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Greifswald Wolgaster wollen Glockenguss für St. Petri live miterleben
Vorpommern Greifswald Wolgaster wollen Glockenguss für St. Petri live miterleben
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00:01 21.10.2016
Ulrich Kober vom Wolgaster Kirchenbüro inmitten der vier Glocken, die vor vier Jahren aus Kassel eintrafen. Zusammen mit dem ergänzenden fünften Exemplar soll das Geläut die alten Stahlglocken von St. Petri ersetzen. Quelle: Tom Schröter

Einem Glockenguss für die örtliche Kirche hautnah beizuwohnen, dieses seltene Erlebnis wollen sich mehrere Wolgaster nicht entgehen lassen. Die Glockengießerei Bachert in Karlsruhe bietet die Möglichkeit. Hier lässt die Kirchengemeinde St. Petri eine 1800 Kilogramm schwere bronzene Glocke fertigen, die das künftige neue Geläut der einstigen Hofkirche der Herzöge von Pommern-Wolgast komplettieren soll.

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Die Kirchengemeinde plant eine Fahrt nach Karlsruhe, um die Herstellung des fünften und größten Klangkörpers zu verfolgen / Das neue Geläut ist dann komplett

Eigentlich sollte der Abguss am 4. November erfolgen. „Aber der Glockengießer hat kurzfristig mitgeteilt, dass die Gussform noch nicht ausreichend trocken ist.

Deshalb wird die Glocke erst voraussichtlich am 11. November gegossen“, berichtet Ulrich Kober aus dem Kirchenbüro. Nun müssen der geplante dreitägige Ausflug nach Karlsruhe umorganisiert und die 16 Teilnehmer, die sich bisher angemeldet haben, auf den neuen Termin vertröstet werden. „Wer mitfahren möchte, kann sich gern noch anschließen“, meint Kober. Gefahren werde mit Kleinbus und Pkw.

Ist der Abguss erfolgreich über die Bühne gebracht und die Glocke mit dem Ton „d“ und dem Namen „Dank“ fix und fertig bearbeitet, soll sie in der Adventszeit nach Wolgast gebracht werden. Hier warten im Eingangsbereich von St. Petri ihre vier „Schwestern“ bereits seit geraumer Zeit auf ihren Einbau. Die Bronzeglocken mit den Namen „Glaube“, „Hoffnung“, „Liebe“ und „Lob“ und den Tönen „f“, „g“, „a“ und „b“ stammen aus der Petrus-Gemeinde in Kassel und trafen im November 2012 in Wolgast ein. Seither sammelt die Kirchengemeinde Geld, um die mit dem Austausch des Geläuts verbundenen Arbeiten, die geschätzte 60000 Euro kosten, finanzieren zu können.

Seit dem Jahr 1963 versehen im Kirchturm von St. Petri drei von der Glockengießer-Dynastie Schilling in Apolda gefertigte Stahlgussglocken ihren Dienst. Diese lösten jene Glocke ab, die im Zuge des Zweiten Weltkrieges nicht zum Einschmelzen hergegeben werden musste. „Die Stahlglocken waren für den Turm von Anfang an zu groß, so dass der Glockenstuhl nicht frei hängt, sondern aus Platzgründen mit dem Mauerwerk verbunden werden musste“, erläutert Ulrich Kober. Die beim Läuten erzeugten Schwingungen hätten zu Rissen im Mauerwerk beigetragen, die inzwischen zwar beseitigt worden seien.

„Aber“, so mahnt Kober, „die Schäden werden wiederkommen, wenn wir das Stahlgussgeläut behalten.“

Auch Ulrich Kober will es sich nicht nehmen lassen, in Karlsruhe dem Abguss der neuen Glocke beizuwohnen. „So etwas sieht man nur ein Mal im Leben – da live dabei zu sein, das hat schon was“, meint der 62-Jährige. Dass der Abguss freitags um 15 Uhr erfolge, sei kein Zufall: „Das ist doch die Todesstunde Jesu.“

Kontakt: ☎ 03836/202269

Fünfte Glocke soll den Namen „Dank“ tragen

1800 Kilogramm wird die fünfte Glocke des neuen Geläuts der Wolgaster St. Petri-Kirche wiegen. Der Durchmesser der Glocke, die den Namen „Dank“ tragen soll und im Ton „d“ erklingt, misst 1,42 Meter. Sie wäre somit die größte und schwerste Glocke innerhalb des dann kompletten fünfstimmigen Geläuts.

Die übrigen vier Glocken mit den Namen „Glaube“, „Hoffnung“, „Liebe“ und „Lob“ läuten in den Tönen „f“, „g“, „a“ und „b“. Sie trafen bereits im Jahr 2012 ein und stammen von der Petrus-Gemeinde in Kassel.

Seit dem Jahr 1963 verfügt St. Petri über ein aus drei Stahlgussglocken bestehendes Geläut. Diese Klangkörper wurden in der Glockengießerwerkstatt Schilling in Apolda hergestellt.

Tom Schröter

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