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Zwist der Linken um den Umgang mit der AfD hält an

Wolgast Zwist der Linken um den Umgang mit der AfD hält an

Debatte im Kreisvorstand bisher ergebnislos / Linke Kritiker werfen Lars Bergemann vor, eine „rote Linie überschritten“ zu haben / Bergemann selbst sieht sich im Recht

Wolgast. Die Frage des künftigen Umgangs mit der Alternative für Deutschland und deren Landtagsmitgliedern wird bei den Linken der Region und des Landes weiter kontrovers debattiert. Der Wolgaster Lars Bergemann erntet nach wie vor sowohl Kritik als auch Zustimmung für seine Haltung, den Dialog mit dem gewählten Vertreter von Usedom/Wolgast, Prof. Ralph Weber (AfD), zu führen. Im eigenen Kreisvorstand stößt diese Öffnung nach außen indes mehrheitlich auf Ablehnung.

Vor allem für die Kreisvorsitzende Dr. Mignon Schwenke und Jeannine Rösler (beide MdL) hat Bergemann „eine rote Linie überschritten“. Ein ganz wesentlicher Grundkonsens in der politischen Arbeit der Partei laute Antifaschismus. „Von daher“, so Schwenke, „wird es keine wie auch immer geartete Zusammenarbeit mit der AfD geben.“ Auch Rösler gibt sich energisch: „Lars’ Haltung sehe ich sehr kritisch. Sollte er weiter dabei bleiben, kann ich damit nicht leben.“ Sie schließt jedwedes Gesprächsangebot an Weber und die AfD aus, fordert vielmehr, sich mit den anderen demokratischen Parteien im Landtag stärker zusammenzutun, um die Interessen der Menschen besser wahrzunehmen; gerade in Vorpommern. Beide, Rösler und Schwenke, kündigten gestern nach der ergebnislos verlaufenen Kreisvorstandssitzung an, persönliche Gespräche mit Bergemann zu führen. „Personaldebatten führe ich aber nicht öffentlich über die Zeitung“, sagte Schwenke, die überdies keinen Zweifel daran lässt, dass der Wolgaster für die Parteiarbeit in der Region ein „ganz wichtiger Mitstreiter“ sei.

Ob Bergemann bei diesem parteiinternen Zwist sogar Gefahr läuft, seinen Job im Anklamer Wahlkreisbüro Röslers einzubüßen, ist momentan ungeklärt. Er steht jedenfalls nach wie vor zu seiner Aussage, das Gespräch mit Weber zu führen, um die Region voranzubringen. „Ich bekomme von Parteimitgliedern und darüber hinaus Kritik, aber auch Lob für meine Haltung. Ein Parteiaustritt kommt für mich nicht in Frage“, sagt der Wolgaster. Gerade erst hat ihn eine Seniorin aus Rostock zu dem Mut beglückwünscht, sich zuallererst um die Sorgen des Volkes zu kümmern und anderes hintenan zu stellen.

Aus der Landespartei weht Bergemann ein steifer Gegenwind ins Gesicht. Er habe ein politisches Tabu gebrochen, heißt es intern. Bis zum Kreisparteitag am 15. Oktober in Anklam wollen die Linken aus der Region jedenfalls eine Klärung herbeigeführt haben.

Steffen Adler

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