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Zoff um Sanierung der Lutherstraße

Greifswald Zoff um Sanierung der Lutherstraße

Für Kritik sorgt der Plan, das historische Natursteinpflaster nicht freizulegen – und die „Extrawurst“ für Behinderte

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Greifswald. Dass die Lutherstraße in der Innenstadt ab Juli saniert werden soll – gut und schön, findet man in der Ortsteilvertretung Innenstadt. Aber warum wird dabei nicht das historische Natursteinpflaster freigelegt, so wie schon auf Höhe des Doms? Zumindest Gamal Khalil (Bürgerliste) wünscht sich das. „Das wäre auch für den Tourismus wichtig“, meint er.

Bisher ist die Freilegung nicht geplant, im Gegenteil: Ab Juli will die Stadt die Lutherstraße, die von der Bahnhofstraße bis zur Bummelmeile führt, in zwei Etappen für rund 1,12 Millionen Euro grundlegend sanieren lassen (die OZ berichtete). Unter anderem sollen neue Leitungen verlegt, neue Bürgersteige gebaut werden. Das Natursteinpflaster, das unter aufgeplatzten Asphaltstellen hervorguckt, soll dabei verschwinden, eine glatte Fahrbahn entstehen. „Die Untere Denkmalschutzbehörde hatte sich zwar das Natursteinpflaster gewünscht“, sagt Bauamtsleiter Thilo Kaiser. Problem: Der Autolärm läge dann trotz Tempo 30 „über dem zulässigen Wert“.

Auch in anderer Hinsicht will die Stadt die Bedürfnisse der Anwohner berücksichtigen: Das Pommersche Diakoniewerk, das in der Alten Sternwarte an der Ecke zur Domstraße häufig Menschen mit Behinderung empfängt, soll einen Halteplatz auf der Straße bekommen, um Rollstuhlfahrer mit dem Auto absetzen zu können. Gamal Khalil und Nikolaus Kramer (AfD) kritisierten das als „Extrawurst“.

Ärzte in der Innenstadt bekämen auch keinen Parkplatz für gehbehinderte Patienten. „Wir müssen alle gleich behandeln.“

Ein dritter Kritikpunkt aus Khalils Mund: dass die Breite der Bürgersteige nicht bleiben soll wie bisher. Im 2016 neu beschlossenen Rahmenplan stehe, dass die Stadt bei Sanierungen das „Fassaden- und Straßenbild wahren“ wolle. Für die Lutherstraße sei es typisch, dass sie zum Teil nur auf einer Seite einen Bürgersteig habe. Thilo Kaiser und Grit Hanke vom Tiefbauamt der Stadt hielten gegen:

„Bisher ist es stellenweise gefährlich für Anwohner, aus ihrem Haus zu treten, weil sie sofort auf der Fahrbahn stehen.“ Auch für Eltern mit Kinderwagen und für Rollstuhlfahrer sein ein mindestens 1,20 Meter breiter Bürgersteig wichtig. Platz genug gebe es. Man müsse die Fahrbahn zwar stellenweise auf 3,50 Meter verengen, bei einer Einbahnstraße sei das aber kein Problem. Sybille Marx

OZ

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