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Greifswald Bürgertheater über die Wende-Zeit
Vorpommern Greifswald Bürgertheater über die Wende-Zeit
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12:23 30.11.2018
Elisa Müller und Max vom Künstler-Kollektiv „Institut für Widerstand im Postfordismus“ fragten damals nach dem Begriff Heimat. Nun planen sie ein Bürgertheater. Quelle: Christin Lachmann
Greifswald

Als die Mauer 1989 fiel, war Elisa Müller acht Jahre alt. Verstanden, was passiert ist, hat sie damals nicht. Das Interesse über diesen historischen Moment ist heute bei ihr umso stärker. Zusammen mit dem Theater Vorpommern plant Elisa Müller vom Institut für Widerstand im Postfordismus ein Bürgertheater.

Es ist nicht das erste Projekt, das die heute 37-Jährige in der Hansestadt inszeniert. Im Frühjahr dieses Jahres sammelte das Berliner Kollektiv in einer Gartenlaube in Schönwalde Geschichten von Anwohnern und ging der Frage nach, was Heimat den Greifswaldern bedeutet. Damals unter dem Titel „Heimat hoch 3“. Dieses Projekt inspirierte das Kollektiv für das Folgeprojekt der Bürgerbühne. Denn in den Gesprächen mit den Anwohner war die Wende ein großes Thema, wie Müller verrät: „Viele sprachen mit uns über die Zeit vor und nach der Wende. Dabei sind uns verschiedene Umgangsweisen mit dem Mauerfall aufgefallen“, sagt Müller. So hätten einige Greifswalder gesagt, dass sich in den 1990-er Jahren nicht viel verändert habe. Andere wiederum sprachen über ihren beruflichen Bruch. „Es wirkte so, als hätten sie selten so konkret darüber gesprochen“, berichtet Müller.

Eins zu eins wollen sie die Geschichten der Greifswalder nicht auf die Bühne bringen. „Es soll keine Autobiografie der Menschen werden, die mitmachen. Es wird eine Form von Transformation sein, die sich mit der Zeit ergibt“, erklärt Müller. Der erste Schritt sei es, Menschen dazu zu bewegen, über die Wende zu sprechen. „Danach werden wir sehen, wer überhaupt auf welche Weise mitmachen will.“

Elisa Müller betont, dass jeder willkommen sei, auch wer die Wendezeit nicht miterlebt habe. „Selbst Leute, die damals noch zu klein waren, kennen die Geschichten ihrer Großeltern oder Eltern. Auch diese wären für unsere Inszenierung sehr spannend.“ Und wie steht es um die Bühnenerfahrung? Auch das sei keine Voraussetzung, so Müller: „Wir erwarten keine Laienschauspieler. Jeder kann Teil der Inszenierung werden.“

Eine erste Infoveranstaltung wird am 4. Dezember von 16 bis 18 Uhr im Ladenlokal direkt neben Rewe im Schönwalde-Center stattfinden.

Christin Lachmann

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