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1877: Hacker investiert 100000 Taler

Prunk, Zerfall und Wiederaufbau: Das Gutshaus in Wendisch Baggendorf 1877: Hacker investiert 100000 Taler

Neubau auf den Grundmauern der Brandruine wurde 1994 eingeweiht

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Walter Scholz fotografierte im Februar 1991 das vom Feuer stark beschädigte Gutshaus für einen OZ-Bericht. Der beim Brand entstandene Schaden wurde damals auf 500000 D-Mark geschätzt.

Wendisch Baggendorf. Um das Jahr 1762 soll das ursprüngliche Gutshaus in Wendisch Baggendorf erbaut worden sein. Aus späteren Jahren ist bekannt, dass ein von Homeyer 1804 als Besitzer des Gutes genannt wird. Wie der Leyerhofer Heimatforscher Wolfgang Marder in seinem Buch „Güter und Dörfer im Kreis Grimmen“ schreibt, verkaufte Homeyer seinen Besitz 1823 an August Melms. Für 100000 Taler kaufte Carl Joachim Hacker im Jahre 1877 das Gut Wendisch Baggendorf. In den Ställen stand damals nur wenig Vieh und auch die Substanz der Gebäude soll stark reparaturbedürftig gewesen sein. Doch nach einigen Jahren hatte Hacker das heruntergekommene Gut wieder zu einem erfolgreichen Betrieb entwickelt. Sohn Wilhelm Hacker ließ später das Gutshaus und die Ställe an die Wasserversorgung anschließen. Wie Wolfgang Marder in seinem Buch schreibt, entwickelte Wilhelm Hacker das Gut zu einem der erfolgreichsten im Kreis Grimmen.

OZ-Bild

Neubau auf den Grundmauern der Brandruine wurde 1994 eingeweiht

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Als die Rote Armee zum Ende des Zweiten Weltkrieges ins Dorf einmarschierte, mussten Hackers aus dem Gutshaus ausziehen, wohnten auf dem Boden des Gärtnerhauses und später in einer Tagelöhnerwohnung im Dorf. Als eines Tages eine Strohmiete auf dem Gut abbrannte, unterstellte man Hacker Sabotage, er musste den Hof verlassen. Das Ehepaar übersiedelte nach Westdeutschland.

Zu DDR-Zeiten war das Gutshaus an Familien vermietet. In der Nacht zum 8. Februar 1991 vernichtete ein Feuer den Dachstuhl des Gebäudes, das danach nicht mehr bewohnbar war. Der auf den alten Grundmauern errichtete Neubau, der äußerlich dem Vorgängerhaus ähnelt, wurde 1994 fertiggestellt. Die Kosten sollen 2,1 Millionen D-Mark betragen haben, finanziert über Sonderkredite vom Land, mit Geld von der Versicherung und von der Gemeinde.

Die Gemeinde Wendisch Baggendorf verkaufte das Gebäude im vorigen Jahr an Herbert Hillebrand von der Hillebrand-Immobiliengruppe. „Wir haben Treppenhäuser und Keller neu gestrichen, eine Terrasse eingerichtet und für Bepflanzung an den Zäunen gesorgt“, erzählt Herbert Hillebrand. Von den zwölf Wohnungen, zwischen 70 und 120 Quadratmeter groß, seien elf vermietet, berichtet Hillebrand.

Neil-Young-Songs in St. Jakobi

Der Thüringer Musiker Andreas Schirneck, Weggefährte und Duo-Partner von Rock-Ikone Klaus Renft, gastiert heute Abend in der Kulturkirche St. Jakobi in Stralsund mit seinem Programm „Acoustic Young – Neil Young Songs unplugged". Seit Schirneck Anfang der 1970er-Jahre in einem Vorstadtkino als Soundtrack zum Kultfilm „Blutige Erdbeeren“ zum ersten Mal Songs von Neil Young hörte, hat ihn der Virus nicht mehr verlassen, bis heute nicht. Deshalb wird er heute auf der Bühne stehen und lädt die Zuhörer zu einer akustischen Reise durch das über vier Jahrzehnte umfassende Schaffen des Altmeisters ein. Dabei fehlen Klassiker wie „Old man“ oder „Alabama“ ebenso wenig wie aktuelle Songs der letzten Alben.

Schirneck tritt dabei mit Gitarre, Stimme und Bluesharp an.

Konzert mit Andreas Schirneck: Heute, 20 Uhr, Kulturkirche St. Jakobi in Stralsund.

Blick in die Historie

1762 gilt als Jahr, um das herum das Wendisch Baggendorfer Gutshaus errichtet wurde. Im Jahr 1823 wurde ein Mann namens August Melms Besitzer des Gutes.

1877 kaufte Carl Joachim Hacker das Anwesen.

Im Februar 1991 vernichtete ein Feuer den Dachstuhl des Gebäudes.

1994 wurde der Neubau eingeweiht.

2015 kaufte Herbert Hillebrand das Haus, er vermietet dort Wohnungen.

Bewohner aus brennendem Haus gerettet

An das Großfeuer, das in der Nacht vom 7. zum 8. Februar 1991 im Wendisch Baggendorfer Gutshaus wütete, kann sich Gunther Bockhahn noch erinnern, als wäre es erst gestern gewesen. „Wir wurden um 0.15 Uhr alarmiert“, berichtet der heute 71-jährige Leyerhofer, der damals das Amt des Wehrführers der Freiwilligen Feuerwehr Wendisch Baggendorf inne hatte.

„Als wir ankamen, hat der Dachstuhl schon in voller Ausdehnung gebrannt“, berichtet Bockhahn. „Das war ganz schön heftig, das Feuer hat man schon von Leyerhof aus gesehen.“ Mit im Einsatz waren damals die Feuerwehren aus Grimmen, Deyelsdorf, Grammendorf, Glewitz und Zarrentin, erinnert sich der frühere Feuerwehrchef. Acht Familien mit insgesamt 19 Personen wohnten zu diesem Zeitpunkt in dem Haus. „Wir mussten etliche Leute evakuieren über die Drehleiter“, erzählt Gunther Bockhahn. Das Schlimme für die Feuerwehrleute aber war: „Die Kameraden sind an den Leitern festgefroren wegen des Löschwassers, das von oben kam. Wir hatten minus 15 Grad in jener Nacht“, berichtet Bockhahn. „Die Einsatzklamotten mussten deswegen ein paarmal gewechselt werden.“ Zwischendurch habe die Familie Scheitor in ihrem Haus in Wendisch die Brandbekämpfer mit Kaffee, Tee und Brötchen versorgt. „Die Kameraden haben sich abwechselnd dort eingefunden“, erzählt Gunther Bockhahn. Bis gegen 4 Uhr mussten die Wehren in jener Nacht löschen. „Die anderen sind dann abgezogen und wir haben die Brandwache übernommen.“ Erst gegen 14 Uhr sei der Einsatz der Feuerwehr am 8. Februar beendet gewesen.

Gunther Bockhahn bewahrt noch immer eine Klappkarte auf, in der sich Bürgermeisterin Prillwitz persönlich für die Einsatzbereitschaft der Wehr bei der Evakuierung der Einwohner des Gutshauses bedankt. Die Ursache des Brandes sei nie 100-prozentig aufgeklärt worden, weiß Bockhahn. Angeblich habe wohl jemand heiße Asche unter einer Treppe gelagert... Peter Franke

Peter Franke

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