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Wolgaster Krankenhaus-Chef will Vertrauen zurückgewinnen

Wolgast Wolgaster Krankenhaus-Chef will Vertrauen zurückgewinnen

Geschäftsführer bilanziert für Januar deutlich bessere Belegungszahlen / Staatsanwaltschaft bestätigt Ermittlungen / Klinik startet Image-Kampagne im April

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Das Wolgaster Kreiskrankenhaus aus der Luft. Für die geplanten Umstrukturierungen wird man aber nicht umhinkommen, weitere Baumaßnahmen vorzunehmen.

Quelle: Tilo Wallrodt

Wolgast. Das Krankenhaus an der Chausseestraße will dringend wieder zurück in die Erfolgsspur. Zwar ohne die geschlossenen Stationen Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Kinderheilkunde, aber mit nahezu komplett besetzten Planstellen, freundlicher und fachkompetenter Arbeit sowie neuen Entwicklungsperspektiven. Die Patientenbelegungszahlen für Januar (und wahrscheinlich auch Februar) sprechen dafür, dass die Aussichten dafür gut stehen.

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Geschäftsführer bilanziert für Januar deutlich bessere Belegungszahlen / Staatsanwaltschaft bestätigt Ermittlungen / Klinik startet Image-Kampagne im April

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Laut Geschäftsführer Frank Acker verkörperte bereits der Jahresabschluss 2015 eine deutliche Konsolidierung im Vergleich zum Jahr davor, doch „liegen wir jetzt in allen erhaltenen Abteilungen des Hauses bereits zwischen 80 und 87 Prozent in der Bettenbelegung.“ Besonders in der Inneren deute die Tendenz klar auf Wachstum. Für strategisch bedeutsam hält Acker außerdem, dass es — wie vorgesehen — in Sachen Geriatrie zügig vorangeht. Das betreffe sowohl die Entwicklung einer kompletten Station (mit 32 Betten) unter der Leitung von Professor Rainer Neubart als auch die erst noch zu etablierende geriatrische Tagesklinik. Für letztere liege inzwischen der Bescheid vom Sozialministerium vor, so dass im Sommer mit 15 geriatrischen Plätzen als Tagesbetten gestartet werden kann.

„Schon im Vorfeld dafür haben wir die Kommunikation mit niedergelassenen Ärzten intensiviert“, berichtet Acker. Ab April soll im 2. Obergeschoss, unterhalb der geriatrischen Station, gebaut werden;

Fördermittel dafür werden umgewidmet. Da es landesweit bereits drei solche, gut funktionierende Tageskliniken gebe, sieht der Geschäftsführer intakte Chancen, die nötigen Pflegesätze mit den Kassen auszuhandeln.

„Über den sogenannten Strukturfonds beantragen wir außerdem Mittel für vier Projekte: Erstens sogenannte Schließungskosten zu bekommen; zweitens die Notaufnahme durch einen Neubau zu erweitern;

drittens eine Palliativstation mit zwölf Betten einzurichten und schließlich viertens die alte Notaufnahme so umzubauen, dass die Neuansiedlung von Praxen möglich wird.“ Insgesamt gehe es dabei um rund elf Millionen Euro.

Was die in die Kritik (nicht nur der Bürgerinitiative/BI) geratene Versorgung von Kindern als Notfallpatienten angeht, so verhandelt das Kreiskrankenhaus mit der Kassenärztlichen Vereinigung über die Einrichtung einer Anlaufpraxis; eine solche ausschließlich für Kinder werde es aber nicht geben.

Die BI setzt derweil ihre öffentlichen Proteste gegen die Strukturveränderungen fort; und zwar im April und Mai mit Mahnwachen auf der Insel und in Wolgast, wo es zu Pfingsten auch erneut eine Großdemonstration geben soll. „Wir geben nicht klein bei“, sagt die ehemalige Kinderärztin Dr. Brigitte Würfel. Sie wartet zudem auf eine Reaktion der Stralsunder Staatsanwaltschaft auf den zwölf Punkte umfassenden Brief von Anfang März. Darin waren der Klinik-Geschäftsführung zahlreiche Vorwürfe gemacht worden, etwa der Verdacht des Betruges, der Verwendung falscher Zahlen und weiterer möglicher Straftaten zur Gefährdung von Leben und Gesundheit (die OZ berichtete).

Auf Nachfrage teilte Oberstaatsanwalt Martin Cloppenburg gestern mit, dass das Anschreiben in allen seinen Punkten derzeit noch einer Prüfung unterliege. Ob sich daran Ermittlungen anschließen würden, sei momentan noch nicht abzusehen. Die BI habe noch weiteres Material nachgeliefert, so dass die Sache etwas mehr Zeit benötige. „Am Ende soll ja eine belastbare und exakte Entscheidung stehen“, so Cloppenburg.

Das Kreiskrankenhaus bereitet derweil eine groß angelegte Imagekampagne vor, „mit der wir verloren gegangenes Vertrauen zurück erobern wollen“, beschreibt Acker das Ansinnen. Geplant sind ab 1. April einen Monat lang Großflächen- und Plakatwerbung in der Region, Radiospots und Anzeigen in Tageszeitungen. Ziel sei es, der Bevölkerung zu demonstrieren, dass der Klinikstandort Wolgast zukunftssicher ist und für moderne Therapien steht.

Von Steffen Adler

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