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Zu viele Parkausweise in der Altstadt

Greifswald Zu viele Parkausweise in der Altstadt

Studie legt Investitionen in weitere Stellplatzanlagen nahe / Auch in Vorstädten wird es eng

Greifswald. Wer einen der etwa 4000 Greifswalder Bewohnerparkausweise besitzt, hat damit in seinem Wohngebiet noch keinen Stellplatz sicher. Denn in der historischen Altstadt gibt es mehr als doppelt so viele Bürger mit Bewohnerparkausweisen wie Stellplätze. Das ergibt sich aus einer Studie der Firma IPO unter Leitung von Holger Hagemann zum ruhenden Verkehr in Greifwald. Sie wird jetzt in den Gremien der Bürgerschaft vorgestellt.

 

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Die Autos stehen am Museumshafen schon auf dem Rasen.

Quelle: eob

Wie die Autoren schreiben, dürfte nach einer Richtlinie die Zahl von 1,6 parkberechtigten Fahrzeugen je Stellplatz nicht überschritten werden, damit jeder in seinem Bereich etwas findet. Weil die Werte (konkret sind es 2,1 und 2,2 in der Innenstadt) aber höher liegen, könne im Zentrum und auch in der Fleischervorstadt sowie der südlichen Mühlentorvorstadt „das Angebot der Bewohnerparkplätze die Nachfrage der Bewohner weiterhin nicht decken.“ In diesen drei Bereichen sei die Zahl der Falschparker stark gestiegen. IPO empfiehlt verstärkte Kontrollen.

Alles in allem gibt es in Greifswald jetzt 13 Bewohnerparkzonen, für die dort gemeldete Bürger Ausweise für ein Auto (das Kennzeichen ist anzugeben) bekommen können. In der Studie wird der Zustand von 2014 mit dem von 2009 in der Altstadt, den historischen Vorstädten und einigen ausgewählten Bereichen verglichen. Laut Hagemann und Kollegen trifft die Prognose des gültigen Parkraumentwicklungskonzeptes von 2011 zu: Ohne neue Stellplatzanlagen wird die Parkplatzsuche schwieriger.

Detlef Borchert, Geschäftsführer der Greifswalder Parkraumbewirtschaftungsgesellschaft (GPG) ist darum überzeugt: Das von der Gesellschaft geplante Parkhaus auf dem Nexöplatz sei erforderlich. Auf diesem ebenerdigen Parkplatz wird gegenwärtig unter anderem in die Entwässerung und die Erneuerung der Oberfläche investiert. Durch Optimierung der Flächen entstünden mehr Stellplätze.

„Die Bürger, die sonst den Nexöplatz nutzen, sind gegenwärtig in umliegende Wohngebiete wie die Bleich- oder die Feldstraße ausgewichen“, berichtet er. Schon jetzt gebe es Anfragen von Bürgern, die ihr Auto dauerhaft auf dem Nexöplatz abstellen wollten. Geplant seien in der ersten Ausbaustufe fürs Parkhaus 300 Plätze, insgesamt damit 400 an dieser Stelle. Auf dem Nexöplatz werde es auch Boxen zum sicheren Abstellen von Rädern geben. Das könnte ein interessantes Angebot für Mitarbeiter des geplanten Life Science und Plasmatechnologiezentrums neben dem Biotechnikum an der Rathenaustraße sein.

In Kürze werde endlich ein Langzeitprojekt umgesetzt: Der Parkplatz an der Bahnhofstraße zwischen dem Busbahnhof und der Wartefläche für Busse am Karl-Marx-Platz kommt. „Wir sind seit etwa einem Monat Eigentümer der Fläche“, informiert Borchert. Nach erfolgter Ausschreibung der Leistungen solle kurzfristig gebaut werden. Über 100 neue Stellplätze würden noch in diesem Jahr vor allem Pendlern und Besuchern der Altstadt zur Verfügung stehen.

„Wir prüfen auch, ob der beliebte Parkplatz Museumshafen Nord erweitert werden kann“, sagt Borchert. Ferner solle das Anwohnerparken weiter ausgeweitet werden. So sei der Abbau weiterer Parkautomaten, wie man sie beispielsweise an der Fischstraße noch findet, vorgesehen. Durch die Preisgestaltung will die GPG über günstigere Tarife die Autofahrer auf die großen Parkanlagen am Rande des historischen Zentrums wie am Hansering oder auf den Nexöplatz und künftig an der Bahnhofstraße lenken. Überrascht ist der Geschäftsführer über die gute Auslastung von Stellplätzen, auf denen Pkw sechs Stunden für 50 Cent abgestellt werden können. „Hier stehen auch viele Handwerker und Lieferanten“, schätzt er ein.

Zahlen aus der Parkplatzstudie

2009existierten im Bewohnerparkbereich B 1 (die Alstadt östlich der Steinbeckerstraße) 887 Parkausweise und 438 Stellplätze. Im B 2 (Altstadt westlich der Steinbeckerstraße, ohne Karl-Marx-Platz und Falladastraße) waren es 805 Parkausweise und 313 Stellplätze. Im Bereich B 6 (begrenzt durch Bahnhofstraße, Gützkower —, Burgstraße und Liebknechtring) war die Situation mit 334 Ausweisen und 115 Stellplätzen besonders schlecht.

2014 gab es im B 1 nur noch 869 Ausweise, 412 Stellplätze am Tag und 421 in der Nacht (tags Parkuhren). Im B 2 waren es 750 Ausweise und 335 Stellplätze. Die Bewohner dürfen auch den Museumshafen Nord nutzen. Am drittschlechtesten war bei dieser Erhebung B 5 (begrenzt durch Goethe-, Bleich-, Pestalozzi- und Gützkower Straße). 4586 öffentliche Stellplätze gab es 2014 im gesamten untersuchten Gebiet. Die Anzahl der für die Zählung zugänglichen privaten Parkplätze betrug 5745. Das waren mehr als 2009, wobei es eine Abnahme bei öffentlichen Plätzen gab.

Von Eckhard Oberdörfer

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