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Grimmen Adlige Bischöfe hatten es nicht immer leicht
Vorpommern Grimmen Adlige Bischöfe hatten es nicht immer leicht
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00:10 14.05.2018
Vorpommern

Adel bedeutete auch im Mittelalter nicht gleichzeitig mehr Macht. „Geld regiert die Welt“. Darum konnte sich Nicolaus Böddecker (1444 bis 1457 Bischof von Schwerin) freier bewegen als Ludolf von Bülow (Bischof von 1331 und 1339) und noch mehr als Rudolf Herzog von Mecklenburg-Stargard (1387 bis 1389 Bischof von Skara in Schweden und von 1391 bis 1415 Bischof von Schwerin).

Detail der Grabplatte des Magnus von Sachsen-Lauenburg im Mittelschiff des Hildesheimer Doms. Sie ist verschollen.
Wappen von Martin Karith. Abbildung aus „Jürgen Petersohn: Die Kamminer Bischöfe des Mittelalters“, Thomas Helms Verlag.

Das hat Andreas Röpcke in seinem Vortrag bei der Tagung „Kleine Bischöfe im Alten Reich“ im Greifswalder Krupp-Kolleg nachgewiesen „Er war reich und schleppte keinen familiären Ballast mit sich herum“, begründet Prof. Oliver Auge, der gemeinsam mit Prof. Andreas Bihrer und Dr. Nina Gallion (alle Kiel), die wissenschaftliche Leitung inne hatte. Nicolaus war ein großer Stifter und ein geschickt agierender, erfolgreicher Reformer. Rudolf hatte 1389 nach der Niederlage seines Vetters, Albrecht III., der ab auch 1364 schwedischer König war, Skandinavien verlassen. Er kämpfte in seinem neuen Bistum mit vielen Schwierigkeiten. Dabei ging es unter anderem um Geld für die Befreiung seines Vetters. Zeitweilig residierte Rudolf in Stralsund. Der auf dem Festland gelegene Teil des Fürstentums Rügen gehörte zum Bistum Schwerin, die Insel selbst zu Roskilde. In Stralsund war Rudolf 1407 maßgeblich an den Auseinandersetzungen um den „Papenbrand thom Sunde“ beteiligt, bei dem aufgebrachte Stralsunder drei Priester verbrannten. An der dortigen Marienkirche erinnert die Apollonienkapelle an die Ereignisse. Den Backsteinbau musste Stralsund 1409 als Buße auf Geheiß Bischof Rudolfs errichten.

„Die Bischöfe der kleinen Bistümer sind schlechter als die der größeren erforscht“, so Nina Gallion. Bislang schrieb man diesen Fürsten nur geringe Handlungsspielräume zu. Im Vergleich der Regionen zeige sich aber, dass vermeintlich kleine Bischöfe regional überraschend groß gewesen seien. Vielleicht hätten sie sogar größere Handlungsspielräume, meint Gallion. „Es gab große regionale Unterschiede“, ergänzt Oliver Auge. „So war es sicher nicht vergnügungssteuerpflichtig, Bischof von Merseburg zu sein.“ Die Oberhäupter des pommerschen Bistums Cammin (der Ryck war die Grenze zum Bistum Schwerin) hätten im 13. Jahrhundert ohne große Einschränkungen durch die Herzöge regieren können, so Auge. Ab dem 14. Jahrhundert fungierten sie dann aber als Kanzler der Herzöge aus dem Greifengeschlecht. „Wer sich regte, aktiv war, der konnte sich Spielräume schaffen“, bestätigt der Professor. Repräsentation war wichtig, so der Greifswalder Ralf-Gunnar Werlich. Er trug über die heraldische Repräsentation der kleinen Bischöfe im nord- und mitteldeutschen Raum vor. „Martin Karith, Bischof von 1498 bis 1521, schuf darum für sich ein Wappen und kombinierte es mit dem des Bistums. Magnus von Sachsen-Lauenburg (Bischof 1410 bis 1424) war einer der erfolgreichsten Bischöfe. 1417 belehnte ihn König Sigismund auf dem Reichstag mit Cammin, das damit als Reichsbistum anerkannt wurde.

E. Oberdã¶rfer

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