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Greifswald Wunder von Rügen: Vermisste Katze in Jena wiedergefunden
Vorpommern Greifswald Wunder von Rügen: Vermisste Katze in Jena wiedergefunden
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00:01 09.05.2016

Bergen. Fridolin hat es sich auf der Couch gemütlich gemacht. Ganz eng kuschelt sich die Katzendame mit dem männlichen Kosenamen an ihren zweibeinigen Freund Stanley, der ihr sanft den Bauch krault, was sie bei geschlossenen Augen genießt. Beide sind entspannt und glücklich, wie sie es seit jenem Tag im September nicht mehr waren, als Fridolin spurlos verschwand. Jetzt tauchte sie wieder auf — in einer Tierarztpraxis im thüringischen Jena.

Auf der Couch im heimischen Bergen lässt sich Fridolin von Stanley Mamerow kraulen. Quelle: Maik Trettin

Der Chip ist nur reiskorngroß und befindet sich meistens auf der linken Körper- seite.“Heike Stock, Leiterin der Tiernotstation Tilzow

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„Es ist unfassbar, wir konnten es gar nicht glauben.“ Stanleys Oma Barbara Mamerow, der Fridolin gehört, hält die Geschichte noch immer für einen Traum — für einen, der letztlich gut ausging.

Monatelang hatte die gesamte Familie um das Leben der zierlichen Katze gebangt und befürchtet, sie für immer verloren zu haben. „Als meine Tochter dann vor ein paar Tagen wieder mit ihr in der Tür stand, haben wir vor Freude erst einmal alle geheult.“ Den vermissten Vierbeiner hatte Stanleys Mutter Monic Mamerow extra aus Jena abgeholt.

Wie es Fridolin wohl ergangen ist?

Wie die Katze dorthin kam, ist nach wie vor unklar. Die Familie war in den Urlaub gefahren, Fridolin wurde von einer tierlieben Verwandten Barbara Mamerows versorgt, als die Katze im September spurlos verschwand. „Sie traute sich gar nicht, uns das zu sagen, machte sich Vorwürfe“, erinnert sich die Bergenerin. Die ganze Familie ging auf die Suche, verteilte Zettel und startete über die OSTSEE-ZEITUNG einen Suchaufruf — vergebens. Auch im Tierheim war Fridolin nicht abgegeben worden. Dort war die Katze ein Jahr zuvor gelandet. Auch damals stand die Familie Ängste wegen des Tiers aus, das seinerzeit jemand für einen Streuner gehalten und in die Tiernotstation nach Tilzow gebracht hatte. Als Fridolin diesmal verschwand, schalteten die Mamerows auch das Haustierzentralregister Tasso ein. Die Daten und Besitzeradressen der Tiere, denen ein nummerierter Chip implantiert wurde, können dort hinterlegt werden.

Im Falle Fridolins hat das System funktioniert. Vor wenigen Tagen riefen Mitarbeiter der Tierschutzorganisation bei Barbara Mamerow an: Fridolin sei gefunden worden und am Leben! „Wir waren alle völlig aus dem Häuschen“, erzählt die Bergenerin aufgekratzt. Von der Organisation bekamen die Rüganer die Nummer einer Tierarztpraxis in Jena. Dort wollte nach Aussagen der Mitarbeiter ein junges Pärchen die Katze sterilisieren und chippen lassen. Dabei bemerkte der Tierarzt den bereits vorhandenen Chip und informierte das Haustierregister, das die ursprünglichen Halter auf der Insel ausfindig machte.

Wie die Katze nach Thüringen gelangte, darüber kann nur spekuliert werden. „Irgendjemand muss sie ja mitgenommen haben“, sagt Barbara Mamerow. Die Thüringer, bei denen ihre Tochter das Tier nach einigen Diskussionen abholte, erklärten, sie von der Schwester übernommen zu haben, die sie wiederum von einer Arzthelferin bekommen haben soll. Mit konkreten Adressen oder Telefonnummern wollten die Neu-Besitzer aber auch nicht herausrücken, sagen die Mamerows.

Touris nehmen Tiere mit — unbemerkt

So etwas wie ihnen passiert Katzenhaltern immer wieder mal, sagt Heike Stock. Die Leiterin der Tilzower Tiernotstation kann sich an einige Fälle erinnern, in denen Urlauber Katzen mitgenommen haben — manchmal auch unwissentlich. „Es gibt Tiere, die ganz unbemerkt ins Auto springen und sich dann auch lange nicht regen.“ Und es gibt ab und zu auch so glückliche Fügungen wie im Falle von Fridolin.

Heike Stock erzählt von einer Rassekatze, die vor einiger Zeit in Samtens vermisst wurde. „Vermutlich ist sie einfach weggelaufen.“ Nach anderthalb Jahren landete sie als Fundtier in der Tiernotstation.

Hier werden alle Neuankömmlinge auf das Vorhandensein eines Chips kontrolliert. Das dafür notwendige Spezialgerät liegt in der Tiernotstation bereit. „Der Chip ist nur reiskorngroß und befindet sich meistens auf der linken Körperseite in Schulterhöhe.“ Alle Tiere, die im Auftrag des Tierschutzvereins Rügen/Hiddensee kastriert und alle, die durch die Tiernotstation vermittelt werden, bekommen einen solchen Chip. „Aus Datenschutzgründen melden wir als Verein das nicht an das Haustierregister“, sagt Heike Stock. Privaten Tierhaltern, die ihren Liebling im Falle eines Verlusts wiederfinden wollen, rät sie eindeutig zu der Registrierung.

Fridolin hat sie geholfen, die geliebte Familie wiederzufinden. Die hatte sich in der Zwischenzeit keine neue Katze zugelegt. Irgendwie, sagt Barbara Mamerow, habe sie doch immer daran geglaubt, dass sie Fridolin eines Tages wiedersehen würden. „Sie kam rein, war erst etwas unsicher und hat sich dann sofort wieder zuhause gefühlt“, erzählt die Tierhalterin gerührt. Die Familie sei mit Fridolin wieder komplett. „Jetzt ist es wieder so wie früher“, sagt sie und strahlt voller Glück.

Von Maik Trettin

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