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13,50 Euro für Wohnen am Museumshafen?

Greifswald 13,50 Euro für Wohnen am Museumshafen?

Der Aufsichtsrat empfiehlt die Realisierung des WVG-Vorhabens in drei Abschnitten / Bürgerschaft soll im Oktober abstimmen

Greifswald. Die Baupreise steigen, und immer höhere Vorgaben des Gesetzgebers zur Wärmedämmung in der Energieeinsparverordnung (Enev) treiben die Investititionskosten in die Höhe. Die Folge sind höhere Mieten. Auch in Greifswald hören sich zehn Euro je Quadratmeter in guter Lage in Neubauten in bester Lage inzwischen ziemlich normal an.

Bis zu 13,50 Euro könnten es am Hansering sein, heißt aus dem Aufsichtsrat der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Greifswald (WVG). Diese plant den Bau von Häusern mit exklusiven Wohnungen auf der Freifläche zwischen der Kuh- und der Brüggstraße. In der Planersprache ist heißt das Gebiet Quartier A 11.

„Die Miete von 13,50 Euro je Quadratmeter für das Quartier A 11 können wir so nicht bestätigen, weder für die geplante Kalt- noch für eine zu erwartende Warmmiete“, dementiert WVG-Sprecherin Jana Pohl. Konkreter wird sie auf Nachfrage nicht. Bei den Planungen betrachte man den Mark, ermittle aus einer Vielzahl späterer voraussichtlicher Mieten einen Durchschnittswert, sagt sie nur.

Die WVG denke über zusätzliche Ausstattungen nach, so Pohl weiter. Das könne beispielsweise ein Smart-Home-Paket ein. Das ist der Oberbegriff für technische Verfahren und Systeme zur Erhöhung von Wohn- und Lebensqualität, Sicherheit und effiziente Energienutzung. Beispielsweise könnten Haustechnik und Haushaltsgeräte wie Lampen, Heizung, Herd, Kühlschrank und Waschmaschine) vernetzt werden.

Ob es das Smart-Home-Paket oder andere kostenpflichtige Zusatzausstattungen gebe, sei aber noch nicht entschieden. Möbliert vermiete die WVG nicht.

Gebaut werden sollen nach letztem Stand 106 Wohnungen. Als Investitionsvolumen wurden im Januar dieses Jahres 25 Millionen Euro genannt. Inklusive der rund 1,5 Millionen Euro für den Grundstückserwerb und archäologische Ausgrabungen. Der ebenfalls im Januar angekündigte Baustart im September ist inzwischen Geschichte. Die Fertigstellung sollte bis Ende 2019 erfolgen. Zuletzt wurde der Baubeginn 2017 angekündigt. „Die letzten Nachträge zum Ende 2015 eingereichten Bauantrag wurden vor kurzem bei der Bauaufsichtsbehörde eingereicht“, sagt Pohl.

Auf der Sitzung des Aufsichtsrates im Juli habe das Gremium eine Empfehlung an die Gesellschafterin beschlossen, das Vorhaben am Hansering in drei Abschnitten zu realisieren. Gesellschafterin der WVG ist die Stadt Greifswald. Darüber solle das Stadtparlament unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf seiner nächsten Sitzung entscheiden, so Pohl Die Bürgerschaft begleitet das Vorhaben seit Jahren. Der Verkauf des Grundstücks an die WVG wurde durch sie beschlossen, nachdem Pläne für ein Hotel gescheitert waren. 2013 fiel ein erster Architektenwurf für 68 Wohnungen durch. Zu klotzig, hieß es. Schon damals war von Mieten um zehn Euro die Rede. 2015 gab es eine Mehrheit für den aktuellen Plan mit 106 Wohnungen, zu dem die Errichtung eines Sechsgeschossers an der Ecke Roßmühlenstraße gehört. 2013 ging es um drei Geschosse plus Staffelgeschoss.

Der Architekt Burchard Dreiseitel begleitet das Vorgaben von Anfang an kritisch und kann mit dem aktuellen Plan nichts anfangen. „Die Stadtansicht am Wasser sieht wie Würfelhusten aus“, sagt er.

Dreiseitel plädiert für eine kleinteilige Stadthausbebauung. Er legte einen Entwurf mit hanseatischen Backsteingiebeln zum Ryck vor, der als „kitschig“ abgelehnt wurde. Dreiseitel sieht sich indes durch den Bibliotheksbau der Uni an der Loefflerstraße bestätigt, der hanseatische Giebel zitiert. Für Dreiseitel ist die Tiefgarage ein Preistreiber. Hier sollen neben den Stellplätzen für Bewohner 40 weitere für die Bürger der schon stehenden Häuser geschaffen werden. Das sei sehr teuer. Dreiseitel hätte sich ein preiswertes Parkdeck an der Kuhstraße gewünscht.

Eckhard Oberdörfer

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