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Greifswald Zwei Awards für die Unimedizin
Vorpommern Greifswald Zwei Awards für die Unimedizin
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00:00 19.04.2016
Prof. Konrad Meissner, stellvertretender Direktor der Klinik für Anästhesiologie, und sein Team erhielten einen Award. Quelle: Peter Binder

Bei der 63. Jahrestagung der Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), die von Donnerstag bis Sonnabend vergangener Woche in Leipzig stattfand, hatten Greifswalder Wissenschaftler die Nase vorn. Mit innovativen Forschungsprojekten gewannen sie gleich zwei der 15 zu vergebenden renommierten Preise.

Prof. Taras Usichenko erhält den Safe-Anesthesia-Award.

Prof. Taras Usichenko erhält den mit 2500 Euro dotierten Safe-Anesthesia-Award für ein Verfahren, mit dem beurteilt werden kann, ob ein Patient nach einer OP bereits aus der Klinik entlassen werden kann. Dazu haben Greifswalder Anästhesisten unter Leitung Usichenkos einen Smartphone-basierten Test zur Bestimmung psychomotorischer Veränderungen entwickelt und testen diesen gemeinsam in einer klinischen Studie mit der Universitätsmedizin Dresden.

Patienten wird dazu auf dem Bildschirm eines Smartphones vier Mal eine Ziffer von 1 bis 4 groß angezeigt. Daraufhin soll der Patient schnellstmöglich das mit der angezeigten Ziffer übereinstimmende Feld im Display berühren. Die Reaktionszeit gibt Aufschluss über die psychomotorische Erholung des Patienten nach der Operation. Die bislang etablierten Verfahren ermöglichen eine solche Beurteilung der frisch operierten Patienten bisher nicht.

Einen Preis, den ebenfalls mit 2500 Euro dotierten „Thieme Teaching Award“, gab es für ein Lernprojekt, bei dem Medizinstudenten und angehende Pflegekräfte in einem Simulationskurs verschiedene Notfallszenarien durchlaufen. Denn Ärzte und Pflegekräfte tragen im Klinikalltag gemeinsam Sorge für das Wohl ihrer Patienten. Das Team des stellvertretenden Direktors der Klinik für Anästhesiologie, Prof. Konrad Meissner, und die Leiterin der Beruflichen Schule der Unimedizin, Christiane Reppenhagen, haben erkannt, dass in der Ausbildung beider Berufsgruppen die interprofessionelle Zusammenarbeit kaum eine Rolle spielt. Dabei sei es laut Meissner besonders bei Notfällen wichtig, dass jeder im Behandlungsteam wisse, was zu tun sei.

„Anweisungen müssen klar kommuniziert werden“, sagt er. Nach seinen Worten habe die Tatsache, dass ein großer Teil der Behandlungsfehler auf Kommunikationsprobleme im Team zurückzuführen sei, den Ausschlag für das nun ausgezeichnete Projekt gegeben. Erstmals üben sie nun in der gemeinsamen Ausbildung in einem nachempfundenen Patientenzimmer an medizinischen Übungspuppen, wie sie beispielsweise im Fall eines allergischen Schocks reagieren oder bei einer Unterzuckerung vorgehen müssen.

In der gemeinsamen Ausbildung wird erstmals auch eine Videodokumentation zur Auswertung eingesetzt. In dem zweitägigen Kurs lernen die Teilnehmer zum einen für ihre Ausbildung notwendige fachliche Inhalte, zum anderen Techniken der Kommunikation und der Teamarbeit. Bislang haben bereits 120 Medizinstudierende und 120 Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflege das Kursmodul absolviert.

„Wir sind sehr stolz auf unsere Wissenschaftler“, lobte Klinikdirektor Prof. Klaus Hahnenkamp. Mit den beiden Auszeichnungen für überzeugende und nachhaltige Projekte habe die Unimedizin ein deutliches Zeichen für eine moderne medizinische Forschung am Wissenschaftsstandort Greifswald setzen können, betonte er.

Was soll die DGAI leisten?

Die 1953 gegründete Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und lntensivmedizin — ein eingetragener Verein — vereinigt als medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft heute fast 15000 Mitglieder in der gesamten Bundesrepublik.

Im Notfall muss jeder Handgriff sitzen: Nach ihrer Satzung hat sie die Aufgabe, Ärzte zur gemeinsamen Arbeit am Ausbau und Fortschritt der Anästhesiologie, lntensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie zu vereinen und auf diesen Gebieten die bestmögliche Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

OZ

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