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Greifswald „einLaden“ – viele Möglichkeiten
Vorpommern Greifswald „einLaden“ – viele Möglichkeiten
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00:01 20.03.2017
Friederike Güldemann beschäftigt sich als ehrenamtliche Mitarbeiterin mit neuen Projekten für die Region Vorpommern. FOTOS (2): JESSICA RAKO
Greifswald

Was ist das nur für ein Laden? Manch einer dürfte sich in den letzten Monaten genau diese Frage gestellt haben. Hinter der großen Fensterfront steht ein Tisch mit vielen Stühlen, ein Arbeitsplatz und eine Sofaecke sind zu sehen, an der Wand hängt Kleidung, im Regal stehen Bücher. Wen die Neugierde übermannt, findet den Weg über ein paar Stufen hinein und wird herzlich von den ehrenamtlichen Mitarbeitern der Bürgerstiftung Vorpommern begrüßt.

Der Sitz der Bürgerstiftung Vorpommern befindet sich in der Johann- Sebastian-Bach-Straße 24.

Die Stiftung unterstützt Projekte von Bürgern, die sich für die Stadt oder die Region engagieren möchten. Der Laden in der Johann-Sebastian-Bach-Straße bietet den Menschen jeden Dienstag und Donnerstag von 10 bis 16 Uhr die Möglichkeit, sich über die Arbeit der Stiftung zu informieren und sich selbst mit Ideen und Tatendrang einzubringen. „Im Prinzip ist alles möglich, aber immer unter dem Aspekt, dass Bürger sich für ihre Stadt, ihre Region engagieren, Dinge anpacken, Dinge verändern“, erzählt die ehrenamtliche Mitarbeiterin Friederike Güldemann.

Die Projekte, die von der Stiftung unterstützt werden, sind vielfältig. Gefördert wurde unter anderem ein Willkommensbuch für Kinder, gestaltet von Schülern der Grundschule Greif. Auch der erste Disc-Golf-Parcours konnte mit Hilfe der Stiftung im vergangenen Jahr im Greifswalder Stadtpark eröffnet werden (die OZ berichtete). „Wir beteiligen uns gern an der finanziellen Unterstützung für die Verwirklichung eines Projektes mit Nachhaltigkeit“, sagt Vorstandsmitglied Monika Meyer-Klette. Anträge können jederzeit formlos gestellt werden. Der Vorstand tagt jeden Monat einmal und entscheidet über die Bewilligung der Förderungswünsche. „Das geht unbürokratisch und schnell“, so Meyer-Klette, „damit die Antragsteller sofort loslegen können.“ Von Talentförderung bis hin zu besonderen Patenschaften – vieles ist möglich. „Wir haben sogar einmal die Veröffentlichung einer Dissertation unterstützt“, erzählt Meyer-Klette. Diese beschäftigte sich mit den Grabstätten auf dem Alten Friedhof in Greifswald.

Insgesamt konnten in den vergangenen fünf Jahren 50 Projekte in ganz Vorpommern mit ungefähr 60000 Euro unterstützt werden. Über die finanzielle Unterstützung hinaus liegt der Fokus auf neuen Projekten und Ideen für die Region und auf dem Ladengeschäft in der Greifswalder Innenstadt. „Wir können mehr tun, als nur Geld zur Verfügung zu stellen. Wir bieten hier eine Infrastruktur, mit viel Platz zum Sitzen und Arbeiten. Das Telefon und der Internetzugang können ebenfalls mitbenutzt werden“, erzählt Güldemann. „Wir würden uns mehr Projekte wünschen, aber das muss eben von den Bürgern kommen.“ Die Stiftung initiiert vereinzelt auch eigene Konzepte, aber letztlich sind es „die Ideen der Bürgerinnen und Bürger, die uns wichtig sind“, erläutert Güldemann.

Im September wird der zweite Freiwilligentag in Greifswald unter dem Dach der Bürgerstiftung stattfinden. „Das Ziel ist es, an einem Tag die ganze Stadt auf die Beine zu bringen“, erklärt die ehrenamtliche Mitarbeiterin. Der Tag soll Gelegenheit bieten, in ehrenamtliche Tätigkeiten hineinzuschnuppern und zusammen mit anderen die Ärmel hochzukrempeln und etwas zu bewirken. Noch bis zum 31.

März können sich Privatpersonen, Gruppen oder Vereine mit Projekten bewerben. Von der Gestaltung von Grünflächen über gemeinsames Müllaufsammeln bis hin zum Vorlesetag im Seniorenheim ist alles denkbar. Freiwillige können sich später per Anmeldung für ein Projekt entscheiden, bei dem sie gerne helfen würden.

Mit dem Ladengeschäft in der Bachstraße wurde ein Raum geschaffen, in dem sich Gruppen gegen einen kleinen Spendenbeitrag treffen und organisieren können. Ein Handarbeitskurs hat so einen Raum zum gemeinsamen Häkeln und Stricken gefunden. Darüber hinaus wechseln bei der Stiftung auch ausgewählte, besondere Lieblingsstücke, die Bürger gespendet haben, für einen kleinen Obolus den Besitzer.

Es ist nur ein Raum, der jedoch als Anlaufpunkt für Bürger, als Begegnungsstätte und Ideenschmiede Menschen ermutigen soll, sich mehr für ihre direkte Umwelt zu engagieren und sich zu trauen, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Wie sehr eine solche Tätigkeit die Verbundenheit zur Heimat stärkt, weiß Güldemann aus eigener Erfahrung: „Ich bin zugezogen, komme eigentlich aus Leipzig. Mein ehrenamtliches Engagement hat mich der Region nähergebracht, mir die Möglichkeit gegeben, Vorpommern kennenzulernen und hier auch Wurzeln zu schlagen.“

Jessica Rako

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