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Greifswald Wolgaster Sportler leisten Sozialarbeit
Vorpommern Greifswald Wolgaster Sportler leisten Sozialarbeit
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13:12 27.11.2018
Trainer Jürgen Moderhak vom Wiking Boxteam Wolgast zeigt Maurice (10/l.) und Assadullah (12) beim Training die richtige Stellung beim Kampf. Quelle: Ronald Krumbholz
Wolgast

Zwei Tage vor Weihnachten ist in Wolgast frühzeitig Bescherung für Boxfreunde und Sportliebhaber: Erstmals seit vielen Jahren wird es in der Stadt wieder einen großen Boxkampfabend geben. Der Verein Wiking Winner Boxteam OVP mit seinem Vorsitzenden Winfried Spiering (Promotor aus Berlin) machen es möglich. Die Veranstaltung am 22. Dezember ist eine Mischung aus Profi- und Amateurkämpfen, wobei der Greifswalder Dennis Lewandowski und Stralsunder Danny Witzke als Lokalmatadore die Zugpferde sind. Austragungsort ist die frisch aufpolierte Trainings- und Wettkampfstätte am Lustwall. Im Moment wird die ehemalige Kaufhalle vor allem von ehrenamtlichen Helfern auf Hochglanz gebracht, damit zum Event 400 Sitzplätze zur Verfügung stehen. Der Ring für die Kämpfer wurde in diesen Tagen bereits aufgestellt.

„Die Großveranstaltung ist als Auftaktveranstaltung anzusehen, um unseren Bekanntheitsgrad in dieser Region zu erhöhen“, sagt Winfried Spiering, der zusammen mit seiner Frau Donna in Wolgast ein nachahmenswertes Projekt ins Leben rief. „Kinder und Jugendliche von der Straße holen und ihnen Perspektiven geben“, war das Ziel der beiden, als sie die frühere Kaufhalle „Mitte“ kauften. Das war bereits 2013. Doch Ausbau der Straße Lustwall und andere Hindernisse verhinderten eine frühere Eröffnung der Sportstätte. Seit dem 1. Oktober läuft nun das Projekt Freizeitsport für junge Menschen. Inzwischen können Cheftrainer Jürgen Moderhak (65) und sein Partner Ricardo Pautsch (42) mehr als 30 Schüler und Jugendliche zu den Trainingszeiten begrüßen. Derzeit können die jungen Sportler von Montag bis Donnerstag täglich von 16 bis 18 Uhr oder von 18 bis 19.30 Uhr zum Training in die Halle kommen. „Der Zulauf ist enorm“, freut sich Jürgen Moderhak, „denn bei uns lief alles durch Mund-zu-Mund-Propaganda.“

Spiering: „Wir sind ein gemeinnütziger Verein und haben nur Ehrenamtliche.“ Ziel sei es, jungen Menschen ein sinnvolles Freizeitangebot zu bieten. In der frisch renovierten Halle ist das gewährleistet. Die Trainingsstätte wurde mit Boxhandschuhen in allen Größen, Sandsäcken und unzähligen Trainingsgeräten ausgestattet. „Hier findet jeder der kommt von uns Anleitung, um die Sportart des Boxens auch richtig zu beherrschen“, sagt Jürgen Moderhak, selbst langjähriger Trainer und aktiver Boxer bei Lokomotive Greifswald.

Allerdings ist für jungen Menschen das Sportangebot nur die eine Seite. Sie finden bei den Trainern auch offene Ohren für Probleme in Familie oder Schule. „Soziale Aufgaben gehören neben der Förderung der Boxtalente zum Alltag unserer Trainingseinheiten“, so Pautsch. Tatsächlich sind in der Halle am Lustwall nicht nur Übungsbereiche im Kraftsport angesagt, Betreuung der Kinder und Problembewältigung gehört mit zu den Aufgaben der Trainer. „Ein Stück sind wir sogar Pädagogen“, lacht Moderhak und denkt dabei auch an Elterngespräche die ständig geführt werden. Besonders „zappelige“ Kinder haben am Lustwall die Möglichkeit, sich unter Anleitung einzuordnen.

Die Kinder und Jugendlichen selbst sind froh, dass es in Wolgast nun die Möglichkeit zur Abwechslung gibt. Assadullah, Maurice, Roman oder Dustin sind Kinder mit Migrationshintergrund. Ihnen bietet die Sportbetätigung gute Chancen der Integration. „Da haben wir keine Probleme“, sagt Moderhak. Das Verhältnis zu unseren deutschen Kindern sei völlig normal. „Sport verbindet und setzt keine Grenzen.“

Neben der sozialen Komponente möchte Spiering, der personell in seinem Boxstall besonders vom Greifswalder Box- und Freizeitclub unterstützt wird, auch jungen Talenten die Chance bieten, einmal ins große Boxgeschäft einzusteigen. Er ist der Meinung, dass gerade in der Küstenregion viel bisher unentdecktes Kapital brach liegt. „Unsere Trainer in Wolgast sind die richtigen Typen, die Talente herausbringen können.“

Rainer L. Hein

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