Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grimmen 2,3 Millionen für Nachhilfe, Mittagessen oder Sport
Vorpommern Grimmen 2,3 Millionen für Nachhilfe, Mittagessen oder Sport
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 17.01.2018
Knapp 400000 Euro wurden in Vorpommern-Rügen im letzten Jahr mit Hilfe der Bildungskarte für Nachhilfestunden ausgegeben. Für diese Angebote arbeitet der Kreis mit 25 Anbietern zusammen. Quelle: Foto: Dpa/michael Löwa

Stralsund. Die Bildungskarte gibt es seit fünf Jahren, doch der Run auf den „Bonusspeicher“ hält ungebrochen an. Über 10000 Kinder und Jugendliche in Vorpommern-Rügen nutzen das elektronische Ticket, mit dem Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket – einem Förderprogramm des Bundes – in Anspruch genommen werden können. 2016 waren über 9000 Bildungskarten aktiviert.

Wie in den letzten beiden Jahren konnte der Kreis 2,3 Millionen Euro aus dem Programm abschöpfen. Gedacht ist das Geld für eine breite Palette von Leistungen. Mit 1,13 Millionen Euro die größte Summe wird für Mittagessen zur Verfügung gestellt. Kita- und Schulkinder konnten davon profitieren.

Mit knapp 400000 Euro konnte die Anschaffung von Schulbedarf unterstützt werden. 388000 Euro nahmen Schüler für Nachhilfe in Anspruch. 30000 Euro standen für eintägige Ausflüge und 215000 Euro für mehrtägige Klassenfahrten im Budget. Mit 40000 Euro konnten Kinder und Jugendliche beim Kauf des Schülerbus-Tickets entlastet werden.

Doch nicht nur Bildungsangebote werden mit dem elektronischen Ticket bezahlt. Unter dem Stichwort Teilhabe sind auch Förderungen von Sport und Kultur möglich. Da kann die Mitgliedschaft im Fußballverein ebenso bezahlt werden wie der Beitrag für die Musikschule.

Um für Bildung und Teilhabe problemlos agieren zu können, arbeitet die Kreisverwaltung mit vielen Anbietern zusammen. Die Zahl ist mittlerweile auf 475 angestiegen. 2016 waren es 441, davor sogar nur 354. Über 200 Firmen sorgen zum Beispiel für das Mittagessen in der Kita. Mit 57 Produzenten arbeitet der Kreis in puncto Mittagessen in Schulen zusammen. Für Kultur- und Sportangebote stehen mittlerweile 247 Vereine und Institutionen im Bildungskartenportal, über das man sich jederzeit auf www.bildungs-karte.de informieren kann.

Die Partner, die die jeweilige Leistung von Mittagessen bis Sportangebot erbringen, rechnen über ein spezielles System direkt mit dem Kreis ab. Einfacher gesagt: Der Kreis bucht das Geld auf die Karte, der Anbieter bucht es ab. Das heißt zum Glück aber auch: Die betroffenen Familien haben zwar für jedes Kind eine Bildungskarte, müssen sich aber nicht mit irgendwelchen Abrechnungen herumplagen. Mit der entsprechenden Kartennummer kann man sich jederzeit im Internet informieren und gucken, wie viel Guthaben man noch hat.

„Wichtig ist nur, dass die Eltern rechtzeitig einen neuen Antrag stellen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass es für die verschiedenen Angebote auch unterschiedliche Bewilligungszeiträume gibt.

Bildungskarten verlängern sich nämlich nicht automatisch“, sagt Gisela Oberland, Leiterin des Bürgerservice im Kreis und betont, dass sich die Eltern aber inzwischen darauf eingestellt haben. „Da ist jetzt seit Einführung der Karte 2013 schon eine gewisse Routine reingekommen. Das klappt alles ganz gut.“

In den ersten elf Monaten 2017 sind 11588 Anträge auf Bildung und Teilhabe eingegangen. Im gesamten vorletzten Jahr waren es mit 13000 ähnlich viele. „Die Zahl 2017 entspricht einem Durchschnitt von 241 pro Woche – für Erstanträge und Weiterbewilligungen. Insgesamt wurden von unseren Mitarbeitern 25000 Leistungsbescheide erstellt. Die Zahl ist höher als die der Anträge, weil ein Antrag mehrere Leistungen umfassen kann. Aber wir stellen natürlich nur einen Bescheid aus“, erklärt Gisela Oberland.

Anträge können beim Bürgerservice gestellt werden

2,3 Millionen Euro wurden 2016 über die Bildungskarten an bedürftige Kinder und Jugendliche ausgegeben. Das Geld stellt der Bund im Bildungs- und Teilhabepaket zur Verfügung, aus dem auch andere Projekte bezahlt werden.

Wer hat Anspruch auf eine Bildungskarte? Kinder und Jugendliche, die selbst oder deren Eltern Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Kinderzuschlag, Wohngeld oder Leistungen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz bekommen.

475 Anbieter, im Vorjahr waren es 431 Firmen, Vereine und Verbände, sorgen für Mittagessen, Nachhilfe, Schulbus-Ticket, aber auch Kultur-, Sport- und andere Freizeitangebote wie Ausflüge und Klassenfahrten, aus denen die Familien auswählen können.

6020 Kreisbewohner haben 2017 die persönliche Antragstellung im Bürgerservice genutzt. Der ist in Stralsund unter der Behördernnummer 115 zu erreichen. Nicht nur in der Kreisverwaltung in Stralsund, sondern auch in den Außenstellen Grimmen, Ribnitz-Damgarten und Bergen ist der Bürgerservice geöffnet. Ein Antrag kann natürlich auch online gestellt werden.

Ines Sommer

Mehr zum Thema

Galerie des Landkreises zeigt erstmals Arbeiten des Sassnitzers Wolfgang Krentzien

12.01.2018

Ausstellung „Kiew im Herbst 2015“ jetzt im Velgaster Fachgymnasium eröffnet

12.01.2018

Angela Leddin hat als Chefin der Arndtschule viele Veränderungen erlebt / Lob an Eltern und Stadt

11.03.2018

Hundebesitzer in der Gemeinde Grammendorf müssen im neuen Jahr für ihre vierbeinigen Freunde womöglich mehr bezahlen. Die Entscheidung darüber soll bereits morgen fallen.

17.01.2018

Wahlkampf wird heutzutage im Internet entschieden. Russland lässt seine Hacker los, um Wahlen in aller Welt zu manipulieren.

17.01.2018

400000 Euro kostet die Neuanschaffung – ein HLF 20

17.01.2018