Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Zeitgeschichtler widmet sich pommerscher Historie

Greifswald Zeitgeschichtler widmet sich pommerscher Historie

Gunter Dehnert bereitet als neuer Mann im Pommerschen Landesmuseum den neuen Ausstellungsteil der Landeskunde mit vor / Morgen gibt es schon mal Einblicke

Greifswald. Die Regale im Depot sind gut gefüllt. Alte Dokumente, Wappen, Fahnen, Kleidungsstücke und viele andere Objekte warten nur darauf, endlich Teil der landeskundlichen Ausstellung im Pommerschen Landesmuseum zu werden. Doch noch gibt es keinen Eröffnungstermin für den dritten und somit letzten Abschnitt, der den Zeitraum von 1914 bis zur Gegenwart widerspiegeln soll. Zwar stünden die Mitarbeiter des Hauses in den Startlöchern, versichert Museumsdirektor Uwe Schröder. „Allein es fehlt die Förderzusage der Pomerania.“ Mit deren Unterstützung sollen die letzten Arbeiten finanziert werden.

 

OZ-Bild

Neues Gesicht im Pommerschen Landesmuseum: Der Historiker Gunter Dehnert mit dem Modell des Stettiner Tors aus Pyritz. Es stammt aus der Heimatstube, die 1968 in Korbach eingerichtet wurde.

Quelle: Peter Binder

Beteiligt ist daran neben dem Historiker Heiko Wartenberg seit neuestem auch Gunter Dehnert. Der 35-Jährige füllt seit Januar jene Lücke, die sein Vorgänger Stefan Fassbinder riss, als er im vorigen Jahr das Amt des Oberbürgermeisters im Greifswalder Rathaus antrat. Für Dehnert eine glückliche Fügung. „Als Zeitgeschichtler habe ich mich bislang mit osteuropäischer und speziell mit polnischer Geschichte beschäftigt“, erzählt der gebürtige Sachse, der in Bayern aufwuchs. In jüngster Vergangenheit widmete er sich am Deutschen Historischen Museum in Berlin insbesondere den Themen Flucht, Vertreibung und Versöhnung. Eine gleichnamige Bundesstiftung wurde 2008 gegründet und hat zum Ziel, die Erinnerung an jene Zeit wachzuhalten, das Geschehene in den historischen Kontext einzubetten und weiter zu erforschen.

Sensible Themen also, die auch in der Greifswalder Ausstellung einen Widerhall finden. Denn neben der Vorkriegs- und Kriegsgeschichte soll auch die Zeit nach 1945 auf den rund 400 Quadratmetern breiten Raum einnehmen. Ungewöhnlich, da die meisten Landesmuseen mit ihrer Darstellung 1945 enden. Noch ungewöhnlicher, da die pommersche Geschichte nicht nur das Land diesseits, sondern auch jenseits der Oder betrifft. Es geht also um Vorpommern in der DDR, wie auch um Hinterpommern in Polen. Und es geht um Pommerngeschichte, die sich in Westdeutschland vor 1989 abspielte. Dort habe es „das Phänomen der Heimatstuben“ gegeben, berichtet Gunter Dehnert. Menschen, die sich nach Flucht und Vertreibung fern der Heimat ansiedelten, versuchten mit diesen Räumen, die Erinnerung wachzuhalten, alte Freunde zu treffen oder vermisste Familienangehörige zu suchen. „Eine spannende Sache“, findet Gunter Dehnert, der sich jüngst mit der Geschichte der Pyritzer Heimatstube auseinandersetzte. Nicht von ungefähr. Denn die Bestände der 1968 im hessischen Korbach gegründeten Heimatstube gelangten nach deren Auflösung 2010 ins Pommersche Landesmuseum. Über Pyritz, das südlich von Stettin liegt, wie auch über die verschiedenen Funktionen von Heimatstuben plaudert Dehnert übrigens morgen in der Reihe „Feierabendgeschichte(n)“.

Das Interesse, diesen geschichtlichen Aspekt zu professionalisieren, sei groß. „Die Erlebnisgeneration drängt darauf“, sagt der Historiker, zumal es immer weniger Menschen gebe, die noch über Flucht und Vertreibung berichten können. Doch auch die Forschung habe sich längst auf den Weg gemacht, Heimatstuben genauer unter die Lupe zu nehmen.

Landeskunde

2005 wurde im Pommerschen Landesmuseum der erste Teil der landeskundlichen Ausstellung eröffnet. Er thematisiert den Zeitraum von der Eiszeit bis ins 17. Jahrhundert.

2010 folgte der zweite Abschnitt von der Schwedenzeit bis zur Entstehung der Kaiserbäder.

Der dritte und letzte Teil der Landeskunde sollte ursprünglich 2015 eröffnet werden. Doch mehrere Umstände führten zu einer Verzögerung. So fehlt noch immer die Förderzusage von der Pomerania, um die Ausstellung fertigzustellen. Auch der Weggang des Historikers Stefan Fassbinder, der jetzt als Oberbürgermeister im Rathaus regiert, brachte die Arbeiten ins Stocken. Eine sofortige Nachbesetzung seiner Stelle war aufgrund der Einsprüche zur OB-Wahl 2015 nicht möglich (die OZ berichtete).

Einblicke in den Teil III der Landeskundlichen Ausstellung gewährt der Historiker Gunter Dehnert morgen in der Reihe „Feierabendgeschichte“. Dabei geht es unter anderem um die Pyritzer Heimatstube. Beginn: 16 Uhr.

Von Petra Hase

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Greifswald
Verlagshaus Greifswald

Johann-Sebastian-Bach-Str. 32
17489 Greifswald

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
10.00 bis 17.00 Uhr
Freitag
10.00 bis 15.30

Leiterin Lokalredaktion: Katharina Degrassi
Telefon: 0 38 34 / 79 36 74
E-Mail: greifswald@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Themenseite Wendelstein 7-X In der Fusionsanlage des Max-Planck-Instituts in Greifswald wird erforscht, ob sich die Kernfusion zur Energiegewinnung eignet. Hier finden Sie Artikel, Videos und viele weitere Informationen zum Thema.
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.