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Grimmen 25 Jahre Stockcar
Vorpommern Grimmen 25 Jahre Stockcar
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05:26 10.04.2018
Spannung, Überschläge, Staub und Gedröhn – so lieben es die Stockcar-Fans im Hexenkessel. Quelle: Raik Mielke
Grimmen

Seit 25 Jahren ist Grimmen eine Stockcar-Hochburg. Seit einem Vierteljahrhundert dröhnen dreimal im Jahr die Motoren im Hexenkessel, die Fahrer liefern sich spannende Rennen und tausende Fans begeistern sich dafür, dass andere aus extra aufgemotzten und umgebauten Gebrauchtautos das Letzte herausholen – Drängeln und Schubsen inklusive.

Aus Showeinlage wurde Tradition

Dabei war es ein Zufall, der vor mehr als 25 Jahren das Stockcar-Fieber nach Grimmen brachte, erinnert sich der heutige Bürgermeister und Vorsitzender der 1. Grimmen Stockcar Legion Benno Rüster. „In Holland habe ich das erste Stockcar-Rennen gesehen, war begeistert und bei einem Motorrad Treffen lieferten sich dann eine Handvoll Trabanten die ersten Rennen auf dem Appelshofer Flugplatz als Showeinlage“, sagt Rüster. Ein halbes Jahr später gab es das erste Trabant-Rennen vor Ort mit 30 Teilnehmern, drei Rennen später waren es 130 Fahrzeuge.

Zweiter Stadion-Bau

„Inzwischen haben wir das zweite Stadion an der südlichen Randstraße gebaut und nutzen es seit 2002, erzählt Rüster weiter. Das erste sei in Appelshof auch wegen des Autobahnbaus nicht zu halten gewesen. In Michael Remer hatte Rüster einen Landwirt gefunden, der bereit war, von seiner Fläche abzugeben. „Und wir haben Geld gesammelt wie verrückt, um seine verlorene EU-Beihilfe auszugleichen“, erinnert sich der Stockcar-Vorsitzende. Das zweite Problem beim Neubau des Hexenkessels sei gewesen, dass das Stadion aus dem Nichts auf einem Feld entstand: keine Wasserleitung, kein Strom vor Ort.

Viele Unterstützer

„Viele Firmen und Einzelpersonen haben uns aber unterstützt, und heute ist im Grimmener Hexenkessel weitaus mehr möglich als auf dem alten Platz“, sagt Rüster. Anfangs hatte der Verein den Stadionneubau noch mit großen Förderungen geplant. Letztlich sei er aber mit einer Hilfe beim Zaunbau zufrieden gewesen. „Und jetzt werde die Elektrik und die Abwasserentsorgung neu geregelt und aus Schwerin finanziell unterstützt“, ergänzt er. Große Hilfe und Verständnis gebe es auch immer wieder in der Stadtvertretung. Erst 2017 stellten die Abgeordneten 10000 Euro für das 25. Jubiläum der Tractor Pulling-Wettbewerbe, die immer beim zweiten Stockcar-Rennen des Jahres ausgetragen werden, zur Verfügung. Rüster: „Wir hatten in den letzten Jahren so viele Regenveranstaltungen, da war diese Zuwendung ein wichtiges Zeichen.“

Kleiner Verein und viele Helfer

Ein kleiner Verein mit wenigen Mitgliedern sei die 1. Grimmener Stockcar Legion. Doch in Vorbereitung eines normalen Rennens kommen sie doch, die vielen Helfer. 100 Leute, die mit anpacken sind Durchschnitt, bei bevorstehenden Tractor Pulling-Wettkämpfen noch einmal 50 mehr. Diese Entwicklung ist nur eine Seite des Stockcar-Fiebers. In und rings um die Stadt sind zahlreiche Vereine entstanden, in denen meist Jugendliche und junge Erwachsene an Autos basteln, sich auf Rennen vorbereiten, aber auch ein Stück Soziales Leben im Dorf erhalten, füreinander da sind. „Ganze Familien sind dort organisiert. Und im Laufe der Zeit sind weitere Plätze entstanden: in Basepohl, bei Schwerin, aber auch bei Berlin. Diese Entwicklung gestattet uns gar nicht, aufzuhören“, sagt Rüster. Dann würde zu vielen etwas weggenommen werden. Jeder, der will, habe so die Möglichkeit, ein kleiner Rennfahrer zu sein. Rüster: „Dort, wo Stockcar gefahren wird, gibt es keine illegalen Autorennen.“

Soziale Komponente

Er freue sich, wenn er sehe, wie der Nachwuchs einsteigt: Kinder und Enkel der ersten Fahrer haben längst die Hoheit über Trabanten, Buggys & Co. übernommen. Trotzdem bedauert Rüster, dass die Förderpolitik diesen Sport nicht so unterstützt wie beispielsweise Handball oder Fußball. Aber ist es denn überhaupt Sport, der im Vordergrund steht oder doch eher das Soziale? Einen Partner weiß Rüster auf jeden Fall seit Jahren an seiner Seite und nennt ihn auch gern: „Grimmens Stadtpräsident und Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat uns immer begleitet und geholfen.“

Rüster weiß, dass es sicherlich auch in Zukunft das eine oder andere Problem rund um Stockcar geben wird. „Probleme hatten wir immer mal wieder. Mal mit Einzelpersonen, mal Namensrechtsprobleme um den Hexenkessel, mal mit Behörden, mal wegen des Otters.“ Aber es habe auch immer Unterstützung von Grimmenern, Firmen, Institutionen und den Medien gegeben. „Wenn nicht, wären es vielleicht keine 25 Jahre Stockcar in Grimmen geworden.“

Jaekel Almut

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