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Greifswald Wolgaster hilft bei Gemeindefusionen
Vorpommern Greifswald Wolgaster hilft bei Gemeindefusionen
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00:00 14.02.2017

Am 31. August hat Jürgen Schönwandt (64) im Wolgaster Rathaus seinen letzten Arbeitstag. Der stellvertretende Bürgermeister und Leiter des hiesigen Fachbereiches Zentrale Dienste will sich jedoch nicht gänzlich ins Privatleben zurückziehen. Vielmehr, so berichtet er, will er im Auftrag des Landes als Koordinator in Sachen Gemeindefusionen aktiv bleiben. Dabei handele es sich um eine ehrenamtliche Tätigkeit, die honoriert werde und beim Kreis angesiedelt sei.

„Das Land Mecklenburg-Vorpommern war bei seinem Start 1990 sehr kleingliedrig aufgestellt“, so Schönwandt. „Es gab damals 1118 kreisangehörige Gemeinden, 31 Landkreise und sechs Stadtkreise.“

Inzwischen habe sich, parallel zur starken Abwanderung, die Zahl der Gemeinden durch Verschmelzungen auf etwa 750 reduziert. Und diese Entwicklung werde sich weiter fortsetzen.

Finanziell seien kleine Gemeinden zunehmend nicht mehr in der Lage, ihre Aufgaben zu erfüllen und die nötige Infrastruktur aufzubieten. „In den Dörfern wird es zum Beispiel immer schwieriger, Feuerwehren auch tagsüber einsatzbereit vorzuhalten“, erklärt Schönwandt. Schulen erforderten heutzutage technische Standards, die kleine Kommunen finanziell überfordern würden.

Auch auf Ämterebene werde, der zunehmenden Digitalisierung folgend, der Strukturwandel hin zu größeren Einheiten weitergehen. „Ich kann mir zum Beispiel den Altkreis Wolgast als ein Amt vorstellen, das mit weniger Verwaltungsmitarbeitern pro 1000 Einwohner auskommt, als die bestehenden Ämter, ohne dass sich deshalb der Service für die Bürger verringern würde“, so Schönwandt weiter. In den im Januar dieses Jahres eingerichteten Koordinierungsstellen der sechs Landkreise in MV bestehe also in den kommenden Jahren kein Mangel an Arbeit.

Er selbst bringe Erfahrungen mit auf diesem Gebiet. Schönwandt erinnert an die Bildung des Amtes Am Peenestrom mit Sitz in Wolgast, an das Ausscheiden der Gemeinden Kröslin und Groß Ernsthof und die Zugänge Lassan, Pulow und Buggenhagen und an personelle Veränderungen, die auch die Hartz-IV-Gesetzgebung mit sich brachte. „Ich denke, es ist spannend, weiter daran mitzuarbeiten und sich einzubringen.“ Die 2012 erfolgte Eingemeindung von Hohendorf und Buddenhagen in die Stadt Wolgast sei seiner Meinung nach für alle Beteiligten von Vorteil gewesen. „Ohne diesen Schritt hätten einige Einrichtungen keine Zukunft gehabt“, so Schönwandt. Dass er aktiv bleibe, habe noch einen anderen Grund: „Meine Frau ist noch berufstätig. Warum sollte ich da selber nicht auch noch etwas tun.“ Tom Schröter

OZ

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