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2014 gab es überdurchschnittlich viele bronzezeitliche Funde

Grimmen 2014 gab es überdurchschnittlich viele bronzezeitliche Funde

Ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger aus dem Landkreis Vorpommern-Rügen tauschen in Grimmen Erfahrungen aus.

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Annette Weidemann (42) aus Zingst zeigt zwei gut erhaltene Münzen: „Die regionale Geschichte interessiert mich schon seit meiner Jugend“, sagt sie.

Grimmen. Ehrenamtlich arbeitende Bodendenkmalpfleger haben sich Sonnabend in Grimmen getroffen. Die meisten von ihnen hatten Funde dabei, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen oder sie fachlich bewerten zu lassen.

Viele der in den letzten Monaten im gesamten Landkreis Vorpommern-Rügen zu Tage gebrachten Schätze vergangener Jahrhunderte und Jahrtausende, hatten aber bereits Eingang in den Bericht von Michael Schirren gefunden.

Der Dezernatsleiter im Landesamt für Kultur und Denkmalpflege ging auf die verschiedenen Erkundungsstandorte ein und unterlegte den archäologischen Jahresbericht des Landkreises Vorpommern-Rügen mit vielen Fotos. Es zeigte einmal mehr, wie groß der Verantwortungsbereich der Bodendenkmalpfleger ist.

Bevor Neues gebaut wird und Sanierungen in Innenstädten durchgeführt werden, suchen Bodendenkmalpfleger nach Zeugen aus der Geschichte. So auch am Pommerndreieck bei Grimmen oder den kompletten Oberbodenarbeiten am Windpark Tribsees. Die Grabungen lassen viele Schlüsse auf menschliche Besiedlung zu.

Auch die Renaturierung am Tribohmer Bach oder der Barthe wird durch die Bodendenkmalpfleger begleitet. „Am Rande gab es einige Siedlungsbefunde. Vieles bleibt dennoch unerschlossen“, so Schirren.

Zunehmend gewinnt auch die Denkmalsuche via Laserscannen an Bedeutung. An einer Aufnahme von Prora war das jetzt deutlich zu sehen. Überhaupt nimmt die Technik einen immer höheren Stellenwert in der Bodendenkmalpflege ein. 2014 gab es überdurchschnittlich viele bronzezeitliche Funde. Das ist auf den Einsatz mit Metalldetektoren zurückzuführen. Es wurden Schwerter, Gürtelhaken, Bleiplomben oder Münzen geborgen.

„Es ist immer wieder ein besonderes Erlebnis, wenn man alte Münzen in die Hände bekommt. Sie geben Rückschluss auf Handelswege im Mittelalter“, schwärmt Michael Schirren auch noch nach Jahren Berufserfahrung.

So ließ im vergangenen Jahr ein besonderes Exemplar einen Rückschluss ins 8. Jahrhundert ins westliche Afghanistan zu. Auf einem so genannten Fäkalienfeld hatte Jan Becker im September seinen bedeutendsten Fund gemacht.„Ich habe einen Goldgulden aus dem 14. Jahrhundert gefunden. Der gehört zu den ältesten Münzen“, erzählt der 19-jährige Stralsunder und zeigt sie auf seinem Smartphone.

Becker ist einer der Jüngsten und hat dennoch schon jahrelange Erfahrung. „Ich bin grundsätzlich Sammler und habe am Strand angefangen. Heute gehe ich gerne auf Felder und freue mich, wenn ich irgend etwas entdecke“, erzählt der Azubi. Entdeckt hat ihn Roman Buhl aus Zingst, der die illegale Sammlerei der ehemaligen Schülers in die richtige Richtung lenkte. Der Geschichtsinteressierte junge Mann sagt: „Jeder Fund ist ein Stück Geschichte.“

So sieht es auch Annette Weidemann aus Zingst. Sie beschäftigt sich erst seit drei Jahren intensiv mit dem Hobby. „Die regionale Geschichte interessiert mich schon seit meiner Jugend. Auf einem Acker bei Ribnitz habe ich eine Münze aus der früheren Neuzeit gefunden und eine Münze von Siegesmund III., König von Polen und Schweden.

Interessiert verfolgten die Anwesenden die Ausführungen von Heiko Schäfer über Bleiplomben aus der Stralsunder Altstadt und der Feldmark. „Stralsund ist zurzeit führend im Auffinden von Bleiplomben in Mecklenburg-Vorpommern. Rund fünfhundert Stücke wurden seit 2005 geborgen. Dadurch erhalten wir einen Einblick in das Wirtschaftsgeflecht im Mittelalter.“

Stefanie Brüggemann gab einen archäologischen Einblick von Sanierungarbeiten der Papenstraße im Stadtkern von Barth. 1 221 Einzelfunde, davon 47 bemerkenswerte Metallfunde, sprechen für sich.

Freigelegte Fundamente, Münzen aus dem 15. Jahrhundert lassen weitere Erkenntnisse der Barther Stadtgeschichte zu.

„Es lässt die Vermutung zu, das es sich bei den Fundamenten um eine Lateinschule gehandelt haben könnte“, so die Archäologin, die teilweise die Ausgrabungen leitete.

Michael Schirren hatte das noch druckfrische Buch „Pipeline Archäologie“ mitgebracht. Das Werk ist mit mehreren hundert Bilden und Karten gefüllt.

 



Roswitha Pendzinsky

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