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Zu viel Rotwild in den Revieren

Wolgast/Usedom Zu viel Rotwild in den Revieren

Zu drei großen Drückjagden lädt das Forstamt Neu Pudagla im November und Dezember ein

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Unter Fichten im herbstlichen Wald. Viele „Grünröcke“ rüsten jetzt zu den Drückjagden auf und rund um Usedom.

Wolgast/Usedom. Traditionell beginnt mit dem Hubertustag am 3. November die Zeit der Gesellschaftsjagden. So auch auf der Insel Usedom und dem angrenzenden Festland. „Eine Jagd am 3. November wird es bei uns in diesem Jahr aber nicht geben“, sagt Sylvia Schulz vom Forstamt in Neu Pudagla. Zwei große Drückjagden mit Gastjägern seien Ende November geplant und eine Anfang Dezember. Auch eine revierübergreifende Drückjagd, an der nur Forstmitarbeiter und Jäger aus den Nachbarrevieren teilnehmen, ist vorgesehen.

OZ-Bild

Zu drei großen Drückjagden lädt das Forstamt Neu Pudagla im November und Dezember ein

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Freiwillige Helfer für Jagden gesucht

Für die Gesellschaftsjagden in Verantwortung des Usedomer Forstamtes in Neu Pudagla werden in diesem Herbst noch Jagdhelfer gesucht.

Interessierte sollten mindestens

18 Jahre alt und körperlich fit sein.

Melden können sie sich ab sofort

unter ☎ 038375 / 29 11 38.

„Wir haben zu viel Rotwild in den Revieren“, sagt Sylvia Schulz. Schäden in landwirtschaftlichen Kulturen, aber auch im Wald seien die Folge. Nach einem recht hohen Abschussplan des Vorjahres sei auch der diesjährige wieder ausgesprochen hoch, so die Revierförsterin im Innendienst. 44 Stücken zu erlegendes Rotwild, 80 Stücken Damwild und ebenfalls 80 Wildschweine bis zum Ende des Jagdjahres stehen auf der Wunschliste. Inwieweit diese umgesetzt wird, hängt auch von der Organisation und Durchführung der Gesellschaftsjagden in den nächsten Wochen ab. Da sind nicht nur gute Schützen, sondern auch Jagdhelfer wichtig; letztere sollten zahlenmäßig aber noch zulegen.

„Das erlegte Wild bleibt übrigens auf der Insel und im Land“, informiert Schulz. Ein Wildhändler aus Bansin und einer aus Woldegk werden das anfallende Wildbret weiter vermarkten. Liebhaber von Wildfleisch haben am 17. und 18. Dezember auf dem traditionellen Weihnachtsbaummarkt im Forstamt Neu Pudagla gute Chancen, welches zu erwerben.

Ein anderes Jagdkonzept wird im Norden der Insel, in den Jagdrevieren von Peenemünde, umgesetzt. Hier hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) beziehungsweise deren Tochter, die DBU Naturerbe GmbH, das Sagen. Der zuständige Revierförster Uwe Wobser verweist auf Besonderheiten bei der Jagddurchführung: „Bei uns herrscht fast ein Dreivierteljahr ,Hahn in Ruh’, das heißt Jagdruhe“, sagt Wobser. Gejagt werde nur im September, Oktober, Dezember und ein bisschen im Januar. „Danach fällt hier kein Schuss mehr.“

Eine Drückjagd mit etwa 40 Jägern, „die fit sein müssen“, werde Anfang Dezember durchgeführt. Fünf Stöberhunde sowie Schweißhunde für die Nachsuche sollen ebenfalls dabei sein. Nicht geschossen wird in den Peenemünder Revieren das so genannte Raubzeug. Fuchs, Marderhund, Mink & Co. werden vom Jagdleiter nicht frei gegeben. Auf dem Streckenplatz sollte nach der Gemeinschaftsjagd nur Schalenwild, also Rot-, Dam- und Reh- sowie Schwarzwild, verblasen werden. Das Konzept erweise sich als praktikabel. „Was den Jagdplan angeht, ist mehr als die Hälfte schon drin“, sagt Wobser. Es sei durchaus realistisch, in drei Monaten den Abschussplan zu schaffen. Ob Peenemünde, Ückeritz oder Buddenhagen – nach wie vor werden bei großen Gesellschaftsjagden alte Bräuche gepflegt. In der Regel fehlt bei keiner Drückjagd das Jagdhornblasen. Zum Sammeln zu blasen, zur Begrüßung oder das Verblasen der Strecke ist für einheimische Jäger eine schöne Selbstverständlichkeit.

Stefan Brümmer

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