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Greifswald Zarte Streicher und donnerndes Blech
Vorpommern Greifswald Zarte Streicher und donnerndes Blech
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00:00 17.06.2016

Wo anfangen, wo aufhören, wenn es um sieben Veranstaltungen an nur einem Tag geht und die tägliche Qual der Wahl ansteht? Letztere auf „Baltisches“ zu fokussieren, scheint geboten, zumal es an markanten Beiträgen zum Thema dieser Bachwoche nicht mangelte. Freundlich entspannt etwa der Nachmittag im Landesmuseum, der – unter anderem – mit Kanons, Fugen und dem c-Moll-Streichquartett des als malender und komponierender Mystiker bekannten Litauers Ciurlionis hörenswerte Sichten auf die handwerklich meisterliche Traditionsbindung und -bewältigung eines Frühvollendeten ermöglichte. Der Beifall galt dem quartetto baltico für ein makelloses Musizieren.

Wenig später präsentierte Jochen A. Modeß mit dem Vokalensemble Greifvokal, einem Solistenquartett, zwei Solisten und fünf Instrumentalisten Arvo Pärts „Johannes-Passion“. Pärts Musik ist der Gegenentwurf zur Ausdruckskunst. Sie kennt kaum Affekte, keine Dynamik und keine erkennbaren Beziehungen zum vertonten Wort. Sie ist von mönchischer Kargheit und Strenge, meidet Melos, bewegt sich vorwiegend „neutral“ intervallisch und lebt vom Wiederholen formelhafter Sentenzen. Vielseitigkeit würde ihn verwirren, sagt Pärt, er suche „das Eine“, die Stille, gegründet auf der Reduktion musikalischen Materials auf das Notwendigste: den Einzelton, den Akkord, die ritualisierte Repetition. Letztere gilt ihm als d a s Mittel zu inhaltlicher Verinnerlichung. Nun muss der Hörer entscheiden, ob ihm der von Pärt empfohlene Lernprozess hin zu neuem Hören genügt. Am engagierten, kompetenten „Lehrangebot“ hat es im Dom übrigens nicht gefehlt!

45 Minuten später konnte das Gegenteil von Zurückhaltung erlebt werden. In St. Jacobi gab sich das Ensemble Brasscussion mit elf Blechbläsern und vier Schlagwerkern die Ehre. Besonders interessant dabei: das Konzert für Pauken (Elina Endzele) und Schlagwerk des Letten Peteris Vasks als schönes Beispiel für den dezidiert künstlerisch ambitionierten Umgang mit vielfältigstem Schlagwerk. Für die sich anschließende, mit allen Klangraffinessen zwischen Wagnerformat, Tschingdarassabum und emphatischem Hobbit-Glück arbeitende Sinfonie „The Lord of the Rings“ (Johan de Maij) galten ästhetisch andere Maßstäbe; geblasen aber wurde grandios.

Ekkehard Ochs

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