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Greifswald Zusammen gärtnern, grillen, spielen
Vorpommern Greifswald Zusammen gärtnern, grillen, spielen
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00:00 20.02.2017
Lust auf einen Gemeinschaftsgarten: Das Projekt lockte am Sonnabend etwa 30 Menschen in die Makarenkostraße. Quelle: Fotos: Annemarie Bierstedt

Etwas verwildert liegen sie da, die drei Gartenparzellen nahe der Makarenkostraße. Hinter dem leicht ramponierten Zaun säumen alte Obstbäume die große Wiese.

In dem anderen Gartenstück sind sogar noch einst angelegte Beete zu erkennen. Erdbeerpflanzen, Rhabarber und ein Johannisbeerstrauch wachsen dort. Am anderen Zaunende stehen eine alte Gartenlaube und ein Gerätehäuschen unter hohen Bäumen, die im Sommer Schatten spenden. „Ich hatte mir die Idee eines Gemeinschaftsgartens schon lange in den Kopf gesetzt“, erzählt Juliane Brasch vom Naturschutzbund (Nabu) fröhlich. „Nun ist es endlich so weit.“

Mehr als 30 Interessenten waren am Sonnabend beim Nachbarschaftshilfeverein der Wohnungsbaugenossenschaft (WGG) in Schönwalde II erschienen, um den neuen Gemeinschaftsgarten kennenzulernen: Kinder und Rentner, Studenten und Berufstätige, Menschen aus der Nachbarschaft und aus Syrien, die erst seit Kurzem in Greifswald leben. Der Nabu, das Quartiersbüro und der Nachbarschaftshilfeverein hatten das Projekt initiiert. Die WGG ist Pächterin des 1200 Quadratmeter großen Geländes. „Wir wollen einen Ort schaffen, an dem Naturerlebnisse im stadtnahen Raum möglich werden. Insbesondere sollen die Anwohner des Stadtteils und andere Interessenten zusammengebracht werden, damit sie Kontakte knüpfen und sich vernetzen können“, verdeutlicht Brasch. Wichtigste Grundsätze seien, dass alle zusammen planen und entscheiden, wie der Garten angelegt wird, und dass keine Pestizide verwendet werden, betont sie.

Am Sonnabend ging es erst einmal darum, den Garten und sich untereinander ein wenig kennenzulernen. Außerdem sollten erste Wünsche und Vorstellungen gesammelt werden. Ideen gab es viele. Neben Grillen, Gemüseanbau und Tischtennis hat vor allem das gemeinsame Erleben oberste Priorität. „Es wäre schön, wenn noch mehr Menschen aus der Nachbarschaft mitmachen würden. So ein Gemeinschaftsgarten ist super, weil da Junge von Älteren lernen können“, findet Manfred Colberg aus Schönwalde II. Eine Rentnerin erklärt: „Ich kann mich leider nicht mehr so bücken und einen Spaten benutzen, aber etwas harken und säen kann ich und ich helfe gern.“

Auch der Verein „Greifswald hilft Geflüchteten“ beteiligt sich. Vereinsmitglied Jana Otten freut sich: „Wir sind froh, diese Idee zusammen mit anderen Vereinen verwirklichen zu können. Denn das ist Integration, wenn Jung und Alt, aber auch Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammen an einem Projekt arbeiten“, sagt sie.

Monique Wölk, Bauausschussvorsitzende der Bürgerschaft, ist begeistert: „Das ist ein sehr schönes Projekt, wenn sich Leute aus einem Stadtteil treffen, um zusammen zu arbeiten. Mal sehen, wie es klappt, dann schauen wir, ob wir das auch anderswo so umsetzen.“

Ernst wird es am 4. März um 10 Uhr. „Da findet unser erster Aktionstag statt, an dem die Bäume geschnitten werden und die Anlage von Müll und Schutt befreit wird“, erzählt Eva Held vom Quartiersbüro.

Dann soll auch beratschlagt werden, wo die Gemeinschaftsbeete und die Sitzfläche ihre Standorte finden und ob es Einzelbeete geben soll. „Auch dann können noch Neue dazukommen“, sagt Held. Jeder beteiligte Verein hat einen Schlüssel für den Garten. Es soll feste Zeiten geben, zu denen die Gartenfreunde tätig werden. Wer regelmäßig kommen will, wird wohl auch die Chance auf einen eigenen Schlüssel haben.

Finanziert wird das Projekt über Fördergelder und Spenden. Studentin Franziska Pritzke kümmert sich um die Finanzen. „Bisher hat die Peter-Warschow-Stiftung Fördermittel zugesagt“, sagt sie. Und Brasch ergänzt: „Jeder, der mitmachen will, darf sich auch selbst beteiligen, indem er Gartengeräte oder Saatgut beisteuert.“

Annemarie Bierstedt

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