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Zwischen Kinderküche und Selbsterhaltung

Greifswald Zwischen Kinderküche und Selbsterhaltung

Kinder- und Jugendhaus Labyrinth bietet mehrere Ferienkurse. Die Sozialarbeiter bangen um ihre Verträge.

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Kochen will gelernt sein: Mädchen und Jungen aus Schönwalde II besuchen regelmäßig die Kinderküche im Labyrinth.

Quelle: Marcus Taschke

Greifswald. Kartoffeln waschen, Möhren schälen, Obst entkernen: Jede Menge zu tun gibt es in der Küche des Kinder- und Jugendhauses Labyrinth im Greifswalder Ortsteil Schönwalde II. Immer dienstags und donnerstags schwingen hier Schüler im Alter von sechs bis 13 Jahren die Kochlöffel, um zu lernen, was man mit frischen Zutaten alles zubereiten kann.

„Ich achte sehr darauf, dass nur gesunde Lebensmittel verarbeitet werden“, erklärt Jugendsozialarbeiterin Christina Bothe und hilft der sechsjährigen Josephine Görlach beim Apfelschälen. „Das ist für den Obstsalat“, erklärt das blonde Mädchen, das regelmäßig an der Kinderküche teilnimmt. Zu ihren absoluten Leibgerichten gehören Pizza und Nudeln mit Tomatensauce. Heute steht jedoch Eintopf auf dem Speiseplan.

Die Kinderküche ist lediglich ein Programmpunkt, der regelmäßig im Labyrinth angeboten wird. Großer Beliebtheit erfreuen sich noch der Tanzkurs, die Holzwerkstatt und die Musikproben im Band-Raum.

Begleitet werden die Übungsstunden von den drei Jugendsozialarbeitern Katja Anke, Erik Hinneburg und eben Christina Bothe.

Nicht mehr mit zum Team gehört der frühere Mitarbeiter Bengt Jacobs, der die Einrichtung 15 Jahre lang nach außen vertrat. „Ein Grund für sein Ausscheiden liegt darin, dass es seit der Kreisgebietsreform keine Leistungsvereinbarung mehr über drei Jahre gibt“, erklärt Rainer Laudan, Vorsitzender der Initiative für sozialpädagogische und soziokulturelle Arbeit. „Die Personalkosten werden einerseits vom Europäischen Sozialfonds und andererseits von der Hansestadt und dem Landkreis übernommen. Zwischen Stadt und Kreis gibt es jedoch Abstimmungsschwierigkeiten, sodass wir ständig um die Verträge bangen müssen“, bedauert Laudan. Die Folge sei, dass das Labyrinth oft nur noch mit der finanziellen Selbsterhaltung beschäftigt sei und auf langjährige Mitarbeiter wie Bengt Jacobs verzichten müsste, da diese keine Planungssicherheit hätten.

In der Zwischenzeit hat Christina Bothe den frisch zubereiteten Eintopf und den Obstsalat auf den Küchentisch gestellt. „Ich habe jetzt wirklich Hunger“, ruft die zehnjährige Jessica Hartwig. Ob sie gerne Eintopf isst? „Ja, schon. Aber im Labyrinth schmeckt einfach alles gut.“ Marcus Taschke

 



OZ

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