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Greifswald Zoff mit Sellering in Wolgast
Vorpommern Greifswald Zoff mit Sellering in Wolgast
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00:00 24.04.2017

Das hatten sich die Sozialdemokraten der Region anders vorgestellt: Während Ministerpräsident Erwin Sellering in der Wolgaster Altstadt am Sonnabend ein neues Bürgerbüro der SPD einweihte und reichlich gute Absichten für mehr Bürgernähe formulierte, gab es vor dem Haus lautstarke Proteste von Bürgern gegen die Politik der von ihm geführten Landesregierung. Im Mittelpunkt des Protests stand die Schließung von Stationen der Wolgaster Klinik. Der Frust der Demonstranten galt aber auch „einer Landespolitik, die Wolgast in der Vergangenheit ausbluten“ lassen habe.

Rund zwei Dutzend Wolgaster waren einem privaten Aufruf, für unüberhörbaren Protest zu sorgen, gefolgt. Ministerpräsident und Landes-SPD-Chef Erwin Sellering stellte sich den Kritikern. Er verwies auf seine Kontakte zur örtlichen Bürgerinitiative pro Kreiskrankenhaus. Er teile die Hoffnung vieler, dass der zuständige Minister Harry Glawe (CDU) die Lösung zur medizinischen Versorgung der Kinder am Standort Wolgast hinbekomme. Nähere Auskünfte zum Stand der Verhandlungen und zu Möglichkeiten, weitergehende Forderungen der Protestierer zu erfüllen, vermochte er aber nicht zu geben.

Die emotional stark erregten Demonstranten wurden laut und widersprachen mehreren Statements Sellerings, der darufhin sichtlich entnervt den Ort des Dialogs verließ. „So verhält man sich als Ministerpräsident nicht“, schüttelte Sonja Böhland (50) daraufhin den Kopf. Die Frau aus Mahlzow kritisierte, dass die Landesregierung viel zu lange brauche, um auf die berechtigten Forderungen der Bürger von Wolgast und von der Insel Usedom einzugehen. „Und ohne die AfD hätten sie gar nicht reagiert“, meinte Böhland. Für die Rentnerin trägt die Koalitionsregierung ein großes Stück Verantwortung für das Landtagswahlergebnis vom Herbst, als ein AfD-Mann hier das Direktmandat gewann. Durch ihre Politik verödeten ländliche Regionen zunehmend, unterstellte Böhland Sellering und seinem Kabinett. Für sie als Vermieterin sei dadurch Schaden entstanden, „denn unsere Region gilt nun als rechtsextrem“.

Im neuen SPD-Büro herrschte hingegen so etwas wie Aufbruchstimmung. Mitglieder und Sympathisanten beklatschten viele Gäste und die von Bürochef Falko Beitz geäußerte Absicht, in Wolgast politisch Flagge zu zeigen und zugleich wieder etwas Leben in die kriselnde Altstadt einziehen zu lassen. Man wolle sich vom Büro aus wieder stärker um die Belange der Menschen kümmern, kleine Ausstellungen organisieren und politische Gesprächsrunden anbieten. Möglich geworden sei das Büro auch, weil sechs Landtagsabgeordnete es (finanziell) mittragen. Demnächst soll hier auch kostenfreies WLAN über Freifunk garantiert werden.

Zu den Gästen der Einweihung zählte auch Wolgasts Bürgermeister Stefan Weigler (parteilos). Dass er Beitz eine Karte der Stadt schenkte, in der die verlustig gegangenen Einrichtungen, wie Finanzamt und Amtsgericht, eingezeichnet waren, spricht Bände.

Steffen Adler

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