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Grimmen Ärztehaus: Fahrstuhl wird jetzt erneuert
Vorpommern Grimmen Ärztehaus: Fahrstuhl wird jetzt erneuert
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01:20 17.09.2016

Geht doch! Manchmal muss ein dickes Brett offenbar lange gebohrt werden, wie im Fall des Grimmener Ärztehauses. Denn Landrat Ralf Drescher (CDU) hat seine Verwaltung jetzt angewiesen, die für 2017 geplante Generalreparatur des Fahrstuhles jetzt vorzuziehen.

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Landkreis reagiert auf jüngste Havarien / Kurzfristig wird auch ein Notdienst für Grimmen geschult

Wie der Verwaltungschef des Landkreises Vorpommern-Rügen gestern in einer Pressemitteilung mitteilte, wird hier demnächst eine neue Aufzugskabine installiert. Außerdem sollen sämtliche Schachtschiebetüren, das sind die Flurtüren auf allen Etagen, erneuert werden.

Die Reparaturen werden laut Drescher gute acht bis zehn Wochen in Anspruch nehmen, da gesetzlich vorgeschriebene Ausschreibungen, Produktions- wie Installationszeiten einzuplanen sind.

Bis die Kabine und die Türen erneuert sind, soll deshalb eine zweite Anweisung des Landrates für einen hoffentlich nicht wieder eintreffenden Notfall im Grimmener Ärztehaus greifen.

Denn ein technischer Mitarbeiter des Landkreises, der in Grimmen arbeitet, soll von einer Fachfirma für den Fahrstuhl eingewiesen werden. Das geschieht mit dem Ziel, dass er dann in Minutenfrist dort sein kann, sollte es bis zur Neuinstallation der Kabine zu einer weiteren Notsituation kommen. Der Landrat weist in diesem Zusammenhang daraufhin, dass der Bereitschaftsdienst der betreuenden Fahrstuhl-Firma damit allerdings nicht ersetzt werden soll.

Bei der jüngsten Fahrstuhl-Havarie im Grimmener Ärztehaus musste eine 89-jährige Grimmenerin mit ihrer Begleitung eineinhalb Stunden im Fahrstuhl ausharren, weil der Reparaturdienst aus Stralsund angefahren kam. Am 1. August musste gar die Feuerwehr alarmiert werden, weil ein 81-jähriger Mann aus Lüssow schon zwei Stunden im Fahrstuhl festsaß.

Und noch eine gute Nachricht hat das Stralsunder Landratsamt parat: Auch die Bereitstellung der Gelder für die Erneuerung der Gehwege vor dem Ärztehaus wurde jetzt angewiesen.

Landrat Ralf Drescher hatte sich nach der Berichterstattung in der OSTSEE-ZEITUNG in dieser Woche persönlich ein Bild vom Fahrstuhl im Grimmener Ärztehaus gemacht.

Beide Defekte, so informiert Dreschers Sprecher Olaf Manzke, hätten das Versagen von Türkontakten zur Ursache. Einmal sei dies eine Innentür gewesen, zuletzt war es eine der Flurtüren. Das Sicherheitssystem des Fahrstuhles schaltete daraufhin den Antrieb aus, so dass der Fahrstuhl nicht weiter fahren konnte. Beide Male saßen Senioren dann längere Zeit in der doch relativ kleinen Kabine fest.

„Ich bedaure die Vorfälle und ich ziehe mich nicht auf die vorhandene Betriebszulassung oder den TÜV zurück“, betonte Landrat Drescher gestern noch einmal ausdrücklich.

Wie es insgesamt mit dem Grimmener Ärztehaus weitergeht, in dem nicht nur der 44-jährige Fahrstuhl ein großes Problem darstellt, ist allerdings weiter unklar. In dem 1972 als Poliklinik für den damaligen Kreis Grimmen übergebenen Gebäude sind schließlich auch die Heizung, die sanitären Anlagen sowie die Fassade stark sanierungsbedürftig. In einer Physiotherapiepraxis im Keller wellt sich gar an mehreren Stellen das Linoleum in die Höhe.

Grimmens Stadtvertreter hatten im Juli die Prüfung eines Ärztehauses in Auftrag gegeben, in dem künftig auch Praxen mit städtischen Angestellten arbeiten könnten. Ein solches Beispiel gibt es bereits in Woldegk (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte). Mit dieser Prüf-Maßnahme reagierte die Stadt allerdings nicht vordergründig auf das marode Ärztehaus des Landkreises , sondern vielmehr auf den Hausärztemangel. Denn Grimmen hat laut einer AOK-Studie, die im Sommer veröffentlicht wurde, nur eine Abdeckung von 67,3 Prozent an Allgemeinmedizinern und belegt damit deutschlandweit den letzten Platz.

Würde ein solcher Neubau errichtet, der enorm viele Fördermittel voraussetzt, stünde er natürlich auch in Konkurrenz zum bestehenden Ärztehaus des Landkreises. Aber das ist derzeit alles nur eine Vision und damit lediglich Zukunftsmusik.

Reinhard Amler

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