Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Zu wenige Kita-Erzieher: Eltern fordern Kurswechsel
Vorpommern Greifswald Zu wenige Kita-Erzieher: Eltern fordern Kurswechsel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 08.12.2016
Greifswald/Rostock

Eltern in Mecklenburg-Vorpommern setzen sich für eine bessere Betreuung ihrer Kinder ein: 4497 von ihnen hatten bis gestern Abend eine Online-Petition unterschrieben, in der Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) aufgefordert wird, mehr Erzieherinnen für Kitas und Krippen einzustellen. „Bitte verbessern Sie den Betreuungsschlüssel in MV auf ein realistisches Niveau – für Kinder von drei bis sechs Jahren auf 1:8 und für Kinder bis drei Jahre auf 1:4“, heißt es in dem Aufruf.

86 Prozent der Eltern in Deutschland fordern bundesweit einheitliche Standards für Kitas. Knapp jeder Zweite (48 Prozent) wäre

bereit, für eine bessere Betreuung aus eigener Tasche mehr zu zahlen als bisher.

Hintergrund sind unter anderem Studien der Bertelsmann-Stiftung, wonach eine Erzieherin in MV bundesweit die meisten Kinder betreuen muss. Bei den Drei- bis Sechsjährigen kommt im Schnitt eine Fachkraft auf 14,1 Kinder. Bei Kindern unter drei liegt MV im Ländervergleich auf dem 13. Platz, mit 5,7 Kindern pro Erzieherin aber immer noch deutlich unter dem von der Stiftung empfohlenen Verhältnis von 1:3.

Initiator der Petition ist der Greifswalder Eric Wallis. „Wir haben in MV sehr gute Fachkräfte, aber sie können ihr Potenzial nur nutzen, wenn sie genug Zeit für die Kinder haben“, sagt er. Am Geld könne es ja nicht liegen: „Auch höher verschuldete Länder als MV haben einen besseren Betreuungsschlüssel, es ist also eine Frage der Verteilung.“ Es sei nicht zu verstehen, dass Geld für die Rettung von Werften und Förderung von Yachthäfen aufgebracht werde, aber nicht für die Kinder, meint Wallis. „Wenn wir wollen, dass unsere Kinder einmal das Land weiterentwickeln, sollten wir ihnen auch in ganz Deutschland die gleichen Chancen ermöglichen.“

Ausschlaggebend für sein Engagement war ein Erlebnis in der Kita seiner dreijährigen Tochter: „Ich wollte nur etwas abgeben, da sah ich, dass meine Tochter draußen beim Spielen eingepullert hatte.

Als ich kam, stand sie klitschnass da und fror.“ Keine Erzieherin sei in Sicht gewesen.

Kita-Träger unterstützen die Initiative. „Auch wir hätten gerne einen besseren Schlüssel“, sagt Silvia Lill vom Regionalverband Warnow-Trebeltal des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). „Die Erzieher sind nicht ausreichend in der Lage, die im Kindertagesförderungsgesetz MV vorgegebenen Aufgaben zu erfüllen“, sagt sie.

Ministerin Drese betont dagegen: „Die Kinder in MV genießen eine ausgezeichnete frühkindliche Bildung. Das erkennen auch die Eltern an.“Andere Bundesländer zählten Praktikanten als Betreuungskräfte mit und kämen so auf scheinbar bessere Zahlen als MV.

In Rostock gibt es indes Ärger um eine 24-Stunden-Kita: Die Einrichtung, in der Kinder auch über Nacht sowie am Wochenende betreut werden können, kommt die Stadt teurer als angenommen. Rostock soll 2017 mehr als 75000 Euro an Extra-Zuschüssen für die Rund-um- die-Uhr-Betreuung zahlen. Bisher nutzen gerade mal drei Kinder das Angebot. „Damit hat Rostock die teuersten Kita-Plätze mindestens in ganz MV“, kritisiert der Linken-Landtagsabgeordnete Karsten Kolbe. Seite 6

Axel Büssem und Andreas Meyer

Es ist entschieden: Das Carl-Paepke-Denkmal auf dem gleichnamigen Platz am Hauptbahnhof wird eine Bronzebüste erhalten.

08.12.2016

Teurer Vorfahrtsfehler: 15 000 Euro Schaden

08.12.2016
Greifswald GUTEN TAG LIEBE LESER - Kam ihr Paket zu spät?

Angeblich werden ja die Leute vom Paketdienst immer fauler. Anstatt den bestellten Klimbim fünf Stockwerke hochzutragen, würden sie dazu tendieren, nur eine Karte ...

08.12.2016
Anzeige