltern haben die Qual der Wahl

Die OZ stellt in einer Serie die Kitas aller Träger in der Hansestadt Greifswald vor. Das erleichtert die Entscheidung.

Greifswald. Familienzuwachs – welch’ eine Freude! Doch kaum sind die Kinder zur Welt gekommen, müssen sich Eltern entscheiden, in welcher Tagesstätte sie nach dem Ende der Elternzeit den Nachwuchs betreuen lassen möchten. Denn Plätze sind rar, Wartelisten lang. 29 Kindertagesstätten verschiedener Träger gibt es in der Hansestadt. Dutzende kommen im Umland noch dazu.

 

OZ-Bild

„In Greifswald gibt es momentan keine freien Krippen- und Kindergarten-plätze.“ Doreen Rapphahn, Sachgebietsleiterin

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Was für eine Auswahl

187 Kinderbetreuungseinrichtungen mit rund 15400 Plätzen gibt es im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Sie werden von 87 Trägern betrieben.

29 Kitas stehen in der Hansestadt zur Auswahl, in den Ämtern Landhagen, Lubmin, Züssow, Tutow-Jarmen und Peenetal-Loitz sind es insgesamt 32 Einrichtungen.

92 Prozent betrug die Auslastung der Einrichtungen in den vergangenen drei Jahren.

Die OSTSEE-ZEITUNG möchte Eltern bei der wichtigen Entscheidung helfen und stellt in den kommenden Wochen alle Greifswalder Kitas vor: Was ist das Besondere jeder Einrichtung, wie viele Mädchen und Jungen werden von wie viel Personal betreut? Wie sind die Öffnungszeiten, gibt es eine Randzeitenbetreuung, woher kommt das Essen? Wie ist die bauliche Beschaffenheit der Kita und – ganz wichtig – wie hoch sind die Platzkosten? Diese und viele weitere Fragen wollen wir beantworten.

Das größte Problem für Eltern, die einen Kitaplatz für ihren Nachwuchs suchen, sind die ausgereizten Kapazitäten. Seit Jahren kann der Landkreis eine Steigerung der Kinderzahlen in den Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege verzeichnen. So hat sich die Zahl von 2012 bis 2016 von 14420 Kinder auf 15249 Kinder erhöht. „Weder in Greifswald noch im Umland der Hansestadt, in den Amtsbereichen Landhagen und Lubmin, gibt es momentan freie Krippen- und Kindergartenplätze“, macht Doreen Rapphahn, Sachgebietsleiterin Kindertagesförderung beim Landkreis Vorpommern-Greifswald, deutlich.

Anmeldung am besten übers Kita-Portal

Sie rät Eltern, sich für einen Betreuungsplatz über das Kita-Portal des Kreises anzumelden. Dazu sind Name und Geburtsdatum des Kindes vonnöten. „So werden Mehrfachanmeldungen vermieden“, sagt Rapphahn. Allerdings arbeiten nicht alle Einrichtungen mit dem Kitaportal. Viele Eltern suchen die Kita ihrer Wahl lieber persönlich auf (manche noch während der Schwangerschaft), in der Hoffnung, so schnell einen Platz zu erhalten. „Ein Trugschluss“, so Rapphahn. Es bleibt die Warteliste, vor allem für Krippenkinder.

Um mehr Kapazitäten zu schaffen, ist der Landkreis mit den Trägern von Kindertageseinrichtungen und mit der Stadt Greifswald im Gespräch. Es geht um Neubauten oder um Sanierungen mit Erweiterungsmöglichkeiten. In der Hansestadt betrifft das den Neubau der Kitas „Samuil Marschak“ in Schönwalde II und „Zwergenland“ im Ostseeviertel Ryckseite (die OZ berichtete). Schritt für Schritt saniert werden sollen die Kitas „Lütt Matten“ und „Rudolf Petershagen“ in der Innenstadt.

Erstes Kriterium ist immer die Wohnortnähe

Achim Lerm, Leiter des Greifswalder Eigenbetriebes „Hanse-Kinder“, findet die Idee, alle Kitas in der Stadt vorzustellen, prima. Eltern würden nach seinen Worten drei Kriterien haben, nach denen sie auswählen: Erstens die Wohnortnähe, zweitens die Größe des Grundstücks/Hofes und drittens die Konzeption/das besondere pädagogische Profil. „Es muss passen. Deshalb führen wir mit allen Eltern Aufnahmegespräche durch. So werden gleich von Anfang an falsche Vorstellungen vermieden“, macht Lerm deutlich. Er freut sich, dass in dieser Woche der Neubau der Marschak-Kita mit 153 Plätzen europaweit ausgeschrieben wird. „Es ist ein Ersatzneubau, der dringend benötigt wird“, betont er.

Auch Sergio Achilles, Geschäftsführer des Institutes Leben und Lernen (ILL), das in Greifswald zwei Kitas und zwei Horte betreibt, ist mit seinen Mitarbeitern bemüht, weitere Kapazitäten zu schaffen.

So soll auf dem Schulhof der Weinert- Grundschule in Schönwalde II mit dem Neubau eines Hortes für 110 Kinder auch eine neue Kita für 64 Mädchen und Jungen entstehen. Kosten: 2,35 Millionen Euro.

„Wir müssen dringend handeln, denn es werden wieder mehr Kinder geboren. Und das ist doch eine sehr gute Nachricht“, meint Achilles.

Positiv ist auch, dass der Landkreis vom Land knapp 1,5 Millionen Euro zusätzliche Mittel für die Verbesserung der Kindertagesbetreuung erhält. Die Mittel stammen aus dem nicht verbrauchten Betreuungsgeld des Bundes. Die Hälfte des Geldes, knapp 750000 Euro, wird vom Kreis direkt an die Gemeinden weitergeleitet. „Der Landkreis und die politischen Gremien entscheiden selbst, wohin die Mittel fließen. Bedingung ist nur, dass sie dem Kitabereich zu Gute kommen. Auch pädagogische Qualifizierungsmaßnahmen sowie Investitionen in Ausstattungen oder Räume sind möglich“, sagte Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) gestern. Sozialdezernent Dirk Scheer (parteilos) betonte, dass die Gelder zweckentsprechend bei den Kommunen eingesetzt und in den nächsten Tagen verteilt würden.

So viele Kitas, so viele Angebote: In dieser Woche starten wir die Entdeckungsreise und beginnen – wie könnte es anders sein – in der Kita „Kleine Entdecker“.

Die Kitas in der Hansestadt Greifswald und ihre Träger

Kommunale Einrichtungen der Hansestadt Greifswald:

Lilo Herrmann, Friedrich Wolf, Regenbogen, Samuil Marschak, A. S. Makarenko, Zwergenland, Lütt Matten, Kleine Entdecker, Rudolf Petershagen, Weg ins Leben, Inselkrabben.

Aktion Sonnenschein: Montessori-Kinderhaus DRK-Kreisverband OVP:

Alexander Puschkin Kreisdiakonische Kita gGmbH:

Arche Noah, Christuskirche, Feuersteinchen Evangelische Kirchengemeinde St. Marien: St. Marien Evangelische Domgemeinde St. Nikolai:

St. Nikolai Katholische Probsteigemeinde St. Joseph: St. Joseph

Kinderladen Greifswald e. V.:

Kinderladen Initiative zur Förderung der Waldorfpädagogik Greifswald e. V.: Waldorfkita Am Rosengarten e. V.: Am Rosengarten.

BFG gGmbH: Käpt’n Sprechdachs.

Institut Lernen und Leben e. V.: 7 Raben, Hundertwelten.

private Kitas: Unternehmungsgeister, Weidenbaum

Studentenwerk Greifswald: Campuskinder Volkssolidarität Kreisverband OVP: UniKita

Cornelia Meerkatz

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