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Grimmen Achtung: Kulturelles Überfallkommando
Vorpommern Grimmen Achtung: Kulturelles Überfallkommando
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00:10 10.03.2016
Auf die Druckplatte, fertig los: Zur Aktion „Stadtabdrücke“ lädt die Jugendkunstschule Vorpommern-Rügen am kommenden Samstag ins Quartier 17 ein. Bei dieser Technik stellen sich mehrere kleine oder auch große Menschen auf Druckplatten mit Papier und fabrizieren auf diese Weise einen Fußabdruck der Hansestadt. Quelle: Fotos: Christian Rödel

Eine „Riesenchance“ sieht Stefan Hahn (54) in der neu gegründeten Jugendkunstschule Vorpommern-Rügen. „Um gemeinsame Potenziale zu bündeln und viele hundert Kinder im gesamten Landkreis anzusprechen“, wie der Tanzlehrer und Choreograf sagt.

Eine „Riesenchance“ sieht Stefan Hahn (54) in der neu gegründeten Jugendkunstschule Vorpommern-Rügen.

Aus diesem Grund haben sich die drei Stralsunder Vereine Perform(d)ance, STiCer-Jugendtheater und Jugendkunst, die bereits länger kooperieren, jetzt unter einem Dach zusammengetan. Gemeinsam betreiben sie die neue Jugendkunstschule für alle im Kreis.

„Das ist aber keine klassische Fusion, denn jeder Verein bleibt eigenständig und wird auch weiterhin seine Projekte anbieten“, betont Christian Klette (39) vom Verein Jugendkunst im Speicher Katharinenberg. „Aber wir denken, dass wir mit dem Zusammenschluss viel mehr junge Leute im gesamten Landkreis erreichen können“, sagt Klette.

In Zahlen ausgedrückt bietet die neue Jugendkunstschule 53 unterschiedliche Kurse an neun Standorten an. „Sicher sind wir nach wie vor in Stralsund lokalisiert. Hier befinden sich auch alle drei Häuser, aber wir wollen uns einfach stärker im Kreis aufstellen und den Jugendlichen dort Zeit und weite Wege ersparen“, erläutert Hahn. So präsentiert sich die neue Jugendkunstschule nicht nur in Stralsund, sondern auch in Barth, Richtenberg, Velgast, Samtens, Binz, Sagard, Putbus und streckt sogar bis Demmin ihre Fühler aus. Hahn spricht scherzhaft von einem „kulturellen Überfallkommando“

für den Landkreis. „Wir öffnen uns ganz bewusst“, betont Steffen Klimt (44) von STiCer-Jugendtheater.

Was die neue Einrichtung kann und will können Besucher des ersten Jugendkunstschultages am kommenden Sonnabend von 11 bis 16 Uhr im Quartier 17 in der Stralsunder Ossenreyerstraße erleben. „Das wird der Start sein“, meint Stefan Hahn. Praktisch als Appetit-Anreger. Geplant ist eine Mischung aus Aktivitäten auf der Straße, Bühnenvorstellungen und zahlreichen Mitmachaktionen. Daran werden rund 100 Kinder und Jugendliche beteiligt sein, die das Publikum locken wollen, mit dabei zu sein. „Es wird getanzt, gespielt, gedruckt, improvisiert, gebaut, gemalt, geklebt und geschnitten“, sagt Christian Klette. Kinder, Jugendliche, Familien und weitere Interessierte sind ins Obergeschoss eingeladen.

„Die TLG Immobilien hat uns die 600 Quadratmeter große freie Mietfläche kostenlos zur Verfügung gestellt. Das eröffnet uns tolle Möglichkeiten“, sagt Hahn. Auch vom Landkreis werde die Aktion unterstützt. Geplant sind stündlich Events auf der Bühne oder Filmgeschichten. Außerdem soll eine große Leinwand bemalt werden. Es entstehen Collagen und Drucksachen. Vieles wird sich thematisch um den Dadaismus drehen — einer künstlerischen und literarischen Bewegung, die vor 100 Jahren in Zürich gegründet wurde. „Vor allem stehen wir an diesem Tag aber auch für Gespräche zur Verfügung. Eltern und Kinder werden sicher Fragen zu unseren Angeboten haben. Die beantworten wir gern“, kündigt Steffen Klimt an.

Die Gründungsveranstaltung für die Jugendkunstschule Vorpommern-Rügen fand bereits am 18. Dezember 2015 statt. Gebildet wurde ein Sprecherrat, zu dem sechs Mitglieder gehören. „Wir rechnen in diesen Tagen nun mit der offiziellen Eintragung beim Amtsgericht und der Anerkennung der Gemeinnützigkeit“, sagt Stefan Hahn. Der Verein hat einen Antrag auf staatliche Anerkennung gestellt. Darüber wird ein Fachgremium in den nächsten Wochen entscheiden, das die Qualität der Arbeit genau unter die Lupe nehmen wird. Nicht zuletzt habe das auch Auswirkungen auf die Förderung durch das Land.

„Hier gab es bereits gute Signale“, ist Hahn zuversichtlich. Der Vater eines zweijährigen Sohnes findet es sehr bemerkenswert, was insgesamt am Sund an Kulturangeboten zur Verfügung steht. Derzeit erfolgt die Leitung noch ehrenamtlich. „Wir brauchen aber eine hauptamtliche Koordinationsstelle. Die Ausschreibung für einen hauptamtlichen Leiter läuft“, sagt Hahn. Bewerbungen sind bis zum 15.

März unter info@jks-vr.de möglich.

Weitere Infos gibt es bei Dörte Wolter (☎ 0151/27004295)

Jugendkunstschultag am Sonnabend

Ins Quartier 17, Ossenreyerstraße 53-61, wird am 12. März von 11 bis 16 Uhr zum ersten Jugendkunstschultag eingeladen. Präsentiert werden Angebote aus den Bereichen Malerei und Grafik, Literatur, Medien, Tanz und Theater.

53 Kurse bieten die Vereine Jugendkunst, Perform(d)ance und STiC-er im Sommersemester der Jugendkunstschule Vorpommern-Rügen an. Die Palette reicht vom „Tubentanz“ auf der Leinwand über „Quatschen & Matschen“ mit Ton, Lehm und Erde bis zum „Zauber auf Stein“.

Schusterjungs machen erste Erfahrungen im Druckhandwerk. Wer immer schon einmal einen Kurzfilm drehen wollte, sollte sich den Kurs „Und Action/Große Klappe“ vormerken. Theaterzwerge sind ebenso willkommen wie junge Darsteller bei den „Bambühnos“ oder den „Szenenhüpfern“, die den Märchenkrimi „Rot wie Blut“

aufführen werden. Beim wilden Tanz wie bei den Räubern und Indianern können sich Jungen und Mädchen austoben.

Weitere Infos unter www.jugendkunst.de, www.stic-er.de oder www.performdance.de

Von Marlies Walther

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