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2500 Euro für über 9000 Kilometer

Greifswald 2500 Euro für über 9000 Kilometer

Greifswald: Ein Container mit ausgedienten Schulmöbeln soll auf Reise nach Afrika gehen

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Gerhard Nevermann hat Stühle, Tische und anderes mehr gesammelt. Die Gegenstände sollen einer Schule in Kamerun zugutekommen.

Quelle: Foto: Kai Lachmann

Greifswald. Etwas chaotisch sieht es in der Scheune aus, in der das Ergebnis von Gerhard Nevermanns monatelangem Einsatz lagert: aufgetürmte Stühle, gestapelte Tische, dazwischen Fahrräder und einige andere Dinge. Der 65-Jährige hat in Greifswald und Umgebung Ende vergangenen Jahres altes Schulmobiliar gesammelt. In unseren Breitengraden hat es ausgedient, doch in anderen Teilen der Welt würde man sich freuen über solche Einrichtungsgegenstände in so einem noch lange brauchbaren Zustand. Zum Beispiel in Kamerun. Denn dort leitet „Mama“ eine Schule für lernschwache Kinder. Nevermann meint mit dieser Bezeichnung nicht seine eigene Mutter, sondern die Mutter seiner Schwiegertochter. „Ich fand es anfangs auch etwas seltsam, sie so zu nennen, aber in Kamerun ist das eine übliche Bezeichnung“, erklärt er.

Nevermanns Sohn lernte während des Studiums in Potsdam eine junge Kamerunerin kennen und lieben. Die beiden heirateten. So kam die Verbindung nach Afrika zustande. Dort muss die Mama mit teils widrigen Umständen zurechtkommen. Für Schulen werde nicht allzu viel staatliches Geld ausgegeben, für lernschwache Kinder noch weniger, berichtet Nevermann. Also überlegte er, wie er helfen könnte.

„Es soll aber eine einmalige Geschichte bleiben“, sagt er.

In die steckte er dafür umso mehr Energie. Er fragte hier Schulen und Behörden, ob sie Möbel haben, die sie nicht mehr benötigen. Mehrere Institutionen konnten etwas geben. Auch das Greifswalder Berufsbildungswerk (BBW), Nevermanns früherer Arbeitgeber, half mit ausgemusterten Stühlen und Tischen. In der Hansestadt und der Umgebung holte er mit seinem Wagen und einem Anhänger das ab, was man ihm gab. Sein Ziel: „Die Sachen sollen einen Schiffscontainer füllen.“ Nach mehreren Wochen hatte er die entsprechende Menge beisammen.

Und dann? „Ich kannte mich ja auch nicht aus und musste mich erst mal erkundigen“, berichtet der Greifswalder. Mittlerweile weiß er: „Ab Hamburg geht jede Woche ein Schiff und fährt die Westafrikaroute. Der Transport der Möbel kostet insgesamt 2500 Euro.“ Gemeint ist damit die Miete für den Container, mit dem ein Laster für zwei Stunden zur Greifswalder Scheune kommt. „Beim Verladen helfen Schüler des BBW“, sagt Nevermann und möchte sich schon mal im Voraus bei ihnen dafür bedanken. Nach dem Transport nach Hamburg stehen das Verladen des Containers und das Verschiffen nach Afrika an. Die fast 9000 Kilometer lange Tour wird etwa 22 Tage dauern. Die letzte Etappe ist dann der Transport vom Kameruner Hafen in Douala zur Schule.

Doch woher sollte er 2500 Euro nehmen? Vielleicht könne er dafür Spenden sammeln, dachte sich Nevermann. „Aber nicht über mein Privatkonto, das wirkt unseriös“, sagt er. Einen Verein wollte er dafür auch nicht extra gründen. Es müsste sich doch eine hilfsbereite Institution finden lassen, um das auf einem herkömmlichen Weg zu organisieren. Doch auf eine Absage folgte die nächste, Nevermann ließ

sich dennoch nicht ermutigen. Schließlich landete er beim Kreisdiakonischen Werk. Geschäftsführer Jörg Raddatz zeigte sich sehr kooperativ. „Sie machen es und stellen ihr Konto für Geldspenden zur Verfügung“, sagt Nevermann erfreut. „Sobald genug eingegangen ist, geht es los“, sagt er. „Sollte mehr gespendet werden, kommt das Geld zu 100 Prozent der Schule zugute.“ Mama freue sich schon.

Kontodaten: IBAN DE37 5206 0410 0006 4180 23; BIC: GENODEF1EK1 Verwendungszweck: Schulmöbel Kamerun. Das KDW kann auch Spendenquittungen ausstellen.

Kai Lachmann

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