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25 weißrussische Kinder genießen die gesunde Luft

Schullandheim Bremerhagen – Erholung und Erlebnis 25 weißrussische Kinder genießen die gesunde Luft

Tschernobyl-Hilfe-Verein Vorpommern ermöglicht Auszeit mit Hilfe von Sponsoren

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Gäste aus Weißrussland: Betreuerin Larissa (l.), Jaroslaw, Maxim, Andre, Uljana und Lisa genießen die unbeschwerte Zeit im Schullandheim Bremerhagen. Foto (2): Almut Jaekel

Bremerhagen. Frische, gesunde Luft, Natur, Erlebnisse – das alles genießen die 25 Mädchen und Jungen und ihre Betreuerinnen aus Weißrussland, die derzeit zwei Wochen im Schullandheim „Abenteuerland“ in Bremerhagen verbringen. „Organisiert vom Verein ’Tschernobyl-Hilfe Vorpommern’“, berichtet Uwe Nehls, seit 2009 Vorsitzender und seit 1993 Mitglied des Vereins, der 24 Mitglieder zählt. „Jedes Jahr können neue Kinder die Auszeit in Vorpommern genießen“, erzählt Nehls. Vier weitere Kinder, die bereits hier schon zu Besuch waren, sind in diesmal bei Gasteltern untergebracht. „Früher gab es das sehr viel mehr“, erinnert sich Nehls. Als der Verein 1990 gegründet wurde und in den Folgejahren gab es pro Jahr mehrere Durchgänge, zeitweise lebten die Kinder bei Gasteltern und auch auch das Land MV unterstützte den Aufenthalt der weißrussischen Kinder, deren Familien alle vor 30 Jahren von der Nuklearkatastrophe in Tschernobyl betroffen waren und es noch heute sind. „Unter den Folgen des Unglücks leiden diese Menschen auch heute noch, viele Kinder haben Schilddrüsenerkrankungen“, weiß Nehls. Das alles sollen die jungen Urlauber – sie sind zwischen sieben und 14 Jahren alt – zumindest zeitweise vergessen. Uwe Nehls: „Der dortige Verein wählt die Kinder nach sozialen Aspekten aus.“ Meist seien es Kinder aus kinderreichen Familien oder welche, die mit einem Elternteil oder bei den Großeltern allein leben, die mit der Vereinschefin Larissa aus Gommel nach Vorpommern gekommen sind. Beispielsweise war die Mutter der siebenjährige Aljona, die diesmal zur Erholung in Bremerhagen dabei ist, selbst als Kind Gast des Tschernobyl-Vereins Vorpommern.

OZ-Bild

Tschernobyl-Hilfe-Verein Vorpommern ermöglicht Auszeit mit Hilfe von Sponsoren

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Ganz große, teure Erlebnisse brauchen die Mädchen und Jungen nicht, um glücklich zu sein. „Am schönsten war bisher der Besuch bei der Grimmener Feuerwehr, wir durften auf die Drehleiter“, erzählen prompt Uljana und Lisa mit Unterstützung der Betreuerin und Dolmetscherin Shanna. Selbst die 26 Stunden Herfahrt im Bus seien ein Abenteuer gewesen. Allerdinges eines, nachdem sie ziemlich müde waren. Die Jungen Jaroslaw, Andre und Maxim würden am liebsten den ganzen Tag auf dem Gelände des Schullandheimes spielen und toben. „Und am Lagerfeuer“, sagt Shanna. An den heruntergebrannten Resten stochern sie unablässig, obwohl die Sonne am Tag Temperaturen jenseits der 25-Grad-Marke schafft. Am Lagerfeuer hatten abends alle zusammengesessen. Deutsche und Weißrussen, Kinder und Erwachsene und gesungen und geredet. „Das war sehr gemütlich“, sagt Shanna, die ansonsten die Luft, den Vogelgesang, die Ruhe und die Mohn- und Kornblumen hier bei uns am Feldrand liebt. Das alles sei für die Gesundheit der Kinder sehr gut. Ausflüge gab es aber auch schon in den nahen Wald, auf den Naturerlebnispfad und den Spielplatz, zur Polizei. Geplant sind Touren beispielsweise zu den Störtebeker-Festspielen und in den Greifswalder Tierpark. Möglich sei das alles nur mit Hilfe von Sponsoren, sagt Uwe Nehls. Und es werde immer schwieriger. Im letzten Jahr gab es deshalb erstmals keinen Besuch aus Weißrussland. Dabei sei es so wichtig, dass die Kinder rauskommen, weiß er. Aber vielleicht müsse sich der Verein neu orientieren und auf Hilfe in Weißrussland konzentrieren.

Investitionen im Schullandheim notwendig

Sebastian Schütz ist seit April Pächter und Betreiber des Schullandheimes Abenteuerland Bremerhagen. „Den Verein gibt es aber ebenfalls. Er organisiert beispielsweise Märkte und Ferienlager“, betont er. Und der Verein hat inzwischen einen anderen Namen: Stylian e.V.

„Wir sind jetzt mitten in der Saison und es läuft“, schätzt Sebastian Schütz die Situation im Schullandheim ein. Heute kommen zusätzlich zu den 25 weißrussischen Kindern Schüler der Grimmener Neubauer-Schule. Schulklassen seien sowieso jetzt, vor den Ferien, und auch im September die häufigsten Gäste. Und während der Sommerferien sei das Heim auch komplett ausgebucht: ein Demminer Verein, der Beeinträchtigten Hilfe zur Selbsthilfe bietet, nutzt es für ein Ferienlager. Es gibt ein Reitlager, zwei Durchgänge Ferienlager vom ansässigen Verein und eine Tagesbetreuung Reiten in der sechsten Ferienwoche. „Über die Saison ist das alles gut, aber das allein reicht kaum“, sagt Sebastian Schütz. Von April bis September brauche das Haus wöchentlich etwa 60 Gäste. Da aber viele Schulklassen aufgrund neuer Bestimmungen nur noch drei Tage, also zwei Übernachtungen, unterwegs sind, funktioniere das nur selten. Und so seien eben dringende Investitionen, beispielsweise an den Bungalows, die aus den 70- und 80er-Jahren stammen und in denen die Gäste übernachten, nicht möglich. „Deshalb sind wir auch auf der Suche nach Sponsoren“, hofft Sebastian Schütz auf Unterstützung.

Fördermittel seien sehr schwer zu bekommen. „Aber unser Vorteil ist, dass jeder in der Gegend das Objekt Schullandheim Bremerhagen kennt“, sagt Schütz.aj

Zur Geschichte

Das Hauptgebäude des Schullandheimes entstand 1911 als Dorfschule. Später wurde aus diesem Schulhaus eine Nebenstelle der „Station Junger Techniker“ und damit die Touristenstation Bremerhagen.

1978 begann der Aufbau der Wagenburg, ein Jahr später wurde der erste Bungalow fertiggestellt. Sanitärtrakt, Heizhaus, Essensaal und Küche wurden gebaut. Zur Wende wurde aus der Touristenstation das Schullandheim.

Im Sommer 2013 kaufte der Verein „Schullandheim Abenteuerland Bremerhagen e.V.“ das Grundstück. Es bietet insgesamt 86 Schlafplätze.

Almut Jaekel

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