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Greifswald Zukunft von Greifswalder Agrarinitiative ungewiss
Vorpommern Greifswald Zukunft von Greifswalder Agrarinitiative ungewiss
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06:30 11.10.2018
Die Greifswalder Agrarinitiative setzt sich für eine nachhaltige Landwirtschaft und eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung ein. Quelle: Helmut Kuzina
Greifswald

Sie setzt sich ein für nachhaltige Landwirtschaft und für eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung von Agrarflächen: Vor gut fünf Jahren gründete sich die „Greifswalder Agrarinitiative“. Auslöser war der Aufruf des Ökologen Michael Succow gegen Massentierhaltung und intensive Ackerbaunutzung. Dafür erhielt er sowohl von Tier- und Umweltschützern als auch von Verbrauchern und Landwirten großen Zuspruch.

Förderung endet

Nach drei Jahren endet nun die Förderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). Ingesamt betrug die Finanzierung 450 000 Euro. Wie es Ende des Jahres weitergeht, ist noch ungewiss. Gespräche laufen bereits, wie Projektleiter Thomas Beil sagt: „Wir haben mehrere Möglichkeiten für eine Weiterfinanzierung. Eine wäre, ein Folgeprojekt zu gründen, um eine erneute Förderung durch die DBU zu erhalten.“

Gespräche und Konferenzen

Auch die Unterstützung durch die Universität und die Stadt, die sich als Flächeneigentümer der Initiative von Beginn an angeschlossen haben, zieht die Initiative in Betracht. „Zusammen mit den Flächen der Kirche und der Peter-Warschow-Stiftung kommen die großen Eigentümer auf etwa 10 000 Hektar Land“, sagt Beil. Insgesamt sind 54 Pächter Mitglied der Initiative. Ein Rückblick der vergangenen Jahre zeige, dass „sich in den Köpfen etwas verändert hat und es zu vielen Gesprächen zwischen Naturschützern, Landwirten und Flächeneigentümern gekommen ist“. Diese Dialoge werden weitergeführt. So wie bei einer Konferenz der „Greifswalder Agrarinitiative“ heute im Alfried-Krupp-Kolleg. Dort treffen sich Land-Eigentümer und Landwirte, um über Möglichkeiten der nachhaltigen Landwirtschaft und regionalen Naturschutz zu sprechen.

Glyphosat ersetzen

Es ist kein leichter Weg zwischen Naturschützern, Pächtern und Eigentümern zu vermitteln. Auf EU-Ebene wurde zum Beispiel der Unkrautvernichter Glyphosat Ende 2017 für weitere fünf Jahre zugelassen. Nach langen Debatten in Greifswald wird seit diesem Jahr auf den Einsatz von Glyphosat auf kommunalen Flächen wie Parkanlagen, Wäldern, Spiel- und Sportplätzen verzichtet. Auf Agrarflächen ist die Verwendung des Unkrautvernichters für Pächter gestattet. „Wenn sie Glyphosat einsetzen, müssen sie es dem Immobilienverwaltungsamt vorher melden. Das ist das aktuelle Verfahren“, erklärt Beil. Bis 2020 wollen Stadt und Pächter ein Konzept entwickeln, um auf den Einsatz von Glyphosat komplett zu verzichten. Für die Agrarinitiative ist die Arbeit damit nicht getan: „Es gibt noch viele andere Aspekte, die sich ändern müssen“, sagt Beil.

Christin Lachmann

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