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Zauberschön und märchenhaft: So klingt der Norden

Greifswald Zauberschön und märchenhaft: So klingt der Norden

Klassik, Soul, Jazz und Fotos von wilder Natur und chaotischer Großstadt: Greifswalder Kulturfestival feiert fulminante Eröffnung

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Das „Schwedische Konzert“ des Philharmonischen Orchesters Vorpommern hatte es in sich. FOTOS (4): JULIANE VOIGT

Greifswald. Der Nordische Klang ist eröffnet! Joachim Schiedermair, Leiter des größten skandinavischen Kulturfestivals außerhalb Skandinaviens, hatte die geladenen Gäste im Theater am Freitagabend leichtfüßig durch das Programm geführt und dem schwedischen Botschafter Per Thöresson die magischen Eröffnungsworte überlassen: „Der Nordische Klang ist ein absolutes Muss für alle Förderer der Kultur der nordischen Länder in Deutschland“, fand er.

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Klassik, Soul, Jazz und Fotos von wilder Natur und chaotischer Großstadt: Greifswalder Kulturfestival feiert fulminante Eröffnung

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Pässe ausverkauft

Nach den ersten Veranstaltungen hat der Kartenvorverkauf angezogen. Der Veranstalter des Nordischen klangs empfiehlt, sich im online über www.mvticket.de

Karten zu sichern. Festivalpässe sind bereits ausverkauft.

Das Festival steht in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft der schwedischen Kulturministerin Alice Bah Kuhnke. Zwar kam sie nicht zu Eröffnungsfeier, dafür aber Delegationen und Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft aus allen nordischen Ländern. So auch der Bürgermeister der Greifswalder Partnerstadt Hamar in Norwegen, Knut Fangberget, der im Theaterfoyer stolz auf die Sängerin Lisa Nybrott zeigte. „Sie kommt aus unserer Stadt!“ Die Reise nach Greifswald nutzte er zudem für einen Besuch bei Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne).

Bis es in den späten Abendstunden weinselig wurde und die warmen Soulklänge der norwegischen Sängerin in die Nacht wehten, hatte das Publikum schon einen ersten kulturellen Leckerbissen intus. Denn das „Schwedische Konzert“ des Philharmonischen Orchesters Vorpommern hatte es in sich. Nach den zauberschönen „Schwedischen Tänzen“ von Max Bruch präsentierte Golo Berg, Generalmusikdirektor am Theater Vorpommern, ein Klarinettenkonzert von Benjamin Staern, auch einem Schweden. Es war aber, als würde sich auf der Bühne die Erde auftun. „Worried Souls“, wie es heißt, beunruhigte Seelen, ist Staerns Antwort auf eine menschenfeindliche, industrialisierte Welt. Und da schienen sich Seelen getroffen zu haben, denn das Orchester, die Solistin Karin Dornbusch und Benjamin Staern höchstselbst, der aus Malmö herübergekommen war, wurden frenetisch vom Publikum gefeiert. Staern hatte schon vom schwedischen König einen Preis für diese Komposition bekommen. Und nach einer dann wieder fast märchenhaften schwedischen Rhapsodie von Hugo Alfven spielte das Orchester mit den Jazzern des Cennet-Jönsson-Quartetts die „Scanian Suite“.

Im oberen Foyer eröffnete Harry Liivrand, bis vor Kurzem noch der estnische Kulturattaché in Berlin, die Ausstellung von Arne Maaslik. Der estnische Fotograf hat mit seinen Fotos einen Dialog zwischen wilder Natur und chaotischer Großstadt inszeniert. Das war schon unglaublich viel an diesem Abend und verblüffend, wie das alles ineinander überging und zusammenpasste.

Nicht nur die großen und kleinen Kulturschätze der Nordländer schwappen über die Ostsee hier an Land. Auch Fragen und Antworten zu Politik und Gesellschaft sind Teil dieses Festivals. So sprach der Bürgermeister der Greifswalder Partnerstadt Lund in Schweden, Lennard Prytz, am Sonnabend im Rathaus über Demokratie in Zeiten von Populismus und Eliten. Die Steuern der Bürger seien Grundlage der Politik. Da sollte man auch auf die Stimmen hören. Er forderte mehr Bürgerforen und erzählte von den funktionierenden Jugendparlamenten in Schweden. Denn zu oft lenkten die Eliten die Politik. In Lund hat ein Bürger-Antrag ab 100 Stimmen politische Relevanz.

Noch bis zum Ende der Woche wird es in Greifswald Musik und viel Kunst und Kultur geben. Außergewöhnliche Konzerte, Ausstellungen, Vorträge über Grönland und Finnland und die Faröer-Inseln, Autoren-Lesungen in vielen Orten der Stadt. Um Comics geht es zum Beispiel heute im Koeppenhaus in der Bahnhofstraße. Auch für Kinder gibt es Programmpunkte. Am Sonnabend liest zum Beispiel die preisgekrönte Autorin Eva Pengilsdóttir aus ihrem Buch „Nala – Ein Rittermädchen“ im St. Spiritus in der Langen Straße. Einen Zuhörer bringt die Isländerin schon selbst mit. Ihren Ehemann, Martin Eyjólfsson, den isländischen Botschafter. Greifswald klingt gerade ganz schön nordisch.

Juliane Voigt

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